Playstation-Games auf dem PC: Entwertet Sony PS5 und PS4?

Kolumne Lukas Schmid
Playstation-Games auf dem PC: Entwertet Sony PS5 und PS4?
Quelle: Sony

Nun also auch God of War: Sony bringt immer mehr Spiele von der PS4 auf den PC und erweitert dadurch seine Zielgruppe. Aber entwertet dieses Vorgehen nicht im Umkehrschluss die Playstation-Konsolen? Mit Video!

Wisst ihr noch, als bis vor gar nicht mal so wenigen Jahren Exklusivspiele den jeweiligen Konsolenherstellern als absolut heilig galten? Was inhouse entwickelt, oder zumindest ausschließlich für das jeweilige Gerät hergestellt wurde, das blieb auch alleinig dem entsprechenden Konsolenkosmos vorbehalten, da fuhr die Eisenbahn drüber.

Sogar Microsoft machte bei diesem Spiel mit, und man kann ja wohl doch behaupten, dass der Xbox-Hersteller geringfügiges Interesse daran hat, dass auch das PC-Geschäft gut läuft. Da war ja was mit Windows und so.

Jedenfalls, dort brach der Bann beginnend mit der Xbox One, aus Gründen, die jetzt zu weit führen würden, wollte ich sie vollumfänglich erklären. Fassen wir es zusammen unter TV, TV, TV, Sports Sports, Call of Duty, Sports, TV.

Microsoft ging in den Jahren danach aber sogar noch weiter. Für den PC kommt jetzt eh alles, was dort entsteht, auch Heavy-Hitter wie Halo und Forza. Ori, Cuphead, halbfreiwillig auch Titel wie Psychonauts 2 oder Deathloop gibt es sogar für Playstation und/oder Nintendo Switch.

Nintendo sitzt zwar auf seinen großen Titel drauf wie die Henne auf'm Ei, aber auf Smartphones ist man mit allerlei Spin-offs der bekannten Marken unterwegs, vor allem mit Pokémon.
Sony hingegen, so schien es lange, hatte an Playstation-Untreue absolut kein Interesse. Wer The Getaway spielen wollte, musste das auf der Playstation tun, und basta! Okay, vielleicht nicht das beste Beispiel.

Playstation-Games auf PC: Eine neue Heimat für Nathan, Aloy und Co.

Playstation-Games auf dem PC: Entwertet Sony PS5 und PS4? (3) Quelle: Naughty Dog Playstation-Games auf dem PC: Entwertet Sony PS5 und PS4? (3) Diese Haltung wurde dann zuerst mit PS Now aufgeweicht, aber da ging es ja nur um Streaming. Danach wanderten verdächtig viele halb zu Sony gehörende Projekte wie Death Stranding oder Journey auf den PC.

Ab Mai 2021 stand die Welt aber auf einmal komplett Kopf, denn dann ploppte mit relativ wenig Vorlauf das PS4-Abenteuer Days Gone auf dem PC auf. Es folgte nur kurz darauf Horizon: Zero Dawn, Uncharted: Legacy of Thieves Collection und God of War stehen schon in den Startlöchern, offiziell verlautbarte Sony schon bald nach dem Tabubruch, dass noch "viele weitere" Playstation-Titel geportet werden sollten.

Die anderen tun es doch auch!

Und in dieser Situation befinden wir uns jetzt eben gerade. Auch bei Sony ist der absolute Exklusivitätsgedanke dahin. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis Bloodborne, Gran Turismo, Ghost of Tsushima, Spider-Man und Co. ebenfalls entsprechende Ankündigungen erfahren.

Das ist ungewöhnlicher, als man vielleicht denken mag, der Gedanke "ist halt so wie bei Microsoft" greift zu kurz. Microsoft geht seit vielen Jahren mit einem ganz anderen Verständnis an den Gaming-Markt heran. Nach dem Misserfolg der Xbox One musste man die eigene Sparte neu erfinden.

Seitdem ist Xbox als Konsole nur noch sekundär relevant. Was zählt, ist die Marke. Und die darf und soll überall zu Hause sein - auf dem Gerät unterm Fernseher, auf dem PC, auf Konkurrenzgeräten, als Teil eines Abonnements, als Streamingdienst, überall.

Kurzzeit-Lösung ...

Playstation-Games auf dem PC: Entwertet Sony PS5 und PS4? (2) Quelle: Sony Playstation-Games auf dem PC: Entwertet Sony PS5 und PS4? (2) Nintendo macht eh, was sie wollen, Sony hingegen hält doch recht stark am klassischen System fest. PS Now ist auch nach vielen Jahren eher noch ein Experiment, die Nutzerzahlen sind überschaubar. Was zählt, ist die Konsole, sind PS5 (jetzt kaufen ) und PS4.

Das auch im größeren Rahmen - Sony als Konzern schreibt seit vielen Jahren rote Zahlen, egal, ob es um Fernsehgeräte, Musik oder die Filmsparte geht. Alleine die Playstation-Marke erweist sich Jahr für Jahr als großer Geldbringer.

Klar, auf kurze Sicht sind PC-Ports eine einfache Methode, um Geld zu erwirtschaften. Die Spiele sind fertig entwickelt, entsprechende Umsetzungen benötigen natürlich nicht keine Arbeit, sind aber trotzdem relativ schnell und kostengünstig gemacht.

Aber auf lange Sicht? Stellt man sich da als Unternehmen, dessen Kerngeschäft dermaßen darauf angewiesen ist, dass die Playstation-Konsolen gut laufen, nicht selbst ein Bein?

... langfristige Probleme?

Ich denke nicht, nein. Denn mit dem aktuellen Vorgehen ist man ja doch noch weit, weit weg von den Parallelveröffentlichungen der Spiele aus den Xbox Game Studios, die dann auch noch allesamt in den Game Pass wandern, Nein, hier erscheint ein Spiel und dann wird erst einmal Vollpreis bezahlt, absolute Ausnahmen wie Destruction All-Stars mal ausgenommen.

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