Project Motor Racing im Test: KI und Handling

Test Michael Grünwald
Project Motor Racing im Test: KI und Handling
Quelle: Giants Software

Obwohl Project Motor Racing zum Release viel Spaß macht, gibt es einige Probleme. KI und Handling sind noch nicht ausgereift.

Die Karriere in Project Motor Racing ist aber eigentlich nicht darauf ausgelegt, jedes Rennen zu gewinnen. Standardmäßig wird uns daher nahegelegt, die Schwierigkeit auf Stufe 100 zu stellen; die KI lässt sich aber auch mit einem Regler anpassen, wodurch wir die Karriere besser auf uns abstimmen können.

Während wir auf dem PC die Möglichkeit haben, die Stufe nach jeder Meisterschaft zu ändern, funktioniert das auf der PS5 derzeit nicht. Deswegen gehen wir von einem Bug aus. Ihr solltet also im Vorfeld ordentlich testen, ehe ihr eure Laufbahn startet. Eine Xbox-Version lag uns zum Testzeitpunkt übrigens noch nicht vor.

Auf dem PC ist das Fahrerfeld prall gefüllt, kämpft daher aber immer wieder mit Performance-Problemen. Auf der PS5 fahren nur 16 Autos um die Wette. Quelle: PC Games Auf dem PC ist das Fahrerfeld prall gefüllt, kämpft daher aber immer wieder mit Performance-Problemen. Auf der PS5 fahren nur 16 Autos um die Wette.

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Der Karrieremodus ist eine fantastische Idee und besitzt viel Potenzial für Langzeitmotivation, doch die KI sorgt für etliche Frustmomente. Manchmal macht es Spaß, gegen die NPCs anzutreten, denn ein hohes Tempo legen die KI-Piloten definitiv vor.

Doch die NPCs beharren noch zu sehr auf ihrer Linie. Sie verteidigen sich weder bei unseren Angriffen, noch machen sie Platz, sobald wir uns direkt neben ihren Fahrzeugen befinden. Das bedeutet: In den meisten Fällen fahren sie uns bei Überholmanövern in die Karre, obwohl keine Chance mehr besteht, den Vorgang zu verhindern.

In bestimmten Fällen kommen wir mit einem blauen Auge davon, doch ziemlich häufig zerlegt es dabei unser Auto, da das Schadensmodell viel zu sensibel auf Berührungen reagiert. Beim leichtesten Kontakt verzieht sich nämlich die Karosserie oder ganze Teile fallen ab. Für eine Racing Sim ist das Schadensmodell an sich großartig, doch die Entwickler sollten die Anfälligkeit für Schäden noch ein wenig zurückschrauben.

Nicht nur einmal standen wir in unserem Test entgegen der Fahrtrichtung. Die NPC-Piloten geben meistens keinen Zentimeter nach und düsen uns in die Karre. Quelle: PC Games Nicht nur einmal standen wir in unserem Test entgegen der Fahrtrichtung. Die NPC-Piloten geben meistens keinen Zentimeter nach und düsen uns in die Karre. Im Motorsport gehört Lackaustausch vor allem im GT- und Tourenwagenbereich dazu, und diese Fahrzeuge halten deutlich mehr aus als kleine Rangeleien auf der Strecke. Was die Sache in der Karriere im Endeffekt ärgerlich gestaltet, da wir die Kosten für die übertrieben häufigen Reparaturen schließlich selbst tragen müssen. Bei der Rüpel-KI fallen nach den Rennen hin und wieder Kosten im fünfstelligen Bereich an, obwohl wir sauber gefahren sind.

Es gibt außerdem keine blauen Flaggen - weder im Qualifying noch bei Überrundungen. Sobald wir uns beispielsweise auf einer schnellen Runde befinden und die NPCs gerade aus der Boxengasse auf ihre Out Lap gehen, stehen sie uns permanent im Weg herum. Das nervt und zeigt schlussendlich, dass die KI noch nicht dafür bereit war, auf die große Masse losgelassen zu werden.

Gerade im Startgetümmel sind die computergesteuerten Piloten auch komplett überfordert und kommen in der ersten Kurve in den meisten Fällen zum kompletten Stillstand. In Multiclass-Wettbewerben verhalten sich die NPCs ebenfalls nicht gut und kommen mit einfachen Überholmanövern nicht klar.

Schwierigkeiten beim Handling

Der wichtigste Faktor in einer Rennsimulation ist aber das Handling. In Project Motor Racing können viele Fahrzeugtypen beim Fahrverhalten überzeugen, aber in manche Kategorien müssen die Entwickler noch ein wenig Arbeit fließen lassen.

Von innen sehen die Fahrzeuge klasse aus: Vom klassischen Porsche über moderne GT3-Fahrzeuge bis hin zu den Hypercars von BMW, Porsche, Lamborghini und Co. Quelle: PC Games Von innen sehen die Fahrzeuge klasse aus: Vom klassischen Porsche über moderne GT3-Fahrzeuge bis hin zu den Hypercars von BMW, Porsche, Lamborghini und Co. Gerade die klassischen Prototypen wie der Mazda 787B und der Audi R8 LMP900 machen viel Laune, wenn wir über die unterschiedlichen Kurse brettern. Wir spüren, sobald wir gegensteuern müssen oder vor Kurven weniger stark bremsen sollten. Doch auch die meisten anderen Rennwagen lassen sich erstklassig steuern. Feintuning an den ursprünglichen Force-Feedback-Einstellungen braucht es aber, bevor wir loslegen. Denn mit den voreingestellten Werten fehlt uns das richtige Gefühl für die Karren.

Es gibt aber auch Klassen, da gefällt uns das Handling-Modell nicht komplett. Vor allem GT3- und GT4-Fahrzeuge mit Mittelmotor drehen sich in langsamen Kurven sehr stark über die Hinterachse ein. Das kann in der Realität passieren, wenn zu stark gebremst oder falsch angefahren wird, aber nicht bei niedrigen Geschwindigkeiten. Schalten wir in Project Motor Racing während einer langsamen Kurve runter, verstärken wir hin und wieder den Effekt des ausbrechenden Hecks.

  1. Seite 1 Einstieg, Umfang, Karrieremodus
  2. Seite 2 KI und Handling
  3. Seite 3 Gameplay und Technik
  4. Seite 4 PS5, Sound, Fazit und Wertung
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