Playstation Pulse Explore Earbuds im Test: Toller Klang trifft auf markante Schwächen
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Ich hätte die Playstation Pulse Explore Wireless Earbuds gerne zu meinen Haus-und-Hof-Earbuds gemacht. Leider macht Sony mir aber einen großen Strich durch die Rechnung.
Im Englischen gibt es den schönen Ausdruck "baffling ommisions". Im Deutschen gibt es keine vergleichsweise knackige Übersetzung, Google Translate schlägt "verblüffende Versäumnisse" vor, also nutzen wir halt das, besser wird es nicht.
Jedenfalls verspürte ich während meiner Zeit mit den Playstation Pulse Explore Wireless Earbuds oftmals das Gefühl, dass es hier eine große Anzahl verblüffender Versäumnisse gibt. Diese treffen wiederum auf klare Stärken und einen heftigen Preis von (Stand: 12. Dezember 2023) 220 Euro im hauseigenen Playstation-Store.
Damit ihr dieses Wechselbad der Gefühle miterleben könnt, das ich erlebte, unterteile ich diesen Text in abwechselnde Pro- und Kontrapunkte. Fangen wir an mit:
Pro: Design und Verarbeitung
Die Playstation Pulse Earbuds sind groß, sehr groß. Wo vergleichbare Earbuds wie Apples Earpods auf ein schlankes, schlichtes Design setzen, wird hier geklotzt und nicht gekleckert. Das ist freilich Geschmacksache, kommt bei mir aber durchaus gut an.
Hört sich doof an, aber ein wenig fühlt es sich an, als hätte ich zwei kleine PS5s in den Ohren - die Designsprache zwischen Konsole und Peripherie ist sehr einheitlich. Das gilt ebenso für die bulkige, aber schicke Ladebox.
Quelle: PC Games
Auch die Verarbeitung passt. Ja, das ist alles Plastik und wirkt deswegen nicht so hochwertig, wie es sein könnte, aber Dealbreaker ist dieser Umstand keiner. Earbuds und Ladebox sind gut verarbeitet und fühlen sich edel an.
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Kontra: Tragekomfort
Doof nur, dass die Größe und das Gewicht der Earbuds alles andere als Fassade sind. Die Dinger sind SCHWER, und wer bei Kopfhörern empfindlich ist, wird sich hier potenziell schwertun, eine komfortable Methode zu finden, sie zu nutzen. Da helfen auch die drei verschiedenen, beiliegenden Ohrstöpselgrößen nur bedingt.
Mehr noch, werden die Earbuds bei den meisten Usern wohl im Laufe der Zeit durch das kopflastige Gewicht nach und nach nach unten rutschen, wodurch das auf beiden Seiten angebrachte Playstation-Logo irgendwann schräg in die Welt hinausstarrt. Eine seltsame Designentscheidung.
Pro: Sound-Qualität und Mikro
Gaming-Audio mit den Pulse Earbuds zu erleben, ist ein Genuss. Sonys 3D-Audio-Versprechen ist mehr als nur Reklame, hohe Töne, tiefe Töne, alles dazwischen, kommen satt und qualitativ hochwertig im Gehörgang an. Ich trat den direkten Vergleich mit Sonys Pulse-3D-Wireless-Headset an und die Earbuds sind hier der klare Gewinner. Auch bei Musik gibt es wenig zu beanstanden, wenngleich der Unterschied hier nicht ganz so intensiv ausfällt.
Detto das Mikrofon. Erwartet euch hier keine Zauberei, aber die Sprache wird klar erkannt und Umgebungsgeräusche werden bis zu einem gewissen Grad gut herausgefiltert. Einen blechernen Klang oder sonstige Makel machte keiner der drei Leute aus, die ich zum Testhören an Konsole und Smartphone gebeten hatte.
Kontra: Knopfarmut
Die Playstation Pulse Explore Wireless Earbuds sind zuallererst fürs Gaming auf der Playstation gedacht, klar. Wenn ich 220 Tacken für Earbuds auf den Tisch lege, dann aber schon in der Erwartung, sie auch auf anderen Geräten sinnvoll nutzen zu können.
Quelle: PC Games
Und während das prinzipiell der Fall ist - Auf Sonys Geräten erfolgt die Verbindung via des neuen, hausintern entwickelten Standards Playstation Link, für den ein USB-Dongle beiliegt, ansonsten via Bluetooth -, solltet ihr euch von der Idee verabschieden, die Earbuds in eure Ohren zu pfriemeln und dann zum Beispiel euer Smartphone im Rucksack zu verstauen, während ihr Musik und Podcasts direkt über die Kopfhörer ansteuert.
Auf den Earbuds finden sich der Lautstärkeregler, ein Knopf zur Verbindung mit Playstation Link und - nun, nichts und, das war es. Kein Play-Button, kein Pauseknopf, kein Fast Forward, kein Zurückspulen, kein Skip-Button, nichts.
Es ist ja schön, dass die vorhandenen Knöpfe physisch sind und nicht auf fehleranfällige Touch-Erkennung setzen. Wenn die Earbuds keinerlei Steuerung direkt über die Geräte zulassen, sind sie für den Gebrauch abseits der Konsole aber kaum zu gebrauchen, gerade zur Winterzeit, wenn unsereins nur ungern die eiskalten Fingerchen aus den muckeligen Fäustlingen ziehen möchte.
Bildergalerie
Das ist für mich das größte, äh, verblüffende Versäumnis, vor allem mit Blick darauf, dass Sony selbst mit den Inzone Buds vor 20 Euro weniger, also 200 Euro (Stand: 12. Dezember 2023), Earbuds im Angebot hat, die zwar nicht Playstation-gebrandet sind und nicht auf den laut Sony besonders latenzarmen Playstation-Link-Standard setzen, ansonsten aber die meisten Qualitäten der Pulse Earbuds bieten und eben auch abseits der Playstation wundervoll funktionieren. Nun, zumindest laut Informationen Dritter, für diesen Test standen mir die Inzone Buds für einen direkten Vergleich nicht zur Verfügung.
