Project Zero: Priesterin des schwarzen Wassers im Test - wenn man Horror bei Wish bestellt
Test
Project Zero: Priesterin des schwarzen Wassers erschien erstmals 2015 für die Nintendo Wii U. Da diese ja bekanntlich ein Griff ins Klo war, wagt Koei Tecmo mit einer Portierung für alle gängigen Konsolen und den PC einen neuen Versuch. Doch kann sich der Gruselspaß aus Japan auch 2021 noch gegen die Konkurrenz behaupten? Das klären wir in unserm Test.
Wasser, überall Wasser! Schwarzes Wasser! Plötzlich tauchen halbdurchsichtige Frauen in Roben aus den dunklen Fluten empor. Panisch sehen wir uns um. Eine Tür, ein Ausweg. Wir rennen durch enge Gänge, dicht gefolgt von den unheimlichen Gestalten. Die nächste Tür knallt uns vor der Nase zu. Eine Vision voller Leid und Tod erschüttert uns. Wir können wieder klar denken.
Schwarzes Wasser läuft die Holzdielen entlang und auf ihnen schreitet eine Frau mit einer Blume im Haar. Wir rütteln an der schweren Eisentür und endlich geht sie auf. Eine Kiste steht vor uns. Mit einem Rumms platzt sie auf, das Wasser umschlingt uns fest und eine schemenhafte Gestalt rast uns entgegen.
Das sind die ersten Minuten von Project Zero: Priesterin des schwarzen Wassers und sie lassen ein mitreißendes Horror-Abenteuer erwarten - eigentlich.
In diesem Artikel
Japan bleibt Japan
Quelle: PC Games
Yuri nimmt unter den drei Protagonisten am meisten Platz ein. Nach einem tragischen Unfall hat sie die Fähigkeit entwickelt, Geister aus der Vergangenheit zu sehen. Diese Gabe wird auch als Schattenwahrnehmung bezeichnet
In Project Zero: Priesterin des schwarzen Wassers, dem fünften Teil der Reihe, der ursprünglich für die gefloppte Wii U erschien, erleben wir eine japanische-Horror-Geschichte aus der Sicht von drei Protagonisten: Yuri, Miu und Ren. Dabei werden wir von Sekunde eins an daran erinnert, dass das Spiel aus Japan stammt. So tragen die weiblichen Figuren kurze Kleidung und haben meist eine große Oberweite. Durch freischaltbare Outfits sind sie wahlweise noch knapper bekleidet. Keine Bange, ihr benötigt kein Vorwissen aus anderen Teilen und werdet Schritt für Schritt in die Welt eingeführt.
Alle drei Charaktere werden von uns im Laufe des Abenteuers gespielt, jedoch steht Yuri dabei etwas mehr im Vordergrund als die anderen. Nachdem Yuri ihre Eltern bei einem Autounfall verloren hat, begann sie, Geister und Visionen aus der Vergangenheit zu sehen.
Als sie eines Tages plötzlich verschwand, erhielt die Detektivin Hisoka Kurosawa die Aufgabe, Yuri zu finden. Hisoka fand die junge Frau vor dem Abgrund einer Klippe, wo Yuri sich ihr Leben nehmen wollte. Hisoka reagierte blitzschnell und rettete ihr so das Leben.
Seitdem lebt Yuri bei der Detektivin, die nebenbei noch ein Antiquitäten-Geschäft betreibt. Komische Kombo.
Der Schauplatz der Geschichte ist der Berg Hikami. Der war ein beliebter Tourismus-Hotspot, bis ein Erdrutsch alles zerstörte. Nachdem bei Aufräumarbeiten mehrere Arbeiter wie von Geisterhand verschwanden, brach man die Arbeiten ab und verbot den Zutritt. Der Ort war schon immer eng mit dem Tod verwurzelt und so kommen nun Menschen auf den Berg, um ihr eigenes Leben zu beenden.
Wem das etwas bekannt vorkommt: Tatsächlich beruht die Spielwelt auf einem realen Ort, dem Wald Aokigahara, gemeinhin als "Selbstmordwald" bekannt. Gruselig!
Story: Top oder Flop?
Quelle: PC Games
Eine Frau taucht aus einer Kiste voll schwarzem Wasser empor. Solche bizarren Szenen gibt es in Project Zero immer wieder. Gruselig sind sie aber nicht wirklich.
Das Durchspielen der Geschichte dauert circa zehn Stunden, ein ebenfalls enthaltenes Bonuskapitel weitere 30 Minuten. Wobei wir uns beim Test immer recht ausführlich umgesehen haben, um nichts zu verpassen.
Unser Abenteuer wird in Episoden erzählt, die sich am besten mit Leveln vergleichen lassen. Sie sind relativ linear gehalten, bieten aber doch etwas Freiheit zur Erkundung.
Die Geschichte rund um den Berg und seine Geheimnisse wird sehr viel über Schnipsel und Bücher erzählt, die wir in der Welt finden. So formt sich nach und nach ein immer vollständigeres Bild.
Die Gespräche bieten englische und wahlweise japanische Vertonung. Die Synchro ist gut gelungen. Fast die ganze Geschichte ist zudem mit deutschen Untertiteln versehen, nur, wenn die die Geister etwas vor sich hinbrabbeln, fehlen sie manchmal.
Gruselstimmung light
Quelle: PC Games
Eine alte Karte zeigt uns eine grobe Übersicht über den Berg Hikami. Sie stammt noch aus der Zeit, als der Berg als Touristenattraktion genutzt wurde.
Gruselstimmung kam im Test leider nicht so richtig auf. Die Jumpscares sind oft seltsam getimet und auch sonst gibt uns das Spiel nie das Gefühl, in echter Gefahr zu sein. Wenn doch einmal für einen kurzen Moment Spannung aufkommt, löst das Spiel diese sofort wieder auf.
Des Weiteren sabotiert sich das Spiel mit dem Kleidungsstil der Protagonisten selbst. Es ist einfach nicht glaubwürdig, dass die Personen immer wieder in viel zu kurzen Klamotten und ohne Proviant an einen so gefährlichen Ort kommen, nur um sich dann zum X-ten Mal die Knie aufzuschürfen.
Der Mittelteil des Spiels wirkt durch das nervige Suchen von bestimmten Orten und Dingen auf der Karte manchmal mehr wie Beschäftigungstherapie. Frust kommt dabei dann auf, wenn uns das Spiel wenig bis kaum Hilfestellung gibt und wir jeden einzelnen Raum ablaufen müssen. Gegen Ende nimmt die Geschichte jedoch wieder deutlich an Fahrt auf.
Weiter geht's auf Seite 2!
