PES 2011:PES-Interview mit Seabass und Murphy Teil 2

Special Christoph Peter Schuster

Es gibt nur wenige Chefentwickler, die soviel Ansehen in der Branche besitzen wie PES-Producer Shingo "Seabass" Takatsuka. Zusammen mit Jon Murphy, Teamleiter des PES-Teams, stand uns Seabass am Wochenende bei den PES-Finals Rede und Antwort.

Cynamite: Inwiefern wird das neue PES als Grundlage für die nächsten Spiele dienen?

Seabass: Das ist tatsächlich eine Frage, die ich beantworten wollte, also vielen Dank. Wir entwickeln die Next-Generation Pro Evos schon seit sechs oder sieben Jahren, aber wir konnten kein so gutes PES herausbringen, das es die Basis für ein wirkliches Next Generation PES sein konnte. Aber ich bin zuversichtlich, dass PES 2011 die Grundlage sein kann, von der aus wir ein wirklich aufregendes Next-Generation PES entwickeln können.

Cynamite: Zwei Fußball-Spiele kommen zur etwa gleichen Zeit raus, es ist praktisch undenkbar, dass FIFA und PES mal nicht zeitgleich erscheinen. Ist das gut für das Fußball-Genre? Oder wäre es besser für Entwickler und Spieler, wenn die Titel einfach dann rauskämen, wenn sie fertig sind?

Jon Murphy: In meinen Augen ist das eine gute Sache. Man muss sich nur FIFA ansehen und zugeben, dass es eigentlich nur durch uns gut geworden ist. Ohne uns wäre FIFA immer noch ein schlechtes Spiel. Und für uns ist es das Gleiche. Wir waren über die letzten paar Jahre gezwungen, wirklich darüber nachzudenken, was wir so getan haben - wir wurden durch die Konkurrenz vorangestoßen. Für den Konsumenten wirkt es sich also auf jeden Fall positiv aus. Manchmal läuft das natürlich nicht so gut für uns, aber für die Qualität des Produkts ist es auf jeden Fall gut.

Cynamite: Aber was ist mit dem Konkurrenz-Druck? Ihr entwickelt jedes Jahr ein Spiel, das immer zum gleichen Zeitpunkt erscheint und von dem die Fans sehr viel erwarten. Ist das auch etwas Gutes für die Entwickler?

Jon Murphy: Erneut würde ich persönlich "Ja" sagen. Aber nachdem ich gesehen habe, was auf der Seite der Entwicklerteams gegen Ende des Jahres so geschieht, und was es ihrer Gesundheit antut, bin ich mir nicht so sicher, ob einige von ihnen da zustimmen würden. (lacht) Sie haben ja Recht, wir müssen das Spiel zu einem bestimmten Zeitpunkt jedes Jahr rausbringen, um die Fans zufrieden zu stellen. Wir müssen darüber nachdenken, was gerade zu dieser Zeit im Fußball passiert. Und wir müssen versuchen die Erwartungen der Fans zu erfüllen, wenn es darum geht, was sie verbessert haben wollen. Es ist hart, ja. Glauben Sie mir, es ist wirklich hart. Aber nichtsdestotrotz würde ich die Frage mit "Ja" beantworten.

Cynamite: Aber stellen Sie sich doch mal vor, Sie könnten innerhalb Die beiden Chefs des PES-Teams, Seabass und Jon Murphy beantworten unsere Fragen zu PES 2011. (4) Quelle: Konami Die beiden Chefs des PES-Teams, Seabass und Jon Murphy beantworten unsere Fragen zu PES 2011. (4) drei weiterer Monate das perfekte Fußballspiel herstellen. Doch Sie haben wegen des festgelegten Erscheinungsdatums keine drei weiteren Monate.

Jon Murphy: Wenn man so denkt, dann braucht man immer noch drei Monate mehr. Ich denke, die meisten Spieleentwickler wünschen sich, dass Sie Erscheinungstermine weiter in die Zukunft verschieben könnten.

Seabass: Ich will immer mehr Zeit haben. Aber, wie schon John erwähnte, wenn ich drei Monate mehr habe, sage ich wahrscheinlich nach dieser Zeit: "Ich will noch drei Monate mehr". Ich denke, meine Aufgabe ist es den Spielern den Titel zu der Zeit zur Verfügung zu stellen, wenn sie ihn am liebsten haben wollen. Meine Aufgabe ist also, das Spiel so schnell wie möglich zu veröffentlichen.

Cynamite: Etwas, dass ich gerne verändert haben würden, ist das Positions-Spiel der Fußballer. Wenn ich etwa den Stürmer sehe und um ihn herum sind innerhalb von 2 Quadratmetern sechs Verteidiger - so etwas würde man im richtigen Leben niemals sehen. Für mich gibt es zu viele dieser Situationen. Egal, was ich im Menü einstelle. Wenn ich mit meinem Stürmer zurückfalle, haben meine Flügel-Spieler zu wenig Power, zu wenig Drang nach vorne.

Jon Murphy: Es ändert sich je nachdem, mit welchem Team, welchen Einstellungen und welchen Spielern man spielt. Aber, ich stimme Ihnen zu. Ich würde gerne ein Szenario sehen, in dem die Flügel entschlossener nach vorne drängen.

Cynamite: Wir hier haben alle keine Schwierigkeiten, eine neue Version von PES zu spielen. Aber ich denke, es wird immer komplexer. Das ist gut für uns, aber es wird immer schwieriger für neue Spieler die Kombinationen und Kniffe ohne die Community zu lernen - und es gibt Spieler ohne eine Community hinter ihnen. Also könnte es eventuell ein Schritt sein, für das nächste PES den Trainings-Modus zu verbessern und auszubauen.
Jon Murphy: Das haben wir letztes Jahr oft gehört und leider hatten wir in unserem Entwicklungs-Zeitplan keine Zeit, das tatsächlich zu machen. Wie Sie schon angemerkt haben, haben wir ein Jahr, um das Spiel fertig zu stellen. Wo wir so etwas auf jeden Fall umsetzen werden, ist im Fall der Elfmeter. Darüber haben sich viele Spieler beschwert, da sie nicht verstanden, wie sie funktionieren.

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