Payday 3 in der Hands-on-Vorschau: Games as a Promise - Seite 2
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Wir waren in Stockholm, um die Heist-Shooter-Fortsetzung Payday 3 zu spielen. Die bringt einige sinnvolle Neuerungen mit sich, für die Fans des Vorgängers könnte sich der Titel aber wie ein Rückschritt anfühlen. Warum, lest ihr in unserer Vorschau.
Bis auf Details sind diese Abläufe Payday-Fans bestens vertraut. Das ist laut der Entwickler auch beabsichtigt. Teil drei soll hinsichtlich Gameplay keine großen Sprünge machen, sondern Newcomern den Einstieg erleichtern und nach und nach weitere Spielfunktionen hinzufügen. Die Zugänglichkeit soll dabei konstant gewährleistet bleiben, die Release-Version bietet deshalb unter anderem ein Tutorial zur Eingewöhnung. Man merkt, dass Payday 3 vor allem ein solides Gerüst sein soll, auf dem das Team im Post-Launch einen besseren Titel aufbauen möchte. Nach einigen Runden wirken die Feuergefechte schon eher mühsam als aufregend, was auch den widerstandsfähigen, aber hummeldummen Gegnern geschuldet ist. Mehr Abwechslung bei den Feindtypen oder mehr clevere Möglichkeiten zur Bekämpfung der Kontrahenten - zum Beispiel durch Interaktion mit der Umgebung - würden der Langeweile entgegenwirken, in der gezeigten Version müssen wir uns aber mit dem Austausch von Blei zufriedengeben.
Auf die zärtliche Tour
Fesselnder geht es in der Stealth-Variante zu. Wo im lauten Modus alle irgendwann in Schusswechsel verwickelt sind und herumrennen wie kopflose Hühner, stehen hier Fokus und Koordination an vorderster Stelle. Bei einem Kunstraub schleichen wir uns übers Dach durch einen Lüftungsschacht in ein Museum, in dem ein paar Nachtwächtern patrouillieren. Im Gebäude müssen wir das Büro des Managers finden. Darin finden wir Informationen darüber, in welcher Halle die wertvollsten Werke ausgestellt werden und wie wir diese auch als Kunstbanausen identifizieren können.
Auf dem Weg zum Ziel schleichen wir an Wachen vorbei, hacken Kameras, weichen Lasern aus und suchen Key-Karten, um bestimmte Räume zu öffnen. Zwar kann sich auch das Herumschleichen als langwierig herausstellen, wenn man ein bestimmtes Objekt oder den Zugang zu einem Raum partout nicht findet, unterm Strich fühlten wir uns bei dieser Variante aber viel mehr ins Geschehen involviert als beim stumpfen Geballere. Werden wir jedoch erwischt, führt daran kein Weg vorbei. Wurden die Security oder einer der draußen herumspazierenden Zivilisten erst einmal auf uns aufmerksam, gibt es keine Möglichkeit, in den Stealth-Modus zurückzukehren.
Quelle: Starbreeze Studios
Dadurch, dass Skills und Loadout recht frei kombinierbar sind, müssen wir uns zumindest nicht mit einem unflexiblen Stealth-Build begnügen, der unspielbar wird, wenn beim Heist etwas schiefgeht. Ein Neustart oder Abbruch der Mission ist also nicht notwendig, sollte uns mitten in der Mission ein Missgeschick unterlaufen.
Was wir gespielt haben, war definitiv keine Revolution des Genres, aber eine sinnvolle Weiterentwicklung des grundlegenden Spielprinzips der Payday-Reihe.
Veteranen könnten vom Umfang enttäuscht sein, immerhin wurde der Vorgänger über die letzten zehn Jahre immer wieder mit Inhalten erweitert, die im Basisspiel von Payday 3 fehlen. Vor allem die lediglich acht Level und sechs wählbaren Figuren fühlen sich beim direkten Vergleich erst mal wie ein Rückschritt an. Da es sich ganz explizit um ein Live-Service-Spiel handelt, dürfte aber irgendwann der Punkt erreicht sein, an dem die neue Version die alte hinsichtlich der Erweiterungen überholt.
