Die Revolution bleibt aus - Was das große R6 Siege X-Update wirklich verändert

Special Tobias Meyer
Die Revolution bleibt aus - Was das große R6 Siege X-Update wirklich verändert
Quelle: PC Games 

"Siege X" bringt kein radikales Update, sondern eine Weiterentwicklung. Neue Grafik, überarbeiteter Sound und ein frischer 6-vs-6-Modus setzen Akzente, doch ob das Spiel tatsächlich revolutioniert, bleibt fraglich.

Erinnert ihr euch noch, dass Apple mal das Zählen verlernt hatte? Nach dem iPhone 7 kam direkt das iPhone X (10). Genau diese Taktik scheint sich Ubisoft nun abgeschaut zu haben. Denn statt eines vollwertigen Nachfolgers mit der Zahl "2" spendieren sie Rainbow Six Siege ein großes Update - "X".

Ähnlich wie Apple begründet auch Ubisoft diesen Schritt mit dem zehnten Jahr des Spiels. Doch die Franzosen gehen noch weiter und sprechen sogar von einer "neuen Ära". Ganz schön große Töne, die sie da spucken.

Ich durfte Siege X vorab mit Rainbow-Profi C0rnyyy ausprobieren und verrate euch, was der neue 6-vs-6-Modus kann - und ob die Veränderungen wirklich so gewaltig sind.

Sounds, Optik und andere Spielereien

Fangen wir erst einmal ganz trocken an: Was ist neu in Siege X? Wie bereits erwähnt, handelt es sich "nur" um ein Update - doch die Änderungen sind durchaus beachtlich. Mit an Bord sind eine neue Grafikengine sowie ein überarbeitetes Soundsystem. Auflösung und Texturendichte wurden deutlich verbessert und auch die Klangkulisse wurde stark optimiert: Schüsse, Schritte und andere Geräusche variieren nun je nach Raumgröße. In großen Sälen hallt ein Schuss beispielsweise stärker als in kleinen Räumen, was die Ortung von Gegnern präziser macht.

Hotspot in einem Gefecht Quelle: Ubisoft Klingt im ersten Moment seltsam - schließlich ist das in vielen anderen Spielen längst Standard. Doch Ubisoft zieht erst jetzt nach. Und obwohl Rainbow Six Siege (jetzt kaufen ) bald zehn Jahre auf dem Buckel hat, ist das keine wirklich gute Ausrede für die späte Umsetzung.

Vermutlich wollte Ubisoft mit dem bisherigen Soundmodell ein Alleinstellungsmerkmal schaffen. Bislang suchten Geräusche den kürzesten Weg durch eine Tür oder ein Fenster. Das führte dazu, dass sich Schritte oder Schüsse manchmal von links kommend anhörten, obwohl der Gegner tatsächlich rechts hinter einer Wand stand. Mit der neuen Soundmechanik dringen Geräusche nun auch durch Wände hindurch.

Auch das Grafikupdate ist diskussionswürdig. Ja, Siege X sieht besser aus als sein "Vorgänger", dennoch: Schön ist anders. Beim ersten Anflug auf die neue 6-vs-6-Map fühlte ich mich eher an Counter-Strike: Global Offensive erinnert. Und das ist immerhin ein noch älteres Spiel.

Respawn Animation Quelle: Ubisoft Während unserer Preview-Session tauchten immer wieder kleine, aber störende Fehler auf: schwebende Magazine und Aufsätze, Schatten und Rauch, die sich nicht an physikalische Gesetze hielten, sowie gelegentliche Texturfehler in den Wänden. Solche Bugs lassen sich in einer unfertigen Version zwar noch verzeihen - trotzdem hinterlassen sie einen durchwachsenen ersten Eindruck.

In der Praxis sehen die Ansprüche der Spieler wohl ohnehin etwas anders aus. Für C0rnyyy gilt, dass das Licht-und-Schattenspiel eher marginal eingesetzt werden sollte:

"Es handelt sich immer noch um einen Competitive-Shooter. Wenn sie da jetzt alles hochhauen, haben die Leute keine FPS mehr, um das zu spielen.

Du erkennst die Gegner nicht mehr, weil das [dunkle] Ecken sind, wo sich die Gegner drin verstecken. Das finden viele vielleicht atmosphärisch cool, aber in eSports-Shootern ist das halt irgendwie nicht so passend.

Ich glaube, wirklich wichtig ist für viele nur dieser Personen-Schatten. Dass du sehen kannst: Ok, die Sonne kommt von hinten und von der Seite und da siehst du den Schatten schon, bevor der Typ sichtbar bei der Tür ist."

C0rnyyy kommentiert Quelle: Ubisoft Pluspunkte sammelt Siege X, wenn es um das Gameplay geht. Beim Rappelling, also dem Abseilen an einer Wand, kann man nun auch sprinten. "Das klingt super banal, aber bei manchen Karten ist es wirklich so hart dämlich gewesen, dass du eine Wand hattest und dann war da eine Mini-Kante drin. Du musstest da runtergehen, kurz herumlaufen und wieder hoch." erklärt der Experte.

Neben dem überarbeiteten Movement führt Siege X auch neue, interaktive Objekte ein: Gasleitungen und Feuerlöscher. Beide funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip - ein gezielter Schuss löst zunächst eine beeinträchtigende Reaktion aus, gefolgt von einer Explosion.

Ein echter Gamechanger könnte jedoch das neue Bann-System werden. Bisher wurden Operator vor einem Match gebannt und blieben für beide Teams während des gesamten Spiels unspielbar. In Siege X erfolgt der Bann nun vor jeder einzelnen Runde. Das eröffnet völlig neue taktische Möglichkeiten: Teams können ihre Banns dynamisch an den Spielverlauf anpassen und so strategische Vorteile gewinnen - oder sogar ein Spiel drehen.

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