Pillars of Eternity 2: Deadfire - Backer-Beta gespielt! Preview zum nächsten Rollenspiel-Hit 2018

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Pillars of Eternity 2: Deadfire - Backer-Beta gespielt! Preview zum nächsten Rollenspiel-Hit 2018
Quelle: Obsidian Entertainment

Pillars of Eternity 2: Deadfire steht kurz vor dem Release. Der Rollenspiel-Nachfolger nimmt Fahrt auf und setzt Kurs auf die Genre-Spitze, wo aktuell Divinity: Original Sin 2 einsam seine Kreise zieht. PC Games-Redakteur Peter Bathge hat als Kapitän eines Piratenschiffes die Betaversion geentert und sagt euch, was genau ihr von dem Retro-Rollenspiel aus der Hand des Oldschool-Studios Obsidian erwarten dürft und welche Neuerungen der Titel im Gepäck hat.

Pillars of Eternity 2: Deadfire (jetzt kaufen / 35,99 € ) ist ein untypischer Nachfolger. Entwickler Obsidian hätte nach dem Erfolg des per KIckstarter finanzierten Vorgängers nur Detailänderungen vornehmen müssen: Hier ein bisschen am Kampfsystem drehen, da ein paar Änderungen am Balancing vornehmen. Doch mit gut 4,5 Millionen Dollar Kapital aus einer neuen Crowdfunding-Kampagne bei Fig.co im Rücken, entschied sich Obsidian gegen einen solchen Nachfolger nach Schema F. Pillars of Eternity 2 hat in Sachen Szenario kaum noch was mit dem Erstling zu tun, statt klassischer Fantasy-Welt erwartet Rollenspieler karibisches Südsee-Flair.

Wie weit Pillars of Eternity 2: Deadfire seit der Ankündigung vor über einem Jahr gediehen ist, überprüften wir gut zwei Monate vor dem Release am 8. Mai 2018 - anhand der Backer-Beta für Unterstützer und Journalisten. Stundenlang tauchten wir in eines der neuen Gebiete von Pillars of Eternity 2 ab - und gewannen für unsere Vorschau allerlei neue Erkenntnisse über Gameplay-Änderungen und die Besonderheiten des neuen Szenarios.

Pillars of Eternity 2-Preview: Gott auf der Flucht, Party im Boot

Bei einer Wertung von 91 Spielspaßpunkten von einer Enttäuschung zu reden, wirkt im ersten Moment vielleicht paradox. Aber Pillars of Eternity war trotz all seiner bestechenden Oldschool-Qualitäten nun mal kein perfektes Spiel. Nirgendwo wurde das so deutlich wie in der Burg, die der Spieler im Verlauf der Handlung übernahm und die er stufenweise ausbaute. Entwickler Obsidian verpasste es nämlich, die Rückkehr zur Festung mit neuen Quests und interessanten Entscheidungen zu einem Highlight des Spielverlaufs zu machen. Stattdessen schöpfte Pillars of Eternity das Potenzial dieser Spielidee niemals richtig aus. Drei Jahre später nimmt sich der Nachfolger mit dem Untertitel Deadfire dieses Mangels in der wohl elegantesten Art und Weise an: Statt den Spieler dazu zu bringen, zur Festung zurückzukehren, begleitet ihn die eigene Heimstatt einfach auf Schritt und Tritt - in Form eines waschechten Piratenschiffes!

Die Seelen-Thematik aus Teil 1 ist zurück und erlaubt Abstecher an ungewöhnliche Orte. Quelle: Obsidian Entertainment Die Seelen-Thematik aus Teil 1 ist zurück und erlaubt Abstecher an ungewöhnliche Orte. Rund um die Inseln des Deadfire-Archipels nehmt ihr die Spur eines verrückt gewordenen Gottes auf, der in die steinerne Haut einer riesigen Statue geschlüpft ist - einer Statue, die sich dummerweise in dem Mega-Dungeon unter der Burg des Spielers aus Pillars of Eternity befand und die bei ihrem Ausbruch den ganzen Landstrich verwüstet hat. Des einstigen Heims, eines Teils seiner Seele und vieler seiner Kräfte aus dem Vorgänger beraubt, macht sich der wahlweise aus einem vorherigen Spielstand importierte, aber wieder bei Stufe 1 startende Held auf die Suche nach dem ausgebüxten Gott. Zu diesem Zweck verbündet ihr euch im Spielverlauf mit einer von vier Fraktionen, von pazifistischen Enheimischen über raffgierige Händler und imperiale Invasoren bis hin zu noblen Piraten.

Die Wahl einer Gruppierung ist nur eine von vielen Entscheidungen im Spielverlauf; in den mindestens 50 Stunden der Einzelspielerkampagne stehen erneut zahlreiche Quests an, die mit kniffligen moralischen Dilemmata aufwarten. Noch öfter als zuvor haben dabei die Attribute eures Hauptcharakters großen Einfluss auf das Ergebnis. Praktisch: Beim Spielstart festgelegte Werte wie Einschüchtern und Charisma lassen sich nunmehr bei jedem Levelaufstieg separat zu Kampfattributen wie Stärke und Intelligenz steigern, außerdem dürft ihr in Dialogen Gebrauch von euren Begleitern machen. Hat von denen etwa einer einen hohen Wissenswert, wird ein Teil davon auf das entsprechende Attribut eures weniger talentierten Hauptcharakters draufgeschlagen. Auf der Weltkarte dirigiert ihr euer Schiff in Echtzeit – auf dem Weg zu neuen Locations kommt es zu Zufallskämpfen. Quelle: Obsidian Entertainment Auf der Weltkarte dirigiert ihr euer Schiff in Echtzeit – auf dem Weg zu neuen Locations kommt es zu Zufallskämpfen.

