Project Motor Racing im Test: Gameplay und Technik

Test Michael Grünwald
Project Motor Racing im Test: Gameplay und Technik
Quelle: Giants Software

Wir verraten euch alles zum Gameplay in Project Motor Racing und warum uns die Technik ein wenig im Stich gelassen hat.

In vielen Fällen lässt sich der Dreher dann nicht mehr abfangen, da die Rutscher ziemlich plötzlich und ohne Vorwarnung auftreten. Laut echten Piloten sind gerade GT-Boliden allerdings recht zahm, da sie auch elektronische Hilfsmittel wie ABS und Traktionskontrolle eingebaut haben. Dass sich beispielsweise der Cup-Porsche aus dem Jahr 1990 ohne diese Unterstützungen und mit Heckmotor besser fahren lässt, mutet etwas komisch an.

Am wenigsten Spaß haben wir derzeit mit den Hypercars, denn die brechen bei beinahe jeder Gelegenheit aus. Normalerweise sollten die Prototypen eine sehr gute Bodenhaftung besitzen, doch sowohl beim Bremsen als auch beim Beschleunigen kommt die Hinterachse ins Schlingern. An das Handling-Modell mancher Fahrzeuge sollten die Entwickler nach Release also nochmal ran.

Die GT4-Boliden sind anspruchsvoll zu fahren. Mit ein paar Runden Übung tasten wir uns aber langsam an die Bestzeiten heran. Quelle: PC Games Die GT4-Boliden sind anspruchsvoll zu fahren. Mit ein paar Runden Übung tasten wir uns aber langsam an die Bestzeiten heran.

Wie viel Simulation steckt in Project Motor Racing?

Wenn wir Project Motor Racing beim reinen Fahrverhalten mit anderen Racing Sims vergleichen, kommen Physik und Handling nicht ganz an Titel wie iRacing oder Le Mans Ultimate heran, können aber zumindest mit RaceRoom und Automobilista 2 mithalten.

Die meisten Rennwagen lassen sich nachvollziehbar kontrollieren und auch Übersteuern endet nicht direkt mit einem Einschlag in die Wand. Simcades wie Gran Turismo oder Forza Motorsport spielen sich dennoch noch einmal anders. Reifentemperaturen wirken sich zum Beispiel deutlich mehr auf das Handling aus. Bei Überhitzung kommt unsere Karre viel mehr ins Rutschen, fahren wir im Anschluss vorsichtiger, pendeln sich die Reifen wieder im grünen Bereich ein.

Es gibt allerdings auch etliche Dinge, die Sim-Racer vermissen dürften. Wir können keine Einführungsrunde zum Reifenwärmen drehen, und nach dem Abschluss des Rennens werden wir innerhalb von wenigen Sekunden direkt in die abschließende Rangliste geworfen. Der Weg zurück zur Boxencrew ist uns nach Zieldurchfahrt nicht gestattet.

Für Nordschleifen-Fans gibt's tolle Nachrichten: Die Grüne Hölle ist Teil von Project Motor Racing und wird absolut schick dargestellt. Quelle: PC Games Für Nordschleifen-Fans gibt's tolle Nachrichten: Die Grüne Hölle ist Teil von Project Motor Racing und wird absolut schick dargestellt. Außerdem beginnt jedes Rennen mit einem stehenden Start, was in den GT- und LMP-Kategorien in der Realität nicht möglich ist. Die Kupplungen der Fahrzeuge sind schlichtweg nicht für einen stehenden Start ausgelegt. Deswegen fängt jedes Rennen dieser Klassen mit einem fliegenden Start an - nicht aber in Project Motor Racing.

Zündung und Anlasser stehen ebenfalls noch nicht zur Verfügung. Das sind aber genau die Kleinigkeiten, die Sim-Racer in einem Titel sehen möchten. Auch eine optionale Positionsanzeige im HUD, die uns zeigt, ob sich ein Gegner in unserem Radius befindet, wäre eine angenehme Hilfe gewesen.

Und auch das Strafensystem muss unbedingt noch überarbeitet werden. Wir erhalten direkt bei jedem Track-Limits-Vergehen eine zweisekündige Zeitstrafe. Das wäre alles halb so wild, wenn die Verteilung dieser Strafsekunden nicht komplett beliebig ausfallen würde. Manchmal bekommen wir sogar nach einem Dreher ins Kiesbett oder Gras die Extrazeit aufgebrummt. Da hilft nur noch ein wütender Neustart der Session und die Frage, wie das denn im Vorfeld niemandem aufgefallen sein kann.

Aber es gibt auch viele positive Kleinigkeiten: Im Rennverlauf sammelt sich nämlich nach und nach immer mehr Schmutz auf der Windschutzscheibe an. Auch die Karosserie zeigt am Ende eines Events eindeutige Gebrauchsspuren. Der Gummiabrieb der Reifen ist außerdem auf der Strecke zu sehen und wird von Fahrzeugen sogar hochgewirbelt. Das ist ziemlich cool.

Aufgewirbelter Dreck und herumfliegende Gummiteile setzen unserem Fahrzeug ordentlich zu. Nach dem Rennen muss das Ding erstmal gekärchert werden. Quelle: PC Games Aufgewirbelter Dreck und herumfliegende Gummiteile setzen unserem Fahrzeug ordentlich zu. Nach dem Rennen muss das Ding erstmal gekärchert werden. Vor den Wettbewerben dürfen wir bei normalen Rennwochenenden sogar die Jahreszeit einstellen, wodurch sich die Vegetation um die Pisten verändert. Im Winter ist es natürlich auch schwieriger, die Reifen auf Temperatur zu bringen. Das sind tolle Details, die nicht jede Simulation zu bieten hat.

Technische Probleme: Ab zum Boxenstopp!

Die Technik hinter Project Motor Racing müssen wir auch noch genauer unter die Lupe nehmen, wir hatten schließlich während unseres Tests ordentlich mit der Sim zu kämpfen. Der Titel setzt auf die Giants Engine, die jährlich beim Landwirtschafts-Simulator zum Einsatz kommt. Das erlaubt zu einem späteren Zeitpunkt Modding, was für die Community ein gewaltiger Pluspunkt ist, derzeit bereitet die Engine aber noch Probleme.

Wir haben einerseits starke Performance-Einbußen, sobald wir das Fahrerfeld komplett ausreizen. Andererseits müssen wir einen Mittelweg zwischen Tearing, Kantenflimmern und Rucklern finden. Trotz eingeschaltetem V-Sync flimmert es an manchen Stellen auf dem Bildschirm teilweise so stark, dass es uns direkt beim Fahren ablenkt.

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