Pioneers of Pagonia: Balsam für die geschundene Siedler-Seele!

Special Viktor Eippert
Pioneers of Pagonia: Balsam für die geschundene Siedler-Seele!
Quelle: Envision Entertainment

Am 13. Dezember 2023 startet das neue Spiel von Siedler-Erfinder Volker Wertich in den Early Access. Wir haben bereits fleißig die Wiesen, Küsten und Berge von Pagonia besiedelt und verraten euch, ob es der erhoffte Aufbau-Spaß für ausgehungerte Siedler-Fans ist.

Besonders gemein sind aber die beiden übernatürlichen Gegnertypen. Die Schemen kommen in unser Dorf, um unsere Pioniere zu erschrecken. Das klingt harmlos, ist aber gerade im frühen Spiel sehr problematisch, weil unsere Bewohner dermaßen viel Angst haben, dass sie ihren Beruf vergessen und die dazugehörige Ausrüstung verlieren. Selbst stattliche Veteranensoldaten verlieren dann die wertvolle Bewaffnung samt Rüstung und Eisenschild. Da helfen nur die furchtlosen Waldläufer oder Draufgänger aus der Abenteurergilde.

Werwölfe stellen uns dagegen vor ein ganz anderes Problem. Die Lykaner knabbern nämlich allzu gerne unsere Einwohner an, wodurch diese wie verzaubert zum Werwolfbau torkeln und sich selbst in Bestien verwandeln. Das gilt auch für sämtliche Kampfeinheiten, die ihr Duell verlieren. Daher entsteht mit Werwölfen schnell ein Tauziehen, ob sie außer Kontrolle geraten oder wir rechtzeitig genug Draufgänger ausbilden können. Diese Abenteurerklasse ist dank ihrer Silberdegen besonders effektiv gegen die Mondheuler, doch Silbererz ist vergleichsweise selten und wertvoll.

Unsere Soldaten kämpfen gegen Banditen. Quelle: Envision Entertainment Die Kämpfe laufen als Duelle zwischen zwei Einheiten ab. Dabei haben wir wie in Siedler 1 oder 2 keine direkte Kontrolle über unsere Einheiten.

Duelle ohne direkte Kontrolle

Die Kämpfe und das Einheitenmanagement sind vom Prinzip her übrigens vergleichbar mit Siedler 1 und 2 oder Dungeon Keeper. Soll heißen: Wir können Einheiten nicht direkt steuern, stattdessen bilden wir sie mit den entsprechenden Waren in Garnisonen aus und teilen sie dann Wachgebäuden zu. Von dort setzen wir dann einen Wegpunkt, damit sie in der Gegend nahe Widersacher automatisch attackieren.

Die Kämpfe selbst laufen dabei wie im ersten Siedler als Duelle per Zufallsprinzip mit Siegchancen ab. Einfache Soldaten mit Kupferschwert und Holzschild ziehen gegen Elitebanditen zum Beispiel häufig den Kürzeren, während Veteranensoldaten grundsätzlich die besten Gewinnchancen haben, aber auch mal gegen lausige Standarddiebe verlieren.

Nochmals verbessern können wir unsere Aussichten im Kampf, wenn wir Münzen und andere Wertsachen in Schatzkammern bunkern. Siedler 3 (unser Retrospecial) lässt grüßen und will seine mit Gold und Edelsteinen vollgestopften Lager zurück!

Der Stadtkern einer Siedlung Quelle: Envision Entertainment Es ist immer wieder schön, die Pioniere durch die Siedlung wuseln zu sehen. Im Modus "Insel erobern" steht der Kampf mit den Gegnern sogar im Fokus - pagonische Dörfer gibt es hier keine. Stattdessen müssen wir die komplette Karte von Gegnerlagern säubern, um den Sieg davonzutragen.

Am meisten Spaß hatten wir, wenn sowohl Aufgaben als auch Gegner aktiv waren, da hier alle Features von Pioneers of Pagonia zum Tragen kommen und ineinandergreifen. Um Außenposten oder seltene Schätze für die Dörfer zu erreichen, mussten wir dann immer erst einmal gegnerische Lager plätten. Gleichzeitig müssen wir aber stets auf der Hut vor Angriffswellen aus den Lagern sein.

Spaß mit Potenzial für mehr

Je nach Kartengröße und eingestelltem Schwierigkeitsgrad kann eine Partie in Pioneers of Pagonia nach einer Stunde vorbei sein oder auch mal über zehn Stunden dauern. Gerade auf großen Karten dauert es mitunter, bis man seine Grenze zu allen relevanten Orten erweitert hat, um die Aufgaben dort zu erledigen. Immer kann man Wartezeiten aber gut überbrücken, indem man die Spielgeschwindigkeit erhöht.

Noch nicht ideal erscheint uns bisher das Balancing bei der Kartenerstellung. Manchmal hatten wir reichlich Platz zum Expandieren und stießen auf einen guten Mix aus Dörfern und Gegnerlagern. An anderer Stelle waren wir dagegen quasi direkt zum Start von Gegnern umzingelt, obwohl unsere Einstellung eigentlich moderat war. Erfahrene Spieler kommen damit klar, doch gerade Einsteiger könnten hier unnötigen Frust erfahren.

Eine Waffenschmiede in Einsatz Quelle: PC Games Die Arbeitsabläufe sämtliche Produktionsgebäude sind von vorne bis hinten animiert und schick anzuschauen. Hier werkeln unsere Waffenschmiede an Bronzeschwertern. Da Pagonia komplett auf zufallsgenerierte Karten ohne Kampagne und Szenarien setzt, ist die Abwechslung aktuell außerdem noch überschaubar. Das kann sich im Verlauf der Early-Access-Phase bis zum Release aber natürlich noch ändern. Konkret laut Roadmap geplant sind etwa weitere Aufgabentypen, neue Einheiten und diverse Quality-of-Life-Features. Ob das reicht, um Pioneers of Pagonia zu einem Aufbauhit zu machen, den man immer wieder gerne hervorkramt, muss sich noch zeigen.

Eines können wir zum Abschluss aber auf jeden Fall bereits attestieren: Selbst mit dem aktuellen Content-Stand macht Pioneers of Pagonia jetzt schon deutlich mehr Spaß als Die Siedler: Neue Allianzen! Transparenzhinweis: Die Early-Access-Version des Spiels wurde uns vorab von Envision Entertainment zur Verfügung gestellt.

Fazit

Charmantes Aufbauspiel für alle, die Old-School-Siedler vermissen und nicht unbedingt eine Kampagne oder Szenarien brauchen. Schon jetzt besser als der letzte Siedler-Teil.

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