Portal Knights ​gespielt: Wenn The Legend of Zelda auf Minecraft trifft

Special Benedikt Plass-Fleßenkämper
Um beim Bauen eine bessere Übersicht zu erhalten, könnt ihr auf Knopfdruck in die Ego-Perspektive umschalten.
Quelle: Keen Games

Portal Knights in der Hands-on-Vorschau: Wir waren in Frankfurt bei Entwickler Keen Games, um den spannenden Genre-Mix aus Action-RPG und Sandbox-Spiel genauer unter die Lupe zu nehmen. Wenn The Legend of Zelda auf Minecraft trifft - so spielt sich Portal Knights!

"Unsere Vision ist es, einen ausgewogenen Mix aus The Legend of Zelda und Minecraft zu schaffen", fasst Juliane Richter, Producerin bei Keen Games, die Grundidee von Portal Knights in einem Satz zusammen. Heißt im Klartext: Die Entwickler wollen Elemente wie Ressourcenabbau, das Craften von Gegenständen und das kreative Ausgestalten einer Welt mit rollenspieltypischen Kämpfen, Levelaufstiegen und Charakterentwicklungen verbinden.

Die Parallelen zu den beiden großen Vorbildern fallen uns bei um Anspieltermin in Frankfurt dann auch direkt ins Auge. Die prozedural generierte, auf quadratischen Klötzen aufgebaute Spielwelt erinnert unweigerlich an Minecraft - jedoch mit dem Unterschied, dass Portal Knights in mehrere Inselabschnitte unterteilt ist. In der Rolle als namensgebender Portal-Ritter ist es eure Aufgabe, durch den Abbau von Ressourcen und das Erlegen von Gegnern genügend Portalsplitter zu finden, um das inselumspannende Portalnetzwerk wiederherzustellen. Ein "Bruch" hat die einst heile Welt nämlich zerstückelt zurückgelassen - logisch, dass nur ihr die Pforten der Alten wiederherstellen könnt.

Portal Knights ist ein kooperatives Spiel für bis zu vier Spieler, die ein gemeinsames Ziel verfolgen: die zerrüttete Welt nach dem 'Bruch' wiederherzustellen. Quelle: Keen Games Portal Knights ist ein kooperatives Spiel für bis zu vier Spieler, die ein gemeinsames Ziel verfolgen: die zerrüttete Welt nach dem "Bruch" wiederherzustellen. Vor dem eigentlichen Abenteuer erstellt ihr im Charaktereditor euer Alter Ego. Schön: Der einfache, aber liebevoll gehaltene Grafikstil erlaubt euch eine Vielzahl von Kombinationen, um euren Helden nach Lust und Laune zu individualisieren. Die erstellten Figuren haben wahlweise etwa blaue Bärte, grüne Zöpfe und gelbe Augen - Nintendos Mii-Baukasten lässt grüßen. Zur Wahl stehen drei spielbare Klassen: Krieger sind robuste Nahkämpfer und können ihre Gegner mit dem Schwert oder schweren Zweihandäxten verkloppen, während sich Waldläufer als Fernkämpfer auf Pfeil und Bogen, Armbrust oder Steinschleuder verlassen und einen respektvollen Abstand zu den Kontrahenten wahren. Magier schließlich brauen Tränke und verwandeln arkane Energie in schadensbringende Feuerbälle oder Blitzregen, um sie auf die Gegner zu schleudern.

Die Charakterentwicklung funktioniert wie in den meisten Rollenspielen: Erfahrungspunkte lassen euren Helden im Level aufsteigen, Attribute wie Stärke und Beweglichkeit verbessern sich auf diese Weise sukzessive, und im Talentbaum spezialisiert ihr euch auf bestimmte Fähigkeiten und Waffengattungen. Keen Games verlässt sich hier also auf bekannte Konventionen, ohne große Neuerungen einzubringen.

Lieber gut geklaut als schlecht erfunden

Dies betrifft auch das Kampfsystem, das nicht von ungefähr an The Legend of Zelda erinnert. Das Frankfurter Studio setzt in Portal Knights ebenfalls auf den "Lock-on"-Mechanismus: Die Third-Person-Kameraperspektive fokussiert im Gefecht den Feind und verlässt die ansonsten feste Schulterposition hinter der eigenen Spielfigur. Die unterschiedlich agierenden Gegnertypen erfordern dabei ein vorsichtiges Vorgehen und Timing. Während manche Widersacher bei zu viel eingestecktem Schaden die Flucht antreten, gehen andere in den wütenden Nahkampf über oder schießen aus sicherer Entfernung Feuerbälle. Ausweichrollen oder der gezielte Einsatz von Spezialattacken sind auch in den vereinzelten Kämpfen gegen Bossgegner wichtig. Hier gilt es zudem, deren Angriffsmuster genau zu studieren, um in bestimmten Situationen die verwundbare Stelle zu erkennen und angreifen zu können.

