Pokémon-Erfolg ohne Game Freak: Braucht die Pokémon-Hauptreihe einen neuen Entwickler?

Special Lukas Bohnau
Pokémon-Erfolg ohne Game Freak: Braucht die Pokémon-Hauptreihe einen neuen Entwickler?
Quelle: Nintendo

Pokémon Pokopia gehört plötzlich zu den bestbewerteten Spielen der gesamten Reihe. Das Überraschende daran: Es stammt nicht von Game Freak. Wirft der Erfolg des Spin-offs eine unbequeme Frage für die Zukunft der Pokémon-Hauptreihe auf?

Das Pokémon-Franchise gehört seit 30 Jahren zu den erfolgreichsten Spielereihen der Welt und ist mittlerweile schon weit mehr als nur das. Über die letzten drei Jahrzehnte hat sich die Marke Pokémon popkulturell immer deutlicher etabliert. Trotzdem sind und bleiben die Videospiele immer noch das Herzstück.

Aber genau hier haperte es seit einigen Jahren. Denn bei aller Popularität haben es neuere Pokémon-Titel bei Fans nicht leicht. Während Kritiker die letzten Games noch recht solide bewerteten, fallen sie bei dem Großteil der Spielerschaft gnadenlos durch.

Umso überraschender ist es, dass ausgerechnet Pokémon Pokopia aktuell zu den bestbewerteten Spielen der gesamten Reihe zählt und sich auf Metacritic sogar an die Spitze setzt. Mit einem Score von 88 ist es auf Augenhöhe mit Pokémon X & Y, die 2013 für den Nintendo 3DS erschienen sind.

Pokémon X & Y gehören laut Metacritic zu den besten Pokémon-Spielen aller Zeiten. Quelle: Nintendo / Moby Games Pokémon X & Y gehören laut Metacritic zu den besten Pokémon-Spielen aller Zeiten. Das Spannende daran ist jedoch, dass Pokopia im Vergleich zu den meisten anderen Spielen gar nicht direkt vom Hauptentwicklerstudio Game Freak stammt. Und genau das wirft die interessante Frage auf: Hat es vielleicht erst einen anderen Entwickler gebraucht, um wieder ein richtig gutes Pokémon-Spiel zu machen?

Neu, mehr und größer ist nicht immer besser

Seit Jahren wirkt es ein wenig so, als bewege sich Game Freak mit der Pokémon-Reihe in einer komfortablen Routine. Die Grundformel funktioniert schließlich seit Jahrzehnten: neue Region, neue Pokémon, Arenen und am Ende die Pokémon-Liga. Für viele Fans gehört genau diese Struktur einfach zu Pokémon dazu.

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Man könnte meinen, hier würde das Problem liegen. Dass das Gameplay mit der Zeit zu langweilig geworden ist und es deshalb neuer Ideen bedarf. Aber genau das Gegenteil ist der Fall.

Pokémon Multiplayer Nintendo Switch 2 Quelle: Nintendo In Pokémon Pokopia sammelt ihr keine Orden und fangt Pokémon, sondern freundet euch stattdessen mit ihnen an. Denn in den letzten Jahren wirkte es oft so, als würde jedes neue Pokémon-Spiel unbedingt etwas "Großes" anders machen müssen. Die besten Beispiele dafür sind der Open-World-Ansatz, der nicht wirklich ausgereift war, und neue Kampfmechaniken, die nur in einer bestimmten Region existieren. Besondere Features, die im nächsten Teil schon wieder verschwinden. Kaum hat man sich an eine Idee gewöhnt, wird sie im nächsten Spiel bereits durch die nächste ersetzt. Das ist nicht nur für das Gameplay nervig, sondern hinterlässt auch Lücken in der gesamten Pokémon-Lore.

Dieser ständige Neustart sorgt zwar immer wieder für frische Ansätze, verhindert aber gleichzeitig, dass gute Ideen wirklich ausreifen und perfektioniert werden können. Mechaniken wie Z-Attacken, Dynamax oder Terrakristallisierung bleiben oft einmalige Experimente, statt langfristig weiterentwickelt zu werden. Dazu kommt das schnelle Tempo. In Abständen von nur wenigen Jahren werden schon die nächsten Pokémon-Generationen mit etlichen neuen Taschenmonstern angekündigt.

  1. Seite 1 Neu ist nicht immer besser
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