Project Zero: Priesterin des schwarzen Wassers - Vorschau zum Horror-Spaß

Special Lukas Schmid
Project Zero: Priesterin des schwarzen Wassers - Vorschau zum Horror-Spaß
Quelle: Tecmo Koei

Als Wii-U-Exklusivling hoffnungslos im schwarzen Wasser untergegangen, erhält das Horrorspiel mit dem langen Namen nun eine zweite Chance, die Menschen das Fürchten zu lehren. Gelingt das?

Gehört Nintendo die Project-Zero-Marke, oder Fatal Frame, wie sie in anderen Teilen der Welt heißt? Nun, zumindest dachten das die meisten Beobachter bisher wohl. Vor vielen Jahren hieß es, dass die Rechte an den Mario-Konzern übergegangen wären, dementsprechend erschienen die letzten paar Remakes, Spin-offs und eben Projekt Zero: Priesterin des Schwarzen Wassers dann auch exklusiv für Wii, Wii U und Nintendo 3DS. Die Neuauflage von Priesterin des Schwarzen Wassers erscheint nun aber eben am 28. Oktober 2021 neben der Switch auch noch für die restlichen Plattformen, also PC, PS5, PS4 und die Xbox-Konsolen, zudem fungiert anders als auf Wii U nun nicht Nintendo als Publisher, sondern Tecmo Koei, die zuvor nur für die Entwicklung zuständig waren. Man darf also durchaus verwirrt sein!

Horror, die Zweite

Japan will be Japan, deswegen sind die weiblichen Figuren knapp bekleidet, dank optionaler Kostüme noch knapper. Quelle: Tecmo Koei Japan will be Japan, deswegen sind die weiblichen Figuren knapp bekleidet, dank optionaler Kostüme noch knapper. So oder so ist es aber schön, dass dem Horrorspiel nun eine zweite Chance vergönnt wird, denn mit Blick darauf, dass es sich dabei ohnehin um ein Nischenprodukt handelt, das noch dazu auf einer wenig verbreiteten Konsole festsaß, kam kaum jemand in die Verlegenheit, es zu spielen. Klassischen Horror sieht man zwar immer gern, aber heute leider sehr selten, noch dazu mit dermaßen japanischer Prägung. In Priesterin des Schwarzen Wassers verschlägt es uns in einen Wald am Fuße des Berges Hikami, in dem es zu überbordernd vielen Selbstmorden kommt und wo Geister ruheloser Seelen ihr Unwesen treiben. Vorbild dafür ist ohne jede Frage der reale Wald Aokigahara, dem - ohne den übernatürlichen Aspekt - dieselbe, traurige Rolle zukommt und der vor einiger Zeit durch das respektlose Verhalten des Youtubers Logan Paul in den Fokus der Öffentlichkeit gelangte.

Immer wieder erhalten wir mittels schön inszenierter Sequenzen Einblicke in die furchtbaren Ereignisse aus vergangenen Tagen. Quelle: Tecmo Koei Immer wieder erhalten wir mittels schön inszenierter Sequenzen Einblicke in die furchtbaren Ereignisse aus vergangenen Tagen. Vor intelligenzbefreiten Internetsternchen bleiben wir im Spiel jedoch dankenswerterweise bewahrt. Die drei Protagonisten Yuri Kozukata, Ren Hojo und Miu Hinasaki müssen sich aber mit allerlei Spukgestalten herumschlagen, jeder der drei zu einer anderen Zeit. Dabei wird aber nicht mit Pistole oder Baseballschläger vorgegangen. Stattdessen hört die einzige Möglichkeit, sich zu verteidigen, auf den Namen Kamera Obscura. Dieser antike Fotoapparat kann mehr, als bloß hübsche Schnappschüsse anzufertigen. Stattdessen fügt er den angriffslustigen Astralfiguren Schaden zu, besonders viel, wenn wir sie entsprechend gut vor die Linse bekommen. Ein Highscore-System bewertet unsere Geisterjagd, das nagt durch diverse Einblendungen an der Atmosphäre, ist spielerisch aber nett.

