Pokémon Quest im Test: ​Kostenlos und trotzdem gut?

Test Johannes Gehrling
Pokémon Quest im Test: ​Kostenlos und trotzdem gut?
Quelle: Nintendo

Ihr freut euch auf das neue Pokémon-Hauptspiel für die Nintendo Switch, seid aber viel zu ungeduldig, noch lange darauf zu warten? Die Spin-offs im Herbst sind auch nichts für euch? Vielleicht ist Pokémon Quest dann etwas für euch zur Überbrückung? Wir verraten es euch in unserem Test!

Free2play-Spiele haben im Allgemeinen ja nicht den allerbesten Ruf, was durchaus gute Gründe hat. Pokémon Quest (jetzt kaufen 59,99 € ) zeigt aber, dass es auch anders geht, nämlich fair. Doch zunächst zur dünnen, aber dennoch vorhandenen Story: Ihr spielt einen Pokémon-Trainer, der eine erst kürzlich entdeckte Inseln namens Kubo-Eiland erforscht. Die ganze Insel und alles was sich darauf befindet, inklusive der Taschenmonster, besteht aus pixeligen Blöcken im Voxel-Look, ähnlich wie Minecraft, nur knuffiger und bunter. Dort wählt ihr zu Beginn ein Starter-Monsterchen aus, ihr habt dabei die Wahl zwischen Bisasam, Schiggy und Glumanda. Richtig erkannt!

Pokémon Quest beinhaltet die Taschenmonster der ersten Pokémon-Generation, und zwar alle, dafür aber keine Pokémon nachfolgender Generationen. Direkt danach beginnt ihr mit der Erkundung der Insel, die in verschiedene Gegenden unterteilt ist (beispielsweise Wüste, Wald und so weiter), die jeweils wieder aus mehreren Levels und am Ende immer einem Boss-Kampf bestehen. Euer Team aus maximal drei Pokémon kämpft dabei selbstständig gegen mehrere Wellen wilder Taschenmonster, ihr könnt lediglich zusehen und nach einer Wartezeit immer wieder spezielle Attacken auslösen oder die kurzzeitige Flucht anordnen. Davon abgesehen passiert aber tatsächlich alles automatisch. Diese Ansicht bekommt ihr in Pokémon Quest oft zu sehen. Mit den P-Steinen verstärkt ihr eure Pokémon enorm. Quelle: N-ZONE Diese Ansicht bekommt ihr in Pokémon Quest oft zu sehen. Mit den P-Steinen verstärkt ihr eure Pokémon enorm. 

Zentral: Die Basis

Die wichtigsten Aufgaben erledigt ihr in eurer Basis. Dort könnt ihr aus verschiedenen Zutaten (die ihr bei den Expeditionen sammelt) Gerichte kochen, die wilde Pokémon anlocken, die dann eurem Team beitreten. Diese Taschenmonster besitzen nicht so ins Detail gehende variable Eigenschaften wie bei den Hauptspielen der Serie, dafür aber einen Energie- und Angriffs-Wert, der durch Aufleveln steigt. Außerdem besitzt jedes Pokémon neun Slots für sogenannte P-Steine (werden ebenfalls durch Aufleveln nach und nach freigeschaltet), die ihr ebenfalls während der Expeditionen sammelt. Diese erhöhen Energie- und Angriffs-Wert enorm und sind daher wichtiger als die Grundwerte. Seltenere P-Steine verfügen darüber hinaus über weitere zufällige positive Effekte, wie zum Beispiele eine schnellere Regeneration eurer Tierchen nach dem Bildschirm-Tod oder Erhöhung der Angriffsgeschwindigkeit. Natürlich entwickeln sich die Pokémon bei entsprechendem Level-Aufstieg auch weiter und werden dadurch ebenfalls stärker. Verfügbare Attacken könnt ihr im Training ändern; das ist gelegentlich auch nötig, weil die Taschenmonster mit zufälligen Attacken daherkommen, die manchmal nicht ganz optimal für den Kampf geeignet sind. In die Kämpfe auf euren Expeditionen könnt ihr nur marginal eingreifen. Wahlweise könnt ihr aber auch alles tatsächlich komplett selbständig laufen lassen. Quelle: N-ZONE In die Kämpfe auf euren Expeditionen könnt ihr nur marginal eingreifen. Wahlweise könnt ihr aber auch alles tatsächlich komplett selbständig laufen lassen.

Spieler-freundliches Modell

Das Spielkonzept lässt sich also sehr kurz zusammenfassen: Sendet eure Taschenmonster auf Expeditionen, wo sie gegen wilde Pokémon kämpfen sowie Kochzutaten und P-Steine sammeln. Kocht aus den Zutaten Gerichte, um neue Monsterchen in euer Team zu locken und verstärkt sie mit den gesammelten P-Steinen. Und dann geht es wieder von vorne los. Zu erwähnen bleibt noch, dass das Energie-System euch irgendwann sehr stark ausbremst, wenn ihr nicht mehr so viele kostenlose Energie durch abgeschlossene Errungenschaften bekommt. Das könnt ihr umgehen, indem ihr In-Game-Käufe abschließt, wodurch sich euer Vorankommen drastisch beschleunigt. Zwingend nötig ist es aber nicht, denn mit genügend Geduld kommt ihr ebenfalls irgendwann zum Ziel. Das Konzept, dass eure Pokémon nahezu vollständig autonom agieren, geht unterwegs am Smartphone auf, auf der Switch aber nur bedingt und so gar nicht Zuhause vor dem Fernseher, wo es einfach viel zu schnell eintönig wird und das Warten auf neue Energie zur Geduldsprobe werden kann, wenn ihr euch auf einen ausgiebigen Spiele-Abend eingestellt habt. Für eine kurze Runde zwischendurch, vor allem unterwegs, taugt Pokémon Quest aber, zumal das Spiel ja ohnehin umsonst ist. Da euch die In-Game-Käufe kaum aufgezwängt werden, handelt sich um ein vergleichsweise Spieler-freundliches Free2play-Modell.

Wertung zu Pokémon Quest (NSW)

Wertung:

7.0 /10
Pro & Contra
Putziger GrafikstilViele Anreize, immer wieder zu spielenGute Einführung zu SpielbeginnIn-Game-Käufe werden nicht aufgezwängt …
… solange man ausreichend Geduld besitztSehr passive SpielweiseGameplay wird schnell eintönigZu starke ZufallsabhängigkeitSteuerung mit Joy-Con umständlich
Fazit

„Wer Pokémon gerne hat, kann Spaß mit dem Spiel haben. Einfach mal probieren.“

Meinung

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