Race getestet

Test Sascha Gliss

Fixe Schweden: Schneller als erwartet schicken uns die Rennspiel-Profis von Simbin erneut auf die Strecke. Diesmal mit den relativ bescheiden motorisierten Rennern der WTCC.

Boxenchaos

Blinder Holländer: Tom Coronel hat den Bremspunkt zur Rettifilo-Schikane verpasst und demonstriert die Fähigkeiten des Race-Schadensmodells. Blinder Holländer: Tom Coronel hat den Bremspunkt zur Rettifilo-Schikane verpasst und demonstriert die Fähigkeiten des Race-Schadensmodells. Im Rennen selbst passiert an den Boxen zwar nichts, aber natürlich stimmen wir hier auch in Race unser Auto ab, bevor es auf die Strecke geht. Dafür setzen uns die Entwickler einen mühsam renovierten Setup-Bildschirm vor. Der bietet dieselben Funktionen wie schon in GTR 2, ist aber mit separatem Schirm für Vorder- und Hinterachse zu arg verschachtelt. Während wir in GTR 2 (und praktisch jedem anderen Rennspiel) die Messwerte und Einstellungen für alle vier Räder auf einen Blick sehen, müssen wir in Race umständlich zwischen Vorder- und Hinterachse hin- und herklicken. Zudem sind die deutschen Texte schlecht übersetzt und passen teilweise nicht an die für sie vorgesehene Stelle.

Lenkradpflicht!

Dank gewohnt exzellenter Fahrphysik sind die Auswirkungen unserer Setup-Bemühungen auf der Strecke eindeutig erfahrbar. Besonders interessant wird die Sache natürlich dadurch, dass in der WTCC fast ausschließlich Fronttriebler zum Einsatz kommen. In engen Kurven untersteuern die tendenziell, ziehen also mit der Vorderachse nach außen. Dementsprechend anders müssen wir die Wagen im Vergleich zu Hecktrieblern einstellen und über die Strecke bewegen. Mit einem Force-Feedback-Lenkrad ist das auch kein Problem, denn Simbin-typisch bietet auch Race ein hervorragendes Fahrgefühl.

Nach eigener Aussage haben die Entwickler die Fahrphysik überarbeitet und den Anforderungen der WTCC-Autos angepasst. Das spüren wir gleich in der ersten Kurve, in die wir uns mit einem Fronttriebler wagen. Den haben wir zwar nach der Regel abgestimmt, dass ein untersteuernder Wagen möglichst übersteuernd ausgelegt werden sollte, trotzdem rutscht der Alfa Romeo 156 bei zu hoher Geschwindigkeit über die Vorderräder. Neuer Versuch in der nächsten Kurve: Mit kurzem Ruck am Lenkrad und einem Gaslupfer überreden wir das Heck zum Mitlenken. Der Alfa wird hinten leicht, keilt kurz aus, dreht sich dann aber doch in die Kurve hinein.

Mach’ sie nass!

Besonders herausfordern wird es auf den Strecken, wenn wir das Wetter von »trocken« auf »Regen« stellen. Gerade die Fronttriebler leiden dann unter akuter Traktionsschwäche -- genau wie im echten Leben. Im Vergleich zu GTR 2 machen Regenrennen optisch deutlich mehr her. Race bietet die vielleicht realistischsten Regentropfen der Spielegeschichte, funktionierende Scheibenwischer und schön nebelig aufgewirbelte Gischtfontänen auf der Strecke. Damit vervollkommnen die Entwickler den Look des Spiels, das einen kleinen Tick besser ausschaut als GTR 2. Die Wagen sind hoch detailliert: Auch Kleinigkeiten wie die Schnellverschlüsse der Hauben sitzen an der richtigen Stelle, und selbst winzige Details wie die Reifenventile wurden diesmal als echte 3D-Objekte ins Spiel eingebaut. Das umfangreiche Schadensmodell inklusive wegfliegender Karosserieteile und Räder hingegen erinnert schwer an GTR 2, sein physikalisches Pendant wirkt noch einen Tick besser.

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