Die Kamera Obscura ist die einzige Möglichkeit, uns gegen die zahllosen Geister zur Wehr zu setzen. Dabei muss auf das Vorhandensein von Filmrollen geachtet werden. Quelle: Tecmo Koei Die Kamera Obscura ist die einzige Möglichkeit, uns gegen die zahllosen Geister zur Wehr zu setzen. Dabei muss auf das Vorhandensein von Filmrollen geachtet werden. Dahinter versteckt sich eine Upgrade-Mechanik, dank der wir die Kamera mit verschiedenen Objektiven und Spezialfähigkeiten ausrüsten können. Schön: Auf der Wii U mussten wir das Gamepad hin- und herbewegen, um uns mit der Kamera umzusehen. Das nutzte zwar relativ gut die Gamepad-Fähigkeiten der Konsole aus, war aber ungemein nervig und sorgte dafür, dass man die Hälfte der Zeit nicht auf den Fernsehbildschirm, sondern an die Wohnzimmerwand guckte. Weiterhin gab es Bewegungsspielereien, etwa dann, wenn wir etwas aufheben wollten und eine Geisterhand unseren Arm fasste - das passierte ständig und war extrem stressig. Inwiefern dieses Gimmick verschwunden ist, lässt sich noch nicht sagen. Dass wir die Kamera nun ganz normal mit dem Analogstick herumbewegen können, davon ist aber auszugehen. Klappte in den Vorgängern ja schließlich auch problemlos.

Geisterfahrer auf dem Pfad

Die gruselige Geschichte des Abenteuers entspinnt sich nach und nach und dreht sich um Motive wie Schuld, Rache und die Dämonen der eigenen Vergangenheit. Quelle: Tecmo Koei Die gruselige Geschichte des Abenteuers entspinnt sich nach und nach und dreht sich um Motive wie Schuld, Rache und die Dämonen der eigenen Vergangenheit. An der grundsätzlichen Struktur des Spiels dürfte sich nichts ändern. Das heißt, uns erwarten lineare Gebiete, die wir wegen des Protagonistentrios sowie mancher Missionen, die uns in bereits besuchte Gebiete zurückführen, meist mehr als einmal zu Gesicht bekommen. Dieses Backtracking ist jetzt keine Katastrophe, aber auch nicht wirklich spielspaßfördernd. Dafür sind die Areale aber schön gestaltet und stecken vor allem voller gruseliger Überraschungen. Nicht jede Spukgestalt greift uns an, manche lungern einfach nur herum, starren uns aus der Ferne an und sorgen damit für eine (un)angenehme Grundstimmung. Das heißt übrigens nicht automatisch, dass Priesterin des Schwarzen Wassers allzu gruselig ist. Schnell hat man sich an das Schema gewöhnt, man läuft also rum, trifft Geister, fotografiert sie ins endgültige Nirvana, danach Wiederholung. Allzu viele Rätsel gibt es nicht, das war in den Vorgängern noch anders. Die meiste Zeit läuft man wirklich nur einen Pfad entlang und fühlt sich dabei an einen Walking Simulator erinnert.

Arigato, Geist-san! *kicher*

In manchen Aspekten torpedieren die Entwickler die Atmosphäre selbst, etwa durch die zahlreichen Kostüme, die man den Spielfiguren anlegen kann. Was für eine Überraschung: Bei den Heldinnen fallen die über weite Strecken ganz schön knapp aus. Es bleibt abzuwarten, ob die im Wii-U-Original enthaltenen Nintendo-Klamotten basierend auf diversen Figuren des Mario-Konzerns Switch-exklusiv erneut ausgerüstet werden können oder ob sie über alle Plattformen hinweg gestrichen wurden. Auf jeden Fall mit an Bord sind neue Kostüme, auch die knappen, sowie ein Fotomodus. Man merkt schon: das beste Horrorspiel aller Zeiten war Priesterin des Schwarzen Wassers schon bisher nicht und wird es wohl auch auf Switch nicht sein. Für einen netten Gruseltrip taugt's aber bestimmt.

Meinung

Bildergalerie

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk