LCD-TVs: Input-Lag, Reaktionszeit und HDR

Special Antonio Funes
LCD-TVs: Input-Lag, Reaktionszeit und HDR
Quelle: LG

4K-Fernseher sind bereits recht weit verbreitet und spätestens mit Release der Next-Gen-Konsolen Playstation 5 und Xbox Series X dürften auch viele, die noch mit einem Full-HD-Gerät unterwegs sind, einen Neukauf in Betracht ziehen. Doch was sollte man beachten, damit ein LCD-TV-Gerät gut für eine Spielekonsole geeignet ist? Dies und Begriffe wie HDR und Input-Lag klären wir.

Input-Lag, Reaktionszeit und Tearing

Ein sogenannter Input-Lag ist immer vorhanden, egal, ob ihr einen Fernseher oder einen Monitor nutzt. Dabei handelt es sich um eine Verzögerung, mit der das Bild auf dem Display zu sehen ist. Das Bild "verlässt" über das HDMI-Kabel die Konsole (oder auch einen PC), der Fernseher empfängt es und stellt es dar. Viele Geräte versuchen dabei, das Bild zu verbessern - und dies kann zum Teil relativ lange brauchen.

Heutzutage haben die meisten LCD-TVs einen Spiele-Modus, in dem zeitfressende Berechnungen außen vor gelassen werden. Ohne den Spielemodus kann es minimale, aber je nach Gerät auch klar sichtbare Verzögerung geben. Nehmen wir an, dass es einen Input-Lag von 0,5 Sekunden gibt, was heutzutage kaum mehr vorkommt.

Wie ein Test aus dem Jahr 2018 von PC Games Hardware zeigt, kann man beim Input-Lag Unterschiede messen - hier ein Monitor vs. ein TV-Gerät. Quelle: PC Games Hardware Wie ein Test aus dem Jahr 2018 von PC Games Hardware zeigt, kann man beim Input-Lag Unterschiede messen - hier ein Monitor vs. ein TV-Gerät. Dann ist das, was auf dem Bildschirm zu sehen ist, in Wahrheit schon vor 0,5 Sekunden passiert beziehungsweise von der Konsole berechnet worden. Wenn ihr erst dann auf etwas im Spiel reagiert und einen Button drückt, seht ihr den Effekt der Aktion erneut um 0,5 Sekunden verzögert auf dem TV. Ihr verliert also sogar eine ganze Sekunde - in Multiplayergames würde dies einen Ping von 1000 bedeuten. Ein so hoher Input-Lag ist bei modernen Fernsehern aber enorm selten - der Lag ist inzwischen, bis auf sehr günstige Geräte, so klein, dass er in Singleplayer-Spielen oftmals gar nicht auffällt. Unser Autor spricht aus eigener Erfahrung mit seinem Samsung GQ55Q70R (55 Zoll, Anfang des Jahres für 850 Euro gekauft): Als es bei Call of Duty: Modern Warfare im Mulitplayer-Modus alles andere als rund lief, fiel ihm ein, dass er wegen einer über die Xbox abgespielten BluRay den Filmmodus aktiviert hatte - der Spielemodus brachte dann die entscheidenden Millisekunden, um wieder so gut (oder schlecht) wie gewohnt abzuschneiden. Der Lag war zwar nicht so hoch, dass man ihn direkt sehen konnte - aber er war definitiv da und groß genug, um den Erfolg im Spiel zu schmälern. Daher sollte man selbst dann, wenn der TV eine Konsole erkennt und zunächst den Spielemodus aktiviert, immer daran denken, dass man vielleicht selber manuell den Spielemodus wieder deaktiviert haben könnte.

Nicht verwechseln sollte man den Input-Lag mit der Reaktionszeit. Letztere beschreibt, wie schnell die Pixel ihre Farbe ändern können. Bei einer schlechten Reaktionszeit kann es sein, dass man Schlieren im Bild sieht oder dass das Bild etwas unschärfer erscheint. Dies ist bei LCD-TVs allerdings selten zu beobachten. Ein anderes Phänomen ist Tearing, was aber aktuell bei Konsolen kaum ein Thema ist. Tearing ist PC-Nutzern gut bekannt, denn wenn die Grafikkarte schwankende FPS-Werte berechnet, die zudem nicht zur Bildwiederholfrequenz des Monitors passen (zum Beispiel mal 55, mal 47, mal 52 FPS bei einem 60-Hertz-Monitor), kann das Bild in der Mitte zerteilt und leicht versetzt erscheinen.

Bei HDR gibt es vor allem die Standards HDR10, HDR10+ und Dolby Vision. Quelle: Areamobile Bei HDR gibt es vor allem die Standards HDR10, HDR10+ und Dolby Vision. Damit dies nicht geschieht, gibt es V-Sync als Softwarelösung und G-Sync respektive Freesync als Hardwarelösung. Bei LCD-TVs kann es etwas ähnliches auch geben, es ist unter anderem auch als Variable Refresh Rate (VRR) in den technischen Daten zu finden.

HDR für besseren Kontrast

Um die Spiele der kommenden Konsolengeneration spielen zu können, braucht ihr keinen besonderen Fernseher, sofern das Wunschmodell beim Input-Lag nicht sehr schlecht dasteht. Durch bestimmte Features wird das Erlebnis aber verbessert. Ein Thema ist dabei HDR, was auch bei UHD-Filmen ein Thema ist. HDR steht nicht für einen Ringbesitzer aus Mittelerde, sondern für "High Dynamic Range". HDR bezieht sich auf die Farben und deren Kontraste, die eben durch HDR verbessert werden sollen. Vor allem da, wo es ohnehin schon sehr hell oder sehr dunkel ist, soll man durch HDR die Details besser erkennen können. Für HDR benötigt ihr mindestens ein HDMI 2.0a-Kabel. Geräte, die HDR-kompatibel sind, haben die passenden HDMI-Ein/Ausgänge. In Zukunft dürften immer mehr Games HDR bieten, was man freilich auch nur optional aktivieren kann. Denn manch einer bevorzugt es, ohne HDR unterwegs zu sein. Bei manchen Filmen kann das Gesamtbild je nach TV-Gerät zusammen mit HDR beispielsweise ungewohnt dunkel erscheinen.

  1. Seite 1 LCD-TVs: Einleitung; 4K als Standard
  2. Seite 2 LCD-TVs: Input-Lag, Reaktionszeit und HDR
  3. Seite 3 LCD-TVs: Sony Bravia-TVs und 4K für PC-Spiele
  4. Seite 4 LCD-TVs: Neukauf sinnvoll? Tipps zum Sound
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