Rainbow Six Siege Reportage - Der lange Weg zum Erfolg: Zeit für Verbesserungen, Kontroversen und E-Sports
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Als Ubisoft R6: Siege vor vier Jahren veröffentlichte, glaubten wir kaum daran, dass der Online-Shooter mal so erfolgreich wie aktuell sein würde. In unserer Reportage gehen wir dem Phänomen nach, das bis dato mehr als 40 Millionen Spieler begeistert hat und sagen euch, warum Ubisoft ein fast perfektes Games-as-a-Service-Spiel sein Eigen nennt.
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Rainbow Six Siege Reportage: Zeit für Verbesserungen
Genau das ging Ubisoft als nächstes an: Mit dem "Mid-Season Reinforcements"-Update überarbeiteten die Entwickler im Herbst 2016 mit Blackbeard, Twitch und Doc drei Operatoren. Während die Fähigkeiten von Twitch und Doc etwas verbessert wurden, hielt Blackbeards Gewehrschild nicht mehr so viele Treffer aus wie zuvor. Zudem kamen insgesamt acht weitere Gadgets ins Spiel, darunter die noch heute beliebten Claymore-Minen der Angreifer und die Impact-Granaten der Verteidiger. Ebenso erhielt Siege mit dem Update endlich ein funktionierendes Anti-Cheat-System. Als Ergänzung zum vorher verwendeten Fairfight-Tool kam Battleye hinzu, was zu Tausenden Bans führte. Die Community war mit den Überarbeitungen größtenteils zufrieden und so ging der Erfolgskurs von Rainbow Six unbeirrt weiter. Trotzdem blieben zwei Dinge noch im Argen: Zum einen funktionierte das Matchmaking immer noch nicht so recht und zudem wurden die Stimmen stets lauter, die nach Servern mit einer höheren Tick-Rate verlangten.
Damit der Unmut der Community nicht überhandnahm, legte Ubisoft ab Februar 2017 eine sechsmonatige Content-Pause ein und feilte noch weiter am Balancing von Rainbow Six: Siege. Trotz der relativ langen Wartezeit blieben die meisten Spieler an Bord. In den sechs Monaten wurden nicht nur diverse Operator und Maps überarbeitet, sondern gar 75 Prozent des gesamten Spielcodes neugeschrieben. Die wohl wichtigste Errungenschaft des "Operation Health"-Updates war neben den schnellen neuen Servern natürlich das endlich funktionierende Matchmaking. Auch die Kartenrotation wurde mit dem Patch verändert, was aber nicht bei allen Spielern so gut ankam. So fanden die Einsätze nun im Ranked-Modus auf lediglich neun Karten statt und auch im Casual-Modus schöpfte man ebenfalls nicht mehr aus den Vollen, sondern ließ Partien auf insgesamt 15 Karten stattfinden.
Quelle: Ubisoft
Die neue Spezialistin Gridlock aus dem Burnt Horizon-DLC kann als erste Angreiferin Fallen legen.
Ubisofts Entscheidung kann man aber aus heutiger Perspektive verstehen. Für neue Spieler ist es ungemein schwer, in Rainbow Six Fuß zu fassen. Mit dem im März 2019 erscheinenden "Burnt Horizon"-DLC wächst alleine die Zahl der Operator auf insgesamt 50 und zudem kommt wie gewohnt auch eine Karte hinzu. Wer jetzt erst mit dem Spielen loslegt, braucht gut und gerne Monate, bis man mit der reduzierten Kartenrotation klarkommt und muss sich obendrein mit den diversen Spezialfähigkeiten der Operatoren auseinander setzen. Auch das Problem will Ubisoft in Zukunft angehen und einen speziellen Modus für Anfänger in das Spiel einbauen. Hier soll man nur mit einer Handvoll Operator auf wenigen Karten kämpfen und so die Grundzüge von Rainbow Six: Siege erlernen. Über zu wenig Neues kann man sich hingegen als Alteingesessener R6S-Zocker nicht beklagen. Wie in den Jahren zuvor, sind für 2019 wieder vier frische Maps und acht Operator angekündigt worden. Alle drei Monate wird man also (kostenlosen) neuen Content bekommen, der die Experten für eine Weile gut beschäftigen wird - zumindest diejenigen, die im Ranked-Modus zu den Besten gehören wollen oder gar Interesse an der ESL-Liga von Rainbow Six: Siege haben.
Rainbow Six Siege Reportage: Nicht ohne Ecken und Kanten
Quelle: PC Games
Die Planungsphase der neuen Operator dauert eine Weile. Man merkt anhand der Skizzen, wie viel Mühe sich die Entwickler geben.