Die Live-Service-Blaupause
Quelle: Starbreeze Studios
Almir Listo
Nach unserem Hands-On hatten wir die Gelegenheit, den anwesenden Entwicklern, darunter Paydays Brand Director Almir Listo und Lead Producer Andreas Hall-Penninger, einige Fragen zu den Release- und Post-Release-Plänen des Studios stellen, um ein noch klareres Bild zu erhalten.
Es wurde uns bestätigt, dass Payday 3 Echtgeld-Transaktionen enthalten soll und kosmetische Items sowie Ingame-Währung mit echter Kohle bezahlt werden müssen, beziehungsweise können. Auskunft über die Preise einzelner Gegenstände oder den Wechselkurs zwischen Spielgeld und Euro wollte man uns jedoch nicht geben. Ein großer Teil der Entwicklung hinge auch davon ab, wie bestimmte Entscheidungen von der Spielergemeinde aufgenommen würden. Darauf angesprochen, ob die Preise sich überhaupt noch im Rahmen der "Mikro"-Transaktionen bewegen oder wie etwa bei Diablo 4 so hoch sind, dass man davon sogar ein komplett anderes Spiel kaufen könnte, meinte Listo, dass sich die Monetarisierungs-Philosophie bei Starbreeze in erster Linie daran orientieren soll, was die Fans ihnen durchgehen lassen. "Egal, ob fünf Dollar oder 30, wenn die Spieler plötzlich what the fuck sagen, müssen wir darauf reagieren und [den Preis] anpassen".
Hinsichtlich größerer DLC-Pakete ließen sich die Entwickler hingegen kaum Informationen entlocken, lediglich, dass es sowohl kostenlose als auch kostenpflichtige Updates geben soll, die neue Spielinhalte und Funktionen mit sich bringen. Eine Roadmap sei in Richtung Launch zu erwarten.
Was allerdings definitiv irgendwann folgen wird, ist ein erneuter Wechsel der Engine von Unreal Engine 4 auf Unreal Engine 5. Zunächst soll das Spiel jedoch in UE4 optimiert und gelauncht werden, bis zur Umstellung wird es noch eine ganze Weile dauern.
Quelle: Starbreeze Studios
Andreas Hall-Penninger
Weil die Konsolenversion von Payday 2 entgegen den Versprechen der Entwickler nach einiger Zeit schon nicht mehr mit Content versorgt wurde, hakten wir nach, ob Payday 3 garantiert auf allen Systemen aktuell gehalten wird. Wenig überraschend wurde unsere Frage bejaht. Starbreeze sei sich bewusst, die Fans in der Vergangenheit in die Pfanne gehauen zu haben und wolle in Zukunft auch auf Konsolen abliefern, was versprochen wurde - und das garantiert in 60 Frames pro Sekunde - Ehrenwort.
Ein weiteres Thema, das zumindest einen Teil der Community interessieren dürfte, ist Mod-Support. Listo und Hall-Penninger schwärmten während der Präsentation von der Payday-Community und der Tatsache, dass die Fans die Vorgänger mit Mods nach den eigenen Vorstellungen anpassen. So könne man zum Beispiel durch einen Mod die Spieleranzahl auf über 20 erhöhen.
Unsere Frage, ob es möglich sein wird, Payday 3 mit Mods zu erweitern, erhielt jedoch keine eindeutige Antwort. Man wolle das Spiel bei Launch unbedingt in seinem Urzustand behalten und sich erst im Post-Launch mit Modding auseinandersetzen. Wie genau das bewerkstelligt werden soll und welche Einschränkungen oder Freiheiten für Modder bestehen, soll in Zukunft klar kommuniziert werden.
Wie also das Payday 3 der Zukunft aussehen wird, ist derzeit nur ein Plan in den Köpfen und Designdokumenten der Entwickler und kann noch nicht bewertet werden. Wir sind vor allem gespannt, wie Starbreeze die Echtgeld-Transaktionen bei Release implementiert, wie schnell und in welchem Umfang Content nachgeliefert wird und wie der geplante Engine-Wechsel über die Bühne geht. Die erste Version von Payday 3 erscheint am 21. September 2023 für PC, Playstation 5 und Xbox Series X|S.
