Triangle Strategy im Test: Eines der besten Taktik-RPGsseit langer Zeit - Seite 2

Test Nicolai Brülke Lukas Schmid
Triangle Strategy im Test: Eines der besten Taktik-RPGsseit langer Zeit - Seite 2
Quelle: Square Enix

Ob Triangle Strategy, das Taktik-RPG von Square Enix, an die guten Eindrücke der Demo anknüpfen kann, klärt unser Test.

Denn ein falsch getroffener Entschluss kann schnell zum vorzeitigen Ende des Spiels führen. In diesem Fall werdet ihr wieder zum Zeitpunkt der Entscheidung zurückgesetzt und könnt einen neuen Weg wählen. Bevor ihr allerdings mit den Überzeugungsversuchen startet, solltet ihr euch noch etwas in der Welt umsehen. Hier kommt mit den Erkundungsabschnitten der dritte Teil des Gameplays hinzu.

In diesen bewegt ihr euch frei in dem Gebiet, in dem ihr euch gerade aufhaltet. Neben nützlichen Items und Geld findet ihr dort Informationen für eure Verhandlungen, hört euch die Meinungen und Anliegen der Bürger an und gebt ihnen, wenn nötig, Antworten auf ihre Fragen. Zwischen den Abschnitten und vor den Kämpfen könnt ihr außerdem jederzeit euer Feldlager aufsuchen. Dort habt ihr die Möglichkeit, eure Charaktere aufzustufen, ihre Waffen und Fähigkeiten zu verbessern und Items beim Händler zu (ver)kaufen. Und falls ihr mal etwas Ablenkung vom normalen Kampfgeschehen sucht, könnt ihr Übungsgefechte bestreiten und mit euren Verbündeten plaudern, bis ihr euch der nächsten knallharten Aufgabe stellen müsst.

Homo politicus

Euer Leben als Kriegsgeneral gibt euch ein umfassendes Areal an Aufgaben, die weit über das bloße Kämpfen auf dem Schlachtfeld hinausgehen.

Der junge Fürst von Wolffort mit dem Namen Serenoa übernimmt die Rolle des Protagonisten in Triangle Strategy. Und er hat es nicht leicht! Quelle: PC Games Der junge Fürst von Wolffort mit dem Namen Serenoa übernimmt die Rolle des Protagonisten in Triangle Strategy. Und er hat es nicht leicht! Der Weg zum Frieden ist steinig und ihr müsst auch immer wieder eure politischen Fähigkeiten unter Beweis stellen. Nicht nur wichtige Oberhäupter anderer Königreiche müssen überzeugt werden, auch die einfachen Bürger eurer Stadt haben Probleme und Sorgen, denen ihr als Oberhaupt Gehör schenken müsst.

Dabei nimmt jede eurer Handlungen und Entscheidungen Einfluss auf Serenoas Einstellung. Letztlich entscheidet ihr, ob er als Anführer eher dem Freiheitsgedanken, dem Moralgefühl oder dem Nutzdenken folgt und die Geschichte verändert sich dementsprechend. Diese Art System wurde bereits in vielen Spielen ähnlich umgesetzt, hat bei den wenigsten aber wirklich gut funktioniert.

Und auch in Triangle Strategy ist es nicht perfekt ausgearbeitet. Man findet nämlich während des Spielens nicht heraus, wodurch genau jetzt welcher Gesinnungswert verändert wird. Nur durch die verschiedenen Antwortmöglichkeiten bei Verhandlungen oder Gesprächen kann man sich die Gesinnung erschließen.

Dazu kommt, dass der Wert nicht wirklich Einfluss auf das Spielgeschehen hat. Die einzige merkliche Auswirkung ist die Möglichkeit, neue Charaktere zu rekrutieren, wenn ein bestimmter Gesinnungswert hoch genug ist. Ein Einfluss auf die Story ist, wenn überhaupt vorhanden, nicht zu definieren. Das schmälert aber zumindest nicht die packende Geschichte, die das Spiel erzählt.

Vivere est militare

Die Waage des Urteils ist ein wichtiges Hilfsmittel Serenoas. Sie wird euch vor einige knifflige Entscheidungen stellen. Ihr müsst versuchen, eure Gefährten, die ebenfalls abstimmen, von euren Ansichten zu überzeugen, sodass am Ende ein Entschluss herauskommt, hinter dem ihr voll und ganz steht. Quelle: PC Games Die Waage des Urteils ist ein wichtiges Hilfsmittel Serenoas. Sie wird euch vor einige knifflige Entscheidungen stellen. Ihr müsst versuchen, eure Gefährten, die ebenfalls abstimmen, von euren Ansichten zu überzeugen, sodass am Ende ein Entschluss herauskommt, hinter dem ihr voll und ganz steht. Dass Square Enix in der Lage ist, schöne und packende Story-RPGs zu entwickeln, hat das Studio bereits mit dem geistigen Vorgänger Octopath Traveler bewiesen. Auch Triangle Strategy ist im Bereich Story und Aufmachung einfach nur großartig. Es ist beileibe kein Wohlfühl-RPG mit einer schönen und friedlichen Welt. In Norzelia rollen auch des Öfteren mal (zumindest angedeutet) Köpfe, und subtile Andeutungen von Affären zwischen Adeligen und Bürgerlichen begegnen einem auch hin und wieder. Es handelt sich nicht um ein Standard-Kriegsszenario Gut gegen Böse: Der Kampf zwischen den Großreichen ist viel komplexer und die ausgelösten Emotionen lassen sich nicht immer klar zuordnen.

Es gibt so gut wie keine Personen, denen man wirklich vertrauen kann und oft kommt man an Punkte, an denen man sich beim Spielen denkt: "Das haben sie jetzt nicht wirklich gemacht!". Zwar bietet das Spiel viel Story und viel Text, sodass man lange Zeit mit Lesen und Zuhören beschäftigt ist, anstatt einfach zu spielen.

Das ist aber beileibe kein Nachteil, da die Geschichte zum einen so gut erzählt ist, dass man sich jede Konversation und Verhandlungen anhören will, um neue Informationen und Intrigen aufzudecken. Zum anderen ist so gut wie jeder Dialog vertont und das meistens auch hervorragend. Gewählt werden kann zwischen Englisch und Japanisch als Sprachausgabe.

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