Project Zero: Priesterin des schwarzen Wassers im Test, Seite 2

Test Marc Schmidt Lukas Schmid
Project Zero: Priesterin des schwarzen Wassers im Test, Seite 2
Quelle: Tecmo Koei

Project Zero: Priesterin des schwarzen Wassers will uns das Fürchten lehren - oder ist's einfach nur furchtbar? Das klären wir im Test für PS5, Switch & Co.

Und obwohl das Spiel immer wieder Hinweise auf das Ende gibt und wir vieles davon vorhersehen konnten, waren wir überrascht.
Dank der verschiedenen Ausgänge der Geschichte bietet Project Zero zudem ordentlichen Wiederspielwert. Ihr müsst aber nicht wieder von vorne anfangen, um alle Varianten des Finales zu sehen, sondern könnt einfach Schlüssel-Episode erneut spielen und andere Entscheidungen treffen.

Das Kernthema der Handlung ist der Tod, insbesondere der selbstbestimmte Tod. Diese ernste Thematik verbindet das Spiel mit jeder Menge okkultem Gruselspaß.

Was es genau mit dem "schwarzen Wasser" auf sich hat, wieso die Arbeiter auf dem Berg verschwunden sind und was zur Hölle in unseren ersten Spielminuten passiert ist, verraten wir euch hier natürlich nicht.

Film, made in Germany

Film, made in Germany. Aus welchem Grund auch immer stammen die Filmrollen in Project Zero aus Deutschland. Wie diese jedoch in so großen Massen in einem Suizidwald gelandet sind, ist noch viel interessanter. Quelle: PC Games Film, made in Germany. Aus welchem Grund auch immer stammen die Filmrollen in Project Zero aus Deutschland. Wie diese jedoch in so großen Massen in einem Suizidwald gelandet sind, ist noch viel interessanter. Die zentrale Spielmechanik stellt die "Camera Obscura" dar. Die Steuerung funktioniert bei entsprechend ausgestatteten Gamnepads durch Bewegung des Controllers. Wer dieses Bewegungs-Gimmick nicht möchte, kann es aber auch einfach ausschalten. Dank der Kamera können wir Dinge aus dem Jenseits wahrnehmen, die mit bloßen Auge nicht sichtbar sind. Das können zum Beispiel Bücher oder Schlüssel sein.

Viel wichtiger aber: Wir können mit der Camera die Geister der Verstorbenen bekämpfen, die auf dem Berg hausen. Angriffe der Geister können wir entweder kontern, indem wir sie im richtigen Moment fotografieren oder rechtzeitig ausweichen. Und hier stoßen wir auf das erste Problem.

In engen Räumen passiert es oft, dass wir beim Ausweichen gegen die Wand springen und die Fieslinge uns doch noch erwischen. Die Geister im richtigen Moment zu fotografieren, aktiviert das "Tödliche Foto" und wir können in kurzer Zeit mehrere Fotos schießen. Dieser "Fatal Frame" ist nicht nur namensgebend für die US-Amerikanische Version des Spiels, sondern wird auch nicht immer korrekt erkannt.

Ihr könnt eure Kamera mit verschiedenen Arten von Filmrollen ausstatten. Diese sind, wie eine Aufschrift verrät, warum auch immer "Made in Germany" und je nach Variante unterschiedlich stark. Wirklich abwechslungsreich sind die Foto-Fights leider nicht. Die Mechanik bleibt durchgehend gleich und auch Objektive mit verschiedenen Fähigkeiten ändern daran wenig. Dank denen kann man die Spukgestalten zum Beispiel betäuben oder den Schaden gegen bestimmte Gegner verstärken.

Verschenktes Potential

Mit der Camera Obscura begeben wir uns auf Geisterjagd. Durch geschicktes Drehen der Kamera können wir dadurch Kombos auslösen, die zusätzlichen Schaden verursachen. Eine interessante Abwechslung.  Quelle: PC Games Mit der Camera Obscura begeben wir uns auf Geisterjagd. Durch geschicktes Drehen der Kamera können wir dadurch Kombos auslösen, die zusätzlichen Schaden verursachen. Eine interessante Abwechslung.  Die Auseinandersetzungen mit den Geistern wirken oft kraftlos, die Angriffe der Geister, die Schreie und das Zur-Seite-Hüpfen spielen sich steif. Das Verpuffen der Geister nach einem harten Kampf, der mit schwachem Film gerne mal fünf Minuten dauern kann, ist nicht gerade befriedigend.

Wir haben Project Zero für unseren Test auf der Schwierigkeit "Normal" gespielt. Der Game-Over-Screen war dabei ein recht seltener Gast. Nach Abschluss der Geschichte schaltet man jedoch den fordernderen Schwierigkeitsgrad "Albtraum" frei.

Ein weiterer nerviger Aspekt sind die fehlenden Schnellzugriff-Optionen. Jedes Mal, wenn wir uns heilen wollen, müssen wir mitten im Kampf das Menü öffnen, um unsere Medizin zu schlucken. Das reißt einen raus.

Das nächste Unding im Gameplay-Bereich ist die fehlende manuelle Speicherfunktion. Wie kann es sein, dass ein Spiel im Jahr 2021, auch, wenn es ein Port ist, keine Möglichkeit bietet, das Spiel jederzeit zu sichern? Die Autosave-Punkte sind je nach Areal mal mehr, mal weniger sporadisch gesetzt. Dennoch gibt es Momente, in denen man einfach keine Zeit hat, bis zum nächsten Speicherpunkt zu spielen. Anstatt das Spiel etwa in diesem Punkt ernsthaft zu verbessern, hat man den Fokus lieber auf andere Aspekte gelegt.

Aus der Zeit gefallen

Die Gesichter haben eine angemessene Überarbeitung erfahren, hier Miu Hinasaki. Leider kann man das von den restlichen Texturen nicht sagen.  Quelle: PC Games Die Gesichter haben eine angemessene Überarbeitung erfahren, hier Miu Hinasaki. Leider kann man das von den restlichen Texturen nicht sagen.  Die Neuauflage beinhaltet neue Outfits und einen Schnappschuss- bzw. Fotomodus. Beide Funktionen lassen sich unter "nettes Goodie" verbuchen. Dazu kommt eine visuelle Überarbeitung, die man jedoch nur bei sehr genauem Hinsehen bemerkt.

Die Filmsequenzen wurden etwa überarbeitet, so wurde der Detailgrad der Gesichter leicht verbessert und auch die Texturen haben ein paar mehr Details spendiert bekommen. Außerhalb der Sequenzen ist der Unterschied kaum zu sehen. Dabei haben wir das Spiel sowohl auf der Switch, als auch auf der leistungsstärkeren PS5 gespielt. Hier hat die Playstation zwar leicht die Nase vorn, jedoch ist der Unterschied wirklich marginal.

Die Grafik stammt schlicht aus dem Jahr 2015, als Project Zero 5 das erste Mal veröffentlicht wurde. Die Gesichter sind manchmal etwas zu plastisch, was die Mimik der Figuren steif wirken lässt und die englische Vertonung ist nicht immer Lippensynchron.
All diese großen und kleinen Makel summieren sich zu einem unbefriedigenden Gesamtergebnis.

Japano-Horrorspaß für jedermann?

Ist Project Zero trotzdem für irgendjemanden empfehlenswert? Kurze Antwort: Ja, wenn einen das Thema interessiert.

Die Stärke ist ganz klar die Geschichte. Diese spricht trotz der lächerlichen Outfits ernste Themen an, ist tiefgründig und am Ende auch sehr emotional. Die Mechanik der Camera Obcura bietet zumindest kurzzeitig eine nette Abwechslung zur sonst üblichen Schrotflinte.

Beim Horror-Aspekt schwächelt Project Zero, dennoch wirkt die Welt im Großen und Ganzen stimmig.

Wer mit diesen Schwächen leben kann, kann zugreifen, muss es angesichts deutlich besserer Horror-Alternativen auf allen Plattformen aber auch nicht.

Project Zero: Priesterin des schwarzen Wassers ist am 28. Oktober 2021 für PC, PS5, PS4, Xbox Series X/S, Xbox One und Nintendo Switch erschienen.

Hinweis: Die PC-Fassung

Für unseren Test stand uns kein PC-Code zur Verfügung. Aktuell berichten viele Spieler aber von Problemen mit der Fassung. So gibt es keinen richtigen Maus-Support, zudem gibt es Probleme mit der Bildwiederholungsrate. Interessierte PC-Spieler sollten somit unter Umständen einen Patch abwarten, der sich dieser Makel annimmt, der Day-One-Patch hat sie noch nicht gelöst.

Meinung

Wertung zu Project Zero: Priesterin des schwarzen Wassers (PS5)

Wertung:

6.0 /10

Wertung zu Project Zero: Priesterin des schwarzen Wassers (NSW)

Wertung:

6.0 /10
Pro & Contra
Ernste GeschichteCamera Obscura sorgt für AbwechslungGute englische VertonungHoher Wiederspielwert
Erzählerische Schwächen im MittelteilLasche KämpfeLächerliche Kostüme zerstören AtmosphäreKein Item-Schnellzugriff
Fazit

Project Zero ist ein netter Gruselspaß mit markanten Schwächen, dem man sein Alter stark anmerkt.

Bildergalerie

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