PoE 2-NPCs: Freunde und Liebhaber

In der Rollenspiel-Party von Pillars of Eternity 2 finden allerdings nur noch insgesamt fünf Charaktere Platz - das ist einer weniger als im Vorgänger! Eure vier Begleiter sucht ihr euch aus einem siebenköpfigen Personenkreis aus, drei davon (Edér, Aloth, Pallegina) sind alte Bekannte. Bei den Neuzugängen empfiehlt sich unter anderem der Druide Tekehu für weitere Aufgaben; er verwandelt sich auf Knopfdruck in einen Zähne fletschenden Haifisch-Hybriden und lässt Wasser- sowie Eiszauber vom Stapel. Die Waldläuferin Maia unterhält einen derweil mit Geschichten über ihren Bruder Kana, einem der Begleiter aus Pillars of Eternity.

Top: Wie in Baldur's Gate 2 oder modernen Bioware-Produktionen à la Mass Effect: Andromeda dürft ihr mit den meisten Kameraden anbandeln und eine Romanze eingehen. In der für diesen Artikel gespielten Beta, die lediglich einen kleinen Teil der Spielwelt enthielt, war davon aber noch nichts zu sehen. Denn unseren zu Spielbeginn in einem umfangreichen Editor erstellten Protagonisten begleiteten ausschließlich anheuerbare Söldner ohne Persönlichkeit. Statt Schäkern mit NPCs stand etwas anderes im Fokus: das überarbeitete Kampfsystem.

Deadfire-Preview zum Kampfsystem: Mach mal Pause!

Auch Pillars of Eternity 2: Deadfire setzt auf ein Echtzeit-System mit Pausenfunktion, um in den häufigen Gefechten gegen menschliche und magische Unholde taktische Manöver auszuführen. Allerdings hat Entwickler Obsidian einige Änderungen vorgenommen, um die Auseinandersetzungen weniger chaotisch wirken zu lassen. Da wäre zum einen der Verzicht auf das sechste Party-
Mitglied, was unmittelbar den Wegfindungsroutinen der restlichen KI-Begleiter zugutekommt. Zudem hat Obsidian die Spielgeschwindigkeit gesenkt - wer will, darf aber immer noch im schnellen Modus spielen oder alternativ eine Superzeitlupe aktivieren. Bei den Probekämpfen in der Beta erschien uns die normale Stufe für Veteranen des ersten Teils etwas zu behäbig, die Wartezeiten beim Aussprechen einer Magieformel zu lang. Hier dürfen die Entwickler gerne noch Feintuning betreiben, damit das Ganze nicht zu sehr in Richtung rundenbasiertes Kampfsystem à la Divinity: Original Sin 2 abdriftet.

Zauber und Spezialfähigkeiten werden standardmäßig langsamer als im Vorgänger abgespult. Quelle: Obsidian Entertainment Zauber und Spezialfähigkeiten werden standardmäßig langsamer als im Vorgänger abgespult. Ein gänzlich anderes Spiel stand dagegen Pate bei den neuen Kampfressourcen: Wie in Diablo 3 haben jetzt nahezu alle Klassen einen zusätzlichen "Rohstoff", der für den Einsatz von Spezialfähigkeiten ausgegeben werden kann. So brauchen Kämpfer Disziplinpunkte, um Aktionen wie Niederwerfen auszuführen. Die Zähler regenerieren sich nach jedem Kampf, ebenso wie die Lebensenergie: Das Ausdauersystem aus dem Vorgänger hat Obsidian wegen der Verwechslungsgefahr der zwei Lebensbalken ad acta gelegt. Im Kampf niedergeschlagene Figuren werden jedoch weiterhin verkrüppelt; eine solche Verletzung reduziert die maximale Anzahl der Gesundheitspunkte bis zur nächsten Rast. Bei einem Schläfchen im Wirtshaus oder im Zeltlager werden auch die sogenannten Ermächtigungspunkte wiederhergestellt: Damit dürfen wir einmal pro Schlacht die Kampfressourcen eines Charakters auffüllen oder dessen nächsten Spezialangriff verstärken.

Apropos Rasten: Das funktioniert diesmal ohne Camping-Vorräte, stattdessen solltet ihr für appetitliche Nahrungsmittel im Inventar sorgen. Denn diese verleihen euren Helden bei der nun jederzeit möglichen Rast einen besonderen Bonus. Auch wenn ihr mit eurem Schiff unterwegs seid (siehe Kasten oben), spielt der Proviant eine Rolle: Wer nur trockenen Schiffszwieback verteilt, muss sich unter Umständen auf eine Meuterei gefasst machen, denn die Qualität der Lebensmittel beeinflusst die Moral der Mannschaft (eine hohe Moral gewährt unter anderem Bonus-XP). Wer schlau ist, nutzt daher das Crafting-System, um aus einzelnen Zutaten schmackhafte Gerichte zuzubereiten. Aber natürlich seid ihr in Pillars of Eternity 2 nicht nur Koch, sondern könnt eure Handwerksfähigkeiten auch einsetzen, um Ausrüstungsgegenstände zu verbessern und neue Waffen und Rüstungen herzustellen.

  1. Seite 1 Pillars of Eternity 2-Preview: Story, NPC-Begleiter und Kampfsystem
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