Quake 2: Starkes Remaster im Test mit Video - So belebt man einen Klassiker wieder!

Test Felix Schütz
Quake 2: Starkes Remaster im Test mit Video - So belebt man einen Klassiker wieder!
Quelle: Bethesda

Das Original war spitze, die Neuauflage ist besser: Quake 2 glänzt als Remastered-Version mit sinnvollen Upgrades, neuen Inhalten, verbesserter Technik und blitzsauberer Konsolenumsetzung. Update: Jetzt mit Video-Review.

Die Shooter-Spatzen pfiffen es schon lange von den Dächern, auf der Quakecon war's dann aber endlich so weit: Bethesda hat Quake 2 ein lange überfälliges Remaster-Upgrade verpasst. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen! Die Entwickler haben schickere Grafik, verbessertes Gameplay und neue Inhalte in diese Version gepackt, ohne dabei den Geist des Originals zu verwässern. Wer das alte Quake 2 bereits auf Steam oder bei GOG besitzt, erhält die verbesserte Version außerdem als kostenlosen Download. Mehr als fair! Und auch Konsolenspieler kommen nun endlich (wieder) in den Genuss von Quake 2, denn die Neuauflage ist gleichzeitig auch für PS4, PS5, Xbox One, Xbox Series S/X und Nintendo Switch erschienen. Ihr wisst, was das heißt: Höchste Zeit, die alte Minigun abzustauben, die BFG zu schultern und den Raketenwerfer durchzuladen! Wir ballern uns noch einmal durch die Reihen der Stroggs und finden heraus, ob der Kult-Shooter auch nach 26 Jahren noch knallt.

Bevor ihr euch wundert: Quake 2 (jetzt kaufen ) verzichtet auch in der Neuauflage auf den Namenszusatz "Remastered" oder "Enhanced". Ihr findet das Spiel in den Shops also weiter nur als "Quake 2". Über Steam und GOG könnt ihr auf Wunsch auch zu alten Versionen wechseln, um beispielsweise bestimmte Mods zu spielen.

Update: Den Test gibt's jetzt auch als Video-Review. Alternativ auch auf Youtube.

Altes Spiel mit neuen Tricks: Das steckt im neuen Quake 2

Für die Neuauflage hat Bethesda ein weiteres Mal Nightdive Studios und Machine Games beauftragt, die schon beim ersten Quake saubere Arbeit geleistet haben. Zusammen haben sie ein dickes Paket geschnürt: Ihr bekommt neben dem Hauptspiel nicht nur beide offiziellen Add-ons von Quake 2, sondern auch eine brandneue, knackige Kampagne "Call of the Machine", die ähnlich wie "Dimension of the Machine" aus dem letzten Remaster aufgebaut ist. Als Bonus wurde außerdem Quake 2 64 portiert, damit ist es offiziell die erste Möglichkeit, den Nintendo-64-Shooter auch auf anderen Plattformen zu erleben. Quake 2 64 ist übrigens ein eigenständiges Spiel und kein einfacher Port der PC-Fassung. Und nein, es erreicht nicht das Niveau des Originals. Doch für Quake-Liebhaber, die gerne alles haben wollen, ist es trotzdem ein gefundenes Fressen. Die werden sich außerdem über die neue Galerie freuen, in der ihr euch Artworks, Produktionsnotizen, Anekdoten und Hintergrundinfos von id Software anschauen könnt - ein schönes Extra, das eigentlich in jede ordentliche Neuauflage gehört.

Bildergalerie

Auch am Spiel selbst wurde einiges verbessert. Die Bewegungen der Gegner wurden nicht nur verschönert, manche verfügen nun auch über neue Animationen, die noch ungenutzt im Spielcode verborgen lagen. Dabei wurden auch gleich die KI-Verhaltensmuster überarbeitet und erweitert, so dass die Gegner nun eine größere Herausforderung bieten. Enforcer und Guards können nun beispielsweise von höheren Plattformen springen und geschickter ausweichen, außerdem haben Berzerker (die eh schon nicht ohne waren!) einen mordsgefährlichen Sprungangriff erhalten, mit dem sie hohe Distanzen überbrücken können. Der Angriff des Parasite (ein Hund im Strogg-Format) wurde ebenfalls überarbeitet, seine Zunge verhakt sich nun an Wänden und macht ihn für einen Augenblick wehrlos. Damit das alles rund läuft und flotter reagiert, wurden die Tickrate und manche Animationen angepasst, Treffer fühlen sich dadurch etwas genauer an.

Auf Wunsch könnt ihr alle Kampagnen auch im Koop-Modus spielen, online oder lokal im Splitscreen. Quelle: PC Games Auf Wunsch könnt ihr alle Kampagnen auch im Koop-Modus spielen, online oder lokal im Splitscreen. Eine schöne Ergänzung gibt's besonders für Konsolenspieler: Waffen und Ausrüstung könnt ihr nun über ein neues Ringmenü auswählen. Dabei wird die Action genau wie in Doom Eternal stilvoll verlangsamt, was gut aussieht und noch dazu richtig praktisch ist. In einem dieser Menüs befindet sich außerdem eine sehr nützliche Neuerung: der Kompass! Das originale Quake 2 sorgte noch bei manchen Spielern für Kopfkratzen, Schuld daran war der ungewohnte Levelaufbau: In den grau-braunen Kulissen wusste man manchmal einfach nicht, wohin man gehen sollte. Der Kompass schafft hier Abhilfe, er blendet auf Wunsch eine grüne Markierung ein, die euch zuverlässig ans Ziel führt. Und wem das zu modern ist, kann das Feature ganz einfach ignorieren - gut gelöst!

Quake 64 ist zum ersten Mal auf PC und anderen Konsolen spielbar. Quelle: PC Games Quake 64 ist zum ersten Mal auf PC und anderen Konsolen spielbar.

Gelungene Frischzellenkur

Technisch hat sich auf den ersten Blick wenig getan, schließlich handelt es sich nicht um ein grundlegendes Remake. Unter der Haube wurden aber viele Verbesserungen vorgenommen. Pfeilschnelle Frameraten, hohe Auflösungen bis hin zu 4K, 120Hz auf dem PC und Anti-Aliasing verstehen sich von selbst, außerdem lässt sich das Sichtfeld (FOV) problemlos einstellen, sogar auf der Nintendo Switch. Auf den zweiten Blick zeigen sich außerdem ein paar Neuerungen, die Quake 2 spürbar aufhübschen, ohne seinen ursprünglichen Look zu verfälschen. So gibt es nun eine schönere Beleuchtung und vor allem dynamische Schatten. Dadurch erhalten nicht nur Gegner, sondern auch bewegliche Objekte (wie z.B. Kisten auf einem Förderband oder ein Deckenventilator) einen realistischen Schattenwurf. Im Jahr 1997 war das - zumindest in dieser Qualität - noch undenkbar.

Passend dazu wurden die alten Umgebungstexturen gleich noch mit vorgefertigter Umgebungsverdeckung aufgehübscht. Neues Mündungsfeuer wertet die Action ein wenig auf, es gibt frische Transparenzeffekte und Glow Maps sorgen dafür, dass manche Objekte wie Computer Terminals ein wenig leuchten. Was außerdem sofort ins Auge sticht:: Die seltsam wabernden Texturen (vor allem auf Waffen), die seinerzeit noch typisch für die Quake-2-Engine waren, sind mittlerweile Geschichte. Das Bild wirkt dadurch deutlich sauberer und ruhiger. Tipp: Auf dieser Seite stellt Bethesda detailliert die vielen technischen Verbesserungen vor.

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