Playstation 5: Der barrierefreie Playstation-Controller im Hands-on

Special Tobias Meyer
Playstation 5: Der barrierefreie Playstation-Controller im Hands-on
Quelle: Sony Interactive Entertainment

Wir durften uns den neuen, barrierefreien Controller von Sony anschauen. Das sind unsere Eindrücke!

Spätestens seit 2018, mit dem Release des Xbox Adaptive Controller, ist barrierefreies Gaming allgegenwärtig. Jedem Menschen soll es ermöglicht werden, dem schönsten Hobby der Welt nachzugehen, egal, ob die Spieler von körperlichen, kognitiven oder keinen Einschränkungen betroffen sind. Nun zieht Sony mit dem Access Controller für die PS5 nach. Wir haben uns den anpassbaren Controller auf einem Vorschau-Event angeschaut und schildern euch unsere ersten Eindrücke.

Gaming für alle

Bevor entsprechende Hardware entstand, haben Spiele-Entwickler bereits Möglichkeiten zur Barrierefreiheit geboten. In der Regel handelt es sich hierbei um Optionen für Spieler mit Hörproblemen, Sehbehinderte oder Blinde, motorisch eingeschränkte Menschen oder auch Personen mit kognitiven Einschränkungen. Besonders im Bereich audiovisueller und auditiver Darstellungen sind die Lösungen vergleichsweise einfach. Für Menschen mit Höreinschränkungen können Untertitel genutzt werden.

Für Sehbehinderte wird es schon etwas kniffliger. Texte können in gesprochenen Text übersetzt werden, Kontraste verändert oder auch akustische Signale genutzt werden, um den Spieler durch das Abenteuer zu leiten. Eines der prominentesten Beispiele ist hier wohl The Last of Us 2, das über 60 Zugänglichkeitsoptionen bietet.

Die Entwicklung an einer unterstützenden Hardware hat bereits zu Playstation 4-Zeiten begonnen und zeigt, dass es ein längerer Prozess war. Die Idee: Nicht der Spieler soll sich dem Controller anpassen müssen, sondern der Controller dem Spieler.

Dass dieselben Einschränkungen verschiedene Herausforderungen bei Menschen mit diesen Einschränkungen mit sich bringen können, war dabei eines der größten Hindernisse. Entsprechend gab es mehrere Testphasen mit mindestens acht Prototypen, bevor der fertige Access Controller entstand.

Draufsicht Quelle: PC Games

Individualisierung (fast) ohne Grenzen

Der Controller selbst besteht aus zwei Bereichen: Analogstick und einem Tastenbereich. Beide Bereiche können individuell angepasst werden. Es ist jedem Spieler selbst überlassen, ob sich der Stick oben, unten, links oder rechts befinden soll. Zudem gibt es drei verschiedene Aufsätze und die Distanz zu den Tasten kann eingestellt werden.

Je nach Bedarf kann der Tastenbereich frei eingerichtet werden. Durch austauschbare Stickkappen ist es möglich, die Tasten höher oder flacher erscheinen zu lassen. In unserem Hands-on hat sich das besonders bei Spielen wie Gran Turismo 7 und Street Fighter 6 bemerkbar gemacht.

Die Figur im Prügelspiel wurde mit einer Hand via Stick bedient und die andere Hand lag flach auf den Tasten, um die Moves auszuführen. Durch die verschiedenen Kappen konnten die Tasten einwandfrei auf Finger und Ballen verteilt werden.

Gran Turismo konnte auch mit nur einer Hand gespielt werden. Mit den Fingerkuppen wurde hier das Lenkrad bedient und mit dem Handballen wurde Gas gegeben und gebremst. Das funktioniert dank des Tastenlayouts, das ähnlich wie beim Dualsense Edge konfiguriert werden kann.

Analogstick Quelle: PC Games Das Layout bietet die Möglichkeit, Tasten gänzlich zu wechseln, Empfindlichkeiten einzustellen und auch Tasten zu kombinieren und zu halten. Beispielsweise kann ein Tastendruck ausreichen, damit das Fahrzeug durchgängig beschleunigt.

Wenn eine zweite Taste gedrückt wird, kann die Beschleunigung aufgehoben werden und reagiert erst mit dem erneuten Druck wieder. In Street Fighter war es umso nützlicher, zwei Tasten für die essenziellen Movesets zu kombinieren.

Die Kappen der Tasten auszutauschen, ging dabei dank eines Magnetsystems sehr angenehm und schnell. Laut offizieller Aussagen soll es wohl sieben bis zehn Tage dauern, bis man sich an sein individuelles Layout gewöhnt hat.

Angeregt wurde auch, den Gedanken ablegen, dass der Controller ausschließlich für Menschen mit Einschränkungen geeignet sei. Viel eher sei es ein Versuch, einen Controller für alle Vorlieben und Möglichkeiten und zu schaffen.

Natürlich ist der Access Controller nicht perfekt. Für manche Spiele benötigt man einen zweiten Access Controller oder einen Dualsense, um vollumfänglich spielen zu können.

Das macht sich nicht nur im Geldbeutel bemerkbar, auch ist die Steuerung dann recht schwierig. Natürlich kann man auch versuchen, mit nur einem Controller zu spielen, doch God of War und Stray haben in unserem Test gezeigt, dass der Access Controller spätestens bei der Kamerasteuerung Probleme macht.

Eine Lösung hierfür sind adaptive Kits. Die kennen wir schon von Microsoft. Via 3,5 mm Klinkenanschluss kann auch beim Access Controller unterstützendes Zubehör angeschlossen werden.

Hierfür sind von Haus aus vier Anschlüsse vorhanden. Beschränkungen, was angesteckt werden kann, scheint es dabei nicht zu geben. Als offiziellen Partner nennt Sony hier aber Logitech. Wie gut sich mit diesen Erweiterungen spielen lässt, können wir jedoch noch nicht beurteilen.

Kurz vor dem Weihnachtsgeschäft, am 06. Dezember 2023, wird der Controller für knapp 90 Euro erscheinen. Grundsätzlich hat der Controller viel Potenzial, er könnte womöglich aber auch nur der erste Schritt auf dem Weg zu einer völlig neuen Art sein, Spiele zugänglich zu machen. Spannend wird also zu beobachten sein, wie sehr der Access Controller bei der Zielgruppe überzeugen kann und wie Sony den Bereich der Barrierefreiheit weiterentwickeln wird.

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