Ganz ohne große Kontroversen kann man aber nicht auf die Geschichte von Rainbow Six: Siege blicken. So gab es natürlich in den ersten Monaten einige Spieler, die wegen der eher schlechten Server, dem kaum funktionierenden Matchmaking oder nervigen Bugs aufgehört hatten und ihren Unmut auch prominent im Internet an den Tag legten. Wir trafen auch einige Fans in Montreal, die zugaben, dass sie Rainbow Six: Siege einige Monate nach dem Release erst einmal nicht gespielt haben und erst viel später wieder losgelegt haben. Ebenso kam es bei der Community schlecht an, als Ubisoft im Januar 2018 eine Lootbox-Mechanik in das Spiel einbaute und alteingesessene Spieler für kosmetische Items zur Kasse bat. Die größte Kontroverse drehte sich aber um Ubisofts Plan, ästhetische Veränderungen am Spiel vorzunehmen, damit es auch in China veröffentlicht werden kann. So wollte man zum Beispiel jegliches Pixelblut, alle Totenköpfe und anzügliche Leuchtreklamen aus den Partien entfernen, damit man nicht gegen die strikten Regulationen auf dem asiatischen Markt verstößt. Am Ende wurde der Plan aber aufgegeben, weil viele aktive Spieler lauthals gegen die Zensurmaßnahmen wetterten. Auch hier zeigte sich, dass Ubisoft sich am Ende für seine treue R6S-Community entschied und nicht für einen neuen, potenziell lukrativen Markt.
In eine ähnliche Kerbe schlägt auch die zeitlich begrenzte Zombie-Koop-Kampagne, die Ubisoft im März 2018 zur Einführung des Operators Chimera komplett kostenlos veröffentlichte. Die aufwendig inszenierte Mission fanden die Fans so gelungen, dass manche sie als ein Zeichen dafür sehen, wie sehr am Herzen Ubisoft seine R6S-Community liegt. Ein Fan sagte uns dazu: "Aber ich denke, man sieht daran sehr gut, wie viel Aufwand Ubisoft in Siege gesteckt hat. Mal kurz für einen Monat einen kompletten Spielmodus zu entwickeln, der obendrein kostenlos ist, erlebt man nicht allzu häufig. So etwas vergisst die Community nicht." Andere sagten uns wiederum, dass Siege eines der wenigen Spiele ist, für die sie einen Season-Pass kaufen, nur um die hervorragende Arbeit der Entwickler zu unterstützen.
Rainbow Six Siege Reportage: Das dritte Standbein
Quelle: PC Games
Rainbow Six: Siege ist sehr beliebt bei Cosplayern.
Inzwischen ist die Zahl der registrierten R6S-Spieler auf über 40 Millionen angewachsen. Die Popularität von Siege ruht aber nicht nur auf Ubisofts Gespür für zeitlich passende Updates und den vielen kostenlosen Zusatzinhalten. Seit März 2016 gehört Rainbow Six zu den offiziellen ESL-Titeln und es finden regelmäßig Turniere mit sehr hohen Preisgeldern statt. Die Partien werden dabei über Twitch sowie andere Kanäle live übertragen und haben oftmals mehrere Hunderttausend Zuschauer. Beim letzten großen Turnier, dem Six Invitational 2019 in Montreal, kämpften 16 Teams aus Europa, Nord- sowie Südamerika und Asien um ein Preisgeld in Höhe von insgesamt zwei Millionen US-Dollar. Das Gewinnerteam G2 Esports mit Spielern aus ganz Europa flog so mit 800.000 US-Dollar nach Hause, das zweitplatzierte Team Empire aus Russland mit immerhin 320.000 US-Dollar. Auf dem Turnier konnten wir aber nicht nur die immensen Skills der Profi-Spieler beobachten, sondern zugleich die riesige Begeisterung für Rainbow Six: Siege. So waren viele Cosplayer in der Arena unterwegs, die sich mit ihren Verkleidungen unglaublich viel Mühe gegeben haben und von den R6S-Fans mit offenen Armen begrüßt wurden. Während der Partien konnte man wiederum sehen, wie wichtig den Zuschauern die Gefechte auf höchstem Niveau waren. Ähnlich wie bei einem Bundesligaspiel fieberten die Fans der einzelnen Teams so richtig mit und brachen in Begeisterungsstürme aus, wenn ihre Jungs einen Punkt erzielten.
Quelle: PC Games
Bereits bei den Viertel- und Halbfinalspielen war die im Place-Bell-Arena in Montreal gut gefüllt.
Viel wichtiger für Ubisoft dürfte es aber gewesen sein, dass die vor Ort gezeigten Content- und Update-Pläne für die kommenden zwölf Monate von fast allen Zuschauern und ebenso in diversen Internetforen herzlichst begrüßt wurden. Auch im vierten Jahr von Rainbow Six: Siege scheinen die Entwickler zu verstehen, was die Vielspieler von ihrem Lieblingstitel erwarten und an welchen Stellschrauben noch gedreht werden sollte. So sind auch wir guter Dinge, dass die Aussage des verantwortlichen Brand Directors Alex Remy stimmt und Rainbow Six: Siege noch viele weitere Jahre auf einem ähnlich hohem Niveau frischen Content bekommt.
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