Pokémon Karmesin & Purpur im Test: Ein Schritt vor, zwei zurück
Test
Mit Pokémon Karmesin und Purpur wird die RPG-Serie auch in der Hauptreihe Open Word. Zum Hit reicht das aber leider angesichts vieler Probeme nicht - Test!
Wollt ihr euch dem Leiter einer Arena stellen, müsst ihr zunächst eine Prüfung bestehen. Die sind sehr unterschiedlich konzipiert, meistens allerdings auch fix abgehakt und Pokémon-typisch ziemlich einfach. Dadurch, dass die Arenakämpfe auf einem Platz in der entsprechenden Stadt stattfinden, wirken sie im Gegensatz zu den Stadien in Schwert und Schild eher unspektakulär. Die Herrscher-Pokémon sind im Grunde genommen besonders große und starke Gegner, die sich wie ein Bosskampf anfühlen und somit etwas mehr Durchhaltevermögen als die regulären Duelle erfordern. Interessanter als die Kämpfe selbst ist jedoch die Geschichte eures Mitschülers Pepper, über die ihr mit jedem abgeschlossenen Auftrag mehr erfahrt.
Fluch und Segen zugleich in einer offenen Spielwelt wie Paldea sind letztendlich, dass die Level der Gegner nicht mit eurem Fortschritt skalieren. Da Pokémon aber ohnehin für seinen niedrigen Schwierigkeitsgrad bekannt ist und Karmesin und Purpur da keine Ausnahme bilden, kamen wir in den meisten Auseinandersetzungen sehr gut zurecht, auch, wenn unsere Monster manchmal auf dem Papier schwächer waren. Da ihr den EP-Teiler aber nicht ausschalten könnt, bekommt euer gesamtes Team nach jedem Kampf Erfahrungspunkte dazu, was das Ganze noch leichter macht.
Wie schon in den letzten Generationen wird die Effektivität eurer Attacken im Kampf angezeigt, wenn ihr dem gegnerischen Pokémon schon einmal begegnet seid. Abschalten lässt sich diese Funktion nicht, wodurch die ohnehin schon eher geringe Herausforderung noch ein Stück weiter geschmälert wird.
Patentrezept mit einer Prise Geheimgewürz
In der neunten Generation erwarten euch wie gehabt rundenbasierte Kämpfe, in denen euer Pokémon mit einem Schere-Stein-Papier-Prinzip gegen ein anderes antritt. Die mittlerweile 18 verschiedenen Typen weisen verschiedene Wechselwirkungen auf, wodurch die Zusammenstellung des Teams eine taktische Angelegenheit ist, da vorhandene Schwachstellen möglichst von den anderen Mitgliedern ausgeglichen werden sollten.
Viel mehr brauchen wir zum grundsätzlichen Prinzip wohl nicht erklären, da sich bis auf einzelne Attacken und Fähigkeiten nichts geändert hat. Eine große Neuerung, wie es sie mittlerweile in jeder neuen Generation gibt, ist die sogenannte Terakristallisierung. Schon kurz nach Beginn des Spiels bekommt ihr die Möglichkeit, diese Verwandlung auszulösen, die jedes Pokémon in der Paldea-Region vollziehen kann.
Euer Taschenmonster funkelt dann wie ein Edelstein und trägt eine Art Krone auf dem Kopf. Der Zustand ist aber nicht nur - mehr oder weniger - schön anzusehen, sondern hat auch einen strategischen Vorteil. Während der Terakristallisierung nimmt das Pokémon einen bestimmten Tera-Typ an, der von Exemplar zu Exemplar variieren kann. Außerdem werden Attacken vom entsprechenden Typ verstärkt, was in einem Kampf durchaus mal das Blatt wenden kann.
Ähnlich wie bei der Dynamaximierung aus den Vorgängern Schwert und Schild wird hier vor allem auf eine optisch eindrucksvolle Fähigkeit gesetzt, die das Kampfsystem auflockern und ein wenig Schwung in die Bude bringen soll. Habt ihr sie eingesetzt, müsst ihr sie zunächst in einem Pokémon-Center oder an einem Edelstein in der Spielwelt wieder aufladen, bevor sich das nächste Monster verwandeln kann.
Quelle: Nintendo
Pokémon Karmesin & Purpur im Test: Ein Schuss in den Technik-Ofen (5)
Eine bahnbrechende Veränderung ist die Tera-Kristallisierung also nicht, trotzdem ist sie ein spaßiges Gimmick. Dadurch, dass ein und dieselbe Pokémon-Art unterschiedliche Tera-Typen aufweisen kann, lohnt sich auch die Suche nach dem perfekten Begleiter, entweder in der offenen Welt oder durch Raids. Dabei tretet ihr alleine mit computergesteuerten Gefährten oder online mit Freunden gegen ein terakristallisiertes Pokémon an, das ihr nach einem erfolgreichen Kampf dann auch fangen könnt.
Ein kleiner Schritt für ein Pokémon ...
Prinzipiell sind Karmesin und Purpur im Grunde eine Mischung aus Schwert und Schild sowie Legenden Arceus mit einigen Ergänzungen. Entwicklerstudio Game Freak traut sich in der neuen Generation nämlich, den Kern der Pokémon-Spiele zu erhalten und trotzdem mit neuen Elementen zu durchmischen, die sie bereits im letzten Ableger getestet haben.
Dementsprechend bringen die Editionen auch frischen Wind in die mittlerweile angestaubte Reihe. Beispielsweise gehört das hohe Gras nun gänzlich der Vergangenheit an, die Pokémon sind überall direkt in der Oberwelt zu sehen.
Das erleichtert nicht nur das Trainieren und Fangen erheblich, sondern sorgt auch für eine stimmige Atmosphäre. Außerdem gibt es dynamische Übergänge zwischen Fortbewegung und Kämpfen, da diese ebenfalls direkt vor Ort stattfinden und nicht wie früher ein separater Bildschirm dafür geladen wird.
Das sorgt für einen guten Spielfluss, und auch, wenn ihr mal versehentlich in einen Kampf verwickelt wurdet, könnt ihr so schnell wieder flüchten. Wir dürfen euch zwar leider nicht verraten, welche Pokémon alle in der Paldea-Region vorkommen, aber wir haben beim Spielen eine angenehme Mischung aus alten und neuen Monstern angetroffen.