Um beim Bauen eine bessere Übersicht zu erhalten, könnt ihr auf Knopfdruck in die Ego-Perspektive umschalten. Quelle: Keen Games Um beim Bauen eine bessere Übersicht zu erhalten, könnt ihr auf Knopfdruck in die Ego-Perspektive umschalten. Die Macher streben für Portal Knights als Veröffentlichungstermin Ende April an. Bis dahin soll das Spiel über eine komplett lokalisierte Story-Kampagne und eine übergreifende Rahmenhandlung verfügen, die mehr zur Entstehungsgeschichte des auf schwebenden Inseln verteilten Weltreichs erzählt. In der von uns angespielten Pre-Alpha-Version auf der PlayStation 4 war davon bis auf ein paar NPCs, die uns mit Quests versorgten, allerdings noch nichts zu sehen. Die Motivation, die Inselportale zu reparieren, ist jedoch auch schon so vorhanden: Eine Reise in die neuen Gebiete ist nötig, um an bis dato unbekannte Materialen zu gelangen, die ihr für neue Baupläne und Rezepte benötigt.

Erlegte Gegner lassen in Portal Knights übrigens keine neuen Waffen und Ausrüstungsgegenstände fallen, sondern spendieren neben Erfahrungspunkten ein paar Münzen. Neue Ausrüstung erhaltet ihr nur, wenn ihr - wie in Sandbox-Spielen üblich -Materialen aus der Umgebung mit Werkzeugen abbaut. Gefällte Bäume geben Holz, in Wänden finden sich neben Steinen verschiedene Erze und Metalle. Durch Levelaufstiege und das Aufbessern von Werkbänken erhaltet ihr wertvollere Rezepte und könnt mit den gewonnenen Ressourcen neue Waffen, Rüstungen und Gegenstände herstellen.

Kreativen Baumeistern stehen außerdem eine ganze Reihe von kosmetischen Objekten zur Verfügung, mit denen sie sich Traumschlösser aus Glas oder sonstige Fantasiegebilde bauen können. Diese Kunstwerke müsst ihr übrigens nicht alleine erstellen und bewundern - die Inselwelten von Portal Knights dürfen mit bis zu drei Mitspielern erforscht, umgebaut, verschönert und gerettet werden.

Kooperativer Spielspaß ohne Wiki

Ist eines der namensgebenden Portale repariert, können ihr dies nutzen, um zwischen den bereits erschlossenen Gebieten zu wechseln. Quelle: Keen Games Ist eines der namensgebenden Portale repariert, können ihr dies nutzen, um zwischen den bereits erschlossenen Gebieten zu wechseln. Creative Manager David Welch von Publisher 505 Games erklärt uns im Gespräch, was ihm beim Projekt Portal Knights besonders am Herzen liegt: "Portal Knights soll eine sehr zugängliche, familienfreundliche Sandbox-Crafting-Erfahrung werden. Wir möchten, dass die Leute Spaß am Spiel haben, ohne ständig in einem Wiki nachschauen zu müssen." Das bedeutet, dass alle Rezepte und Bauanleitungen zu möglichen Waffen und Gegenständen direkt im Spiel über ein integriertes Baumenü verfügbar sind und das Spiel auch einen ausführlichen Tutorialmodus enthalten wird. Somit dürfte das Spiel durchaus eine jüngere Zielgruppe ansprechen.

Portal Knights befindet sich auf dem PC auf Steam seit rund einem Jahr im Early Access. "Das Feedback der Community in dieser Zeit war sehr wertvoll", sagt Juliane Richter. Einige der Features, zum Beispiel optional schwerere Versionen der Bosse oder auch die Möglichkeit, sich im Multiplayer auf verschiedenen Inseln zu befinden, wurden David Welch zufolge stark durch die Wünsche der Steam-Community geformt und entsprechend in der Entwicklung priorisiert. Davon profitieren dann hoffentlich auch Konsolenbesitzer, wenn das Spiel am 27. April in Deutschland zeitgleich für PS4, Xbox One und den PC erscheint.

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