Phoenix Point-Preview: Lovecraft trifft XCOM - Exklusiver Blick auf das neue Indie-Taktikspiel für den PC
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Was ist Phoenix Point? Im Interview mit Julian Gollop, dem Erfinder von X-COM, entsteht das Bild eines ambitionierten Rundentaktik-Spiels, das sich manches von den modernen XCOM-Spielen abschaut - aber dennoch seine Eigenständigkeit bewahrt. Die große Vorschau zu Horror-Szenario, Alien-Mutationen und Geoscape gibt's exklusiv bei PC Games!
Kein Lust auf XCOM 2 und das Add-on War of the Chosen nach dem Test? Dann ist ja vielleicht Phoenix Point was für euch! Die exklusive Preview zum Rundentaktik-Spiel erklärt euch, warum XCOM-Fans den für einen 2018-Release angekündigten Titel genau im Auge behalten sollten - und X-COM-Fans sowieso.
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Phoenix Point-Vorschau: Ein Altmeister meldet sich zurück
Die Spielebranche kann manchmal ganz schön unfair sein. Zum Beispiel zu Julian Gollop. Der Erfinder der X-COM-Serie hob 1994 mit dem Rundentaktik-Spiel fast im Alleingang ein gänzlich neues Sub-Genre aus der Taufe. Damit sollte er heute eigentlich eine ähnliche Popularität wie wegweisende Designer à la Warren Spector (Deus Ex) oder Richard Garriott (Ultima) genießen. Stattdessen wird sein Stern längst überstrahlt von Jake Solomon und dessen Team bei Firaxis, die mit dem genialen Reboot XCOM: Enemy Unknown der schwächelnden Reihe 2012 neues Leben einhauchten.
Deutsche Spieler können mit Gollops Namen erst recht nichts anfangen, auch weil die Marktpenetration des ursprünglichen Spiels um den Kampf gegen Alien-Invasoren hierzulande unter der Namensänderung in UFO: Enemy Unknown zu leiden hatte. Doch nach jahrelanger Inaktivität und einem Abstecher zu Ubisoft macht Gollop wieder von sich reden: 2015 mit dem Multiplayer-lastigen Rundenstrategie-Spiel Chaos Reborn - und dieses Jahr mit der Crowdfunding-Kampagne zu Phoenix Point. Letzteres soll an alte X-COM-Erfolge anknüpfen. Wie genau, das verriet uns Julian Gollop persönlich.
Die Monster aus dem Nebel
In Phoenix Point (offizielle Homepage) steht die Menschheit vor dem Abgrund: 40 Jahre in der Zukunft hat ein Alien-Virus die Meere in ein fremdartiges Biotop für groteske Kreaturen verwandelt und ein mysteriöser Nebel breitet sich an Land aus. Milliarden sterben. Die letzten Überlebenden verschanzen sich in Enklaven, abgeschottet von der Außenwelt und sowohl den außerirdischen Mutanten als auch den anderen Fraktionen feindlich gegenüber eingestellt.
Quelle: Snapshot Games
Mit Waffen-Mods und Zusatzausrüstung wie einem Schulterraketenwerfer personalisiert ihr eure Soldaten.
Der Spieler übernimmt die Kontrolle einer Zelle des Phoenix-Projekts, einer Spezialeinheit von Soldaten und Wissenschaftlern, die die letzte Hoffnung der Menschheit darstellt. Parallelen zu XCOM sind also vorhanden, doch Julian Gollop und sein Team von Snapshot Games im bulgarischen Sofia setzen anders als der große Konkurrent auf eine dichte Horror-Atmosphäre. Statt der perfekt gestylten Advent-Truppen aus dem Firaxis-Spiel XCOM 2 stellen sich euren Soldaten vom Virus verzerrte Meereskreaturen mit monströsen Zügen entgehen. Der Nebel, der die Mutanten vom Meer aus an Land transportiert, stellt eine beklemmende Präsenz dar; Einflüsse von Autoren wie H.P. Lovecraft und Stephen King sind unübersehbar.
Das Zusammenspiel zwischen Phoenix-Team und den Fraktionen (darunter Militaristen, religiöse Fanatiker und technologisch fortgeschrittene Isolationisten) soll Phoenix Point von einem typischen XCOM-Klon zu etwas Besonderem machen. Auf der Weltkarte geht's eher wie in der Civilization-Serie zu: Ihr knüpft zarte diplomatische Bande zu den anderen Überlebenden, nehmt neue Stützpunkte ein (im Notfall auch mit Waffengewalt), errichtet dort Gebäude wie Werkstätten, Forschungslabore oder Trainingszentren, verteidigt die Lager gegen Angriffe und erforscht die Umgebung. Wie in XCOM 2 verteilt ihr Personal auf Forschungs- und Bauprojekte. Soldaten können auch per Training in einer eurer Basen verbessert werden. Eine Prise Handel ist enthalten, zudem sind Allianzen möglich, dann erhaltet Phoenix Point-Spieler Zugriff auf exklusive Technologien der jeweiligen Gruppe.
Quelle: Snapshot Games
Die Geoscape erinnert an X-COM. Ufos abschießen dürft ihr wohl nicht, aber neben Basisbau und Missionsauswahl soll der Luftkampf eine noch nicht näher definierte Rolle spielen.
Civilization trifft XCOM
Mit wem ihr paktiert und wie sich die Anführer der Fraktionen verhalten, ist abseits grober Verhaltensrichtlinien für die KI nicht vorgegeben: Wie in einem 4X-Strategiespiel soll es bei jedem Spieldurchgang zu anderen Bündnissen kommen und die Aliens oder der Spieler können Parteien komplett auslöschen - dabei kann es auch zu dreiseitigen Auseinandersetzungen kommen.
Auf der Geoscape genannten Weltkarte läuft das Geschehen übrigens in Echtzeit ab. Ihr könnt pausieren und werdet durch einen übergeordneten Countdown ähnlich dem Avatar-Projekt in XCOM 2 unter Druck gesetzt. Missionen mit in Stein gemeißelten Rundenlimits sollen aber eine Seltenheit sein, stets wird man entsprechende Timer verlängern können. Neben den drei Rohstoffen Nahrung, Baumaterial und Forschungspunkte wird es auch noch (sehr knappe) besondere Ressourcen geben, die für die mächtigsten Gebäude und Upgrades nötig sind. Von eurer stark befestigten Phoenix-Basis aus expandiert ihr in die von Menschen bewohnten Zufluchtsorte (Havens), die teils bereits unter Kontrolle einer anderen menschlichen Fraktion stehen - bei Gegenangriffen kommt es zu Verteidigungsmissionen wie damals in X-COM/UFO: Enemy Unknown.
Coole Idee: Riesige, langsame Kreaturen (Behemoths) setzen manchmal Kurs auf eine Stadt - wenn sie ankommen, ist Zerstörung garantiert. Also müsst ihr auf dem Rücken der Kolosse landen und im Laufe eines harten Kampfs Bomben platzieren, die den Leviathan ausschalten.
Abhängig von euren Entscheidungen bekommt ihr in Phoenix Point eine von mindestens drei Endsequenzen zu sehen; an der hauptsächlich per (vorgelesenem) Text transportierten Story arbeiten zwei von aktuell rund 20 Mitarbeitern bei Snapshot Games. Im Gegensatz zu einer linearen Erzählung entwickeln sich die Ereignisse abhängig von eurem Wirken auf der Weltkarte. Neben vordefinierten Story-Missionen gibt es auch viele Zufallselemente bei Map-Design und Gegnerzusammenstellung, das soll den Wiederspielwert erhöhen.
