Harry Potter war gestern. Das hier ist was für echte Hexen und Zauberer!
Special
Wir sind im Early Access voon Reka mit Baba Jagas Hühnerhaus umhergezogen und haben geschaut, was das magische Cozy-Game zu bieten hat.
Wie man es aus Survival-Spielen, wie Valheim, Minecraft oder Grounded kennt, bauen wir unsere Bretterbude mit Segmenten für Boden und Wände selbst zusammen. Auf den ersten Blick wirkt der Bauplatz etwas begrenzt, da der überdimensionale Hühnerkörper als Plattform doch seine Grenzen hat. Das Spiel lässt uns hier allerdings mehr Freiheiten, da wir das Haus auch über die Plattform hinausragen lassen können.
Dabei müssen wir auch nicht auf Statik oder tragende Wände achten. Die Hexenhäuschen in Reka trotzen der Physik und lassen dadurch schön verschrobene und verwinkelte Designs zu. Für die Innenausstattung geht das Spiel deutlich mehr ins Detail. Von Schränken, Betten und Regalen, über Bilder für die Wände und Tierschädeln für die Dekoration bis hin zu getrockneten Kräuterbüscheln oder einzelnen Kerzen - Reka lässt euch viel Gestaltungsspielraum für euren verwunschenen Unterschlupf.
Quelle: Emberstorm Entertainment
Deko mit Pfiff
Allerdings bekommt man Einrichtungsgegenstände bisher nur durch versteckte Truhen in der Wildnis und durch abgeschlossene Quests. In Reka bereisen wir stets kleine zufällig generierte Landstriche mit Wäldern, Flüssen und einem kleinen Dorf. Dort leben eine Handvoll NPCs, von denen die meisten wenig zu sagen haben. Ein paar betrauen uns dann aber doch mit Aufgaben.
So wünschen sich die Einwohner bestimmte Gerichte von uns, für die das Kochsystem wichtig wird. In unserem Ofen schmeißen wir ähnlich, wie in Zelda: Breath of the Wild einfach ein paar Zutaten zusammen und schauen, ob dabei etwas Essbares herauskommt. Das System ist allerdings unflexibler, als im großen Vorbild und startet den Kochvorgang nur, wenn wir passende Zutaten ausgewählt haben. So verkommt es am Ende zu einem wahllosen Herumgeklicke.
Auch die Quests werden sehr schnell eintönig, da man die Aufgabentypen an einer Hand abzählen kann. Bring mir dies, befreie ein paar Tiere, ernte ein paar Kürbisse für mich und noch ein paar weitere Aufgaben, danach wiederholt Reka seine Missionen. Das wird anfangs noch von der Story aufgefangen. Zum Start in den Early Access enthält Reka den Prolog und das erste Kapitel.
Quelle: Emberstorm Entertainment
Monotonie im Alltag
Hier werden diese Standardquests noch in Begegnungen mit Waldgeistern und mystischen Wesen verwoben. Das macht Spaß und bringt wieder die angesprochene schaurige Stimmung. Stellenweise müssen wir sogar Entscheidungen treffen, ob wir eine gute oder eine böse Hexe sein wollen. Spürbare Auswirkungen hat das bisher aber nicht. Kämpfe gibt es in Reka übrigens keine. Das Spiel versteht sich eher als Cozy-Game.
Hat man diesen ersten Story-Happen nach zwei bis drei Stunden abgehakt, geht das Spiel nahtlos in den Sandbox-Modus über. Hier wählt man sich aus einer schlichten Oberweltkarte ein neues Spielgebiet aus, das dann zufällig nach dem bereits beschriebenen Muster erstellt wird. Doch spätestens ab diesem Zeitpunkt geht der Early-Access-Version bereits die Puste aus, denn ohne Story wird die Eintönigkeit offensichtlich.
Quelle: Emberstorm Entertainment
Jedes Gebiet ist ähnlich aufgebaut, die Quests sind ständig die Gleichen und abseits davon gibt es in der Welt nur noch wenig zu entdecken. Das führte dazu, dass wir nach gerade mal fünf Stunden Spielzeit das Gefühl hatten, alles gesehen zu haben. Von bereits angekündigten Features, wie dem Alchemiesystem für Tränke oder anderen Biomen fehlt zum Start in den Early Acces noch jede Spur.
Das soll natürlich alles noch nachgeliefert werden bis zum vollen Release. Man verlangt für den Zutritt zum Early Access zwar eher moderate 20 Euro, doch das sollte man sich beim Umfang zum Start in den Early Access trotzdem überlegen.
Einerseits fängt Reka seine Stimmung sehr gekonnt ein und zumindest Fans dieser mystischen, leicht unheimlichen Stimmung kommen hier auf ihre Kosten. Andererseits steckt zum Start in den Early Access aber wirklich nur das Allernötigste an Inhalt in Reka und das motiviert eben nur für ein paar wenige Stunden. Danach übernimmt die Monotonie das Spiel. Wir hoffen sehr, dass die Entwickler hier rasch nachliefern, denn das Setting bietet viel mehr Potenzial für eine coole Hexengeschichte. Zum jetzigen Stand verfliegt der Zauber von Reka aber noch viel zu schnell.
