So spielt sich der Pathfinder-Nachfolger Wrath of the Righteous: Auf Kreuzzug gegen die Dämonen
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Die Zeiten als Herrscher über ein eigenes Reich sind vorbei. Im Nachfolger zu Pathfinder: Kingmaker führt ihr stattdessen als mystischer Held den Kreuzzug gegen eine Dämonen-Invasion an. Die Macher von Pathfinder: Wrath of the Righteous haben uns besucht und eine erste spielbare Version des Rollenspiels mitgebracht.
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Mit Pathfinder: Kingmaker haben die Entwickler von Owlcat Games Ende 2018 einen Achtungserfolg erzielt und sich einen Platz unter den namhaften Vertretern der klassischen isometrischen Rollenspiele erkämpft. Die Erlöse konnten die Macher aus Moskau immerhin auch dazu nutzen, um sich von Publishern unabhängig zu machen und zu einem echten Indie-Studio zu werden. Ein Nachfolger war da natürlich der nächste logische Schritt. Pathfinder: Wrath of the Righteous (jetzt kaufen / 4,99 € ) basiert wieder auf der Pen&Paper-Vorlage, die sich seit einigen Jahren als Alternative zum klassischen Dungeons & Dragons etabliert hat.
Für die Finanzierung des Projekts starten die Entwickler erneut eine Kickstarter-Kampagne, die auch wieder dazu dienen soll, mit den engsten Fans Kontakt aufzubauen und deren Feedback in die Entwicklung des Spiels einzubinden. Damit hat das Team beim Vorgänger bereits gute Erfahrungen gemacht. Damals konnte fast eine Million US-Dollar von mehr als 18.000 Unterstützern gesammelt werden. Damit sich jeder ein genaueres Bild von den Zielen der Entwickler machen kann, haben uns die Macher im Vorfeld in der Redaktion besucht und dabei sogar schon einen spielbaren Prototyp im Gepäck gehabt.
Krieg gegen die Hölle
Zunächst ließ es sich Creative Director Alexander Mishulin jedoch nicht nehmen, uns die Vision der Entwickler für Pathfinder: Wrath of the Righteous in einer Präsentation vorzustellen. Genau wie der Vorgänger bedient sich das Spiel an der vielfältigen Welt der analogen Vorlage. Mit dem "Wrath of the Righteous"-Abenteuerpfad dient jedoch ein gänzlich anderes Abenteuer als Grundlage. Das bedeutet, dass das Rollenspiel zwar in der gleichen Welt angesiedelt ist, jedoch an völlig anderen Schauplätzen, mit anderen Charakteren und Fraktionen stattfindet.
Quelle: Owlcat Games
Bei der Balagerung einer Stadt in Feindeshand bekommt es die Heldentruppe mit jeder Menge Dämonen zu tun. Da müssen dann auch mal effektreiche Zauber ausgepackt werden.
Die Ausgangslage ist eine düstere. Die Welt wird von einer Invasion von Dämonen heimgesucht. Seit hundert Jahren halten die Bewohner den Einmarsch mit Mühe und Not in Schach, ohne die Höllenbrut jedoch gänzlich vertreiben zu können. Der Spieler übernimmt in dieser Situation die Kontrolle über einen Charakter, der bereits ein gewisses Standing im Leben erreicht hat und dem daher das Oberkommando für den Krieg gegen die Dämonen übertragen wird. Die erneut zahlreichen und tiefgreifenden Entscheidungen sollen sich daher vor allem darum drehen, wie die Spieler mit den Mächten der Hölle umgehen.
Entsprechend der anders gelagerten Ausgangssituation verändern die Entwickler auch die übergelagerten Strategiekomponenten, die Pathfinder: Kingmaker von seinen Genre-Kollegen unterschied. Diesmal verwalten wir kein eigenes Königreich, sondern die Kriegsbemühungen. Das heißt, wir müssen entscheiden, wie Ressourcen eingesetzt werden, Armeen rekrutieren und auf die Kampfschauplätze verteilen. Während unserer Abenteuer treffen wir dabei auch auf verschiedenste potenzielle Verbündete, die uns im Krieg spezielle Boni bescheren können. Allerdings gehören diese Bündnispartner nicht zwangsläufig zu den Guten, also gilt es abzuwägen, ob die Vorteile die möglichen Nachteile überwiegen.
Quelle: Owlcat Games
Die Darstellung der Spielwelt findet in der gleichen Engine wie bei Kingmaker statt und besticht wieder mit sehr viel Liebe zum Detail.
Mystische Helden
Eines der zentralen neuen Features des Spiels werden die sogenannten Mythic-Paths sein. Dabei handelt es sich um eine zusätzliche Ebene bei der Charakterentwicklung, die über das normale Klassensystem mit den bekannten Spezialisierungen hinausgeht und als Teil von Wrath of the Righteous bisher einzigartig im Pathfinder-Universum ist. Helden sollen so noch stärker werden und damit in der Lage sein, den mächtigen Dämonenlords entgegenzutreten. Bisher haben die Entwickler vier verschiedene mystische Wege vorgestellt.
Beim Engel handelt es sich um ein himmlisches Wesen, bei dem sich alles um Heilung und Schutz dreht. Mehr ins Detail wollte der Creative Director zu den Engeln jedoch nicht gehen, da diese sehr eng mit der Hauptgeschichte verknüpft sind. Ein weiterer Mythic-Path ist der Lich, bei dem es sich um einen mächtigen Totenbeschwörer handelt. Natürlich handelt es sich dabei eher um einen bösen Charakter, aber auch für Helden mit einer eher negativen Ausrichtung, wird das Spiel nachvollziehbare Grunde liefern, warum diese sich gegen die Invasion der Dämonen stellen. Hier weichen die Entwickler ein wenig von der Vorlage ab, um alle Spielertypen anzusprechen. Weiterhin sind der Aeon und der Trickster als Mythic-Path bereits bekannt. Möglich, dass bis zum Release noch weitere hinzukommen.
Belagerung
Der Teil des Spiels, den wir dann als Prototyp selbst ausprobieren durften, stammt aus dem zweiten Kapitel. Nachdem unser Held einen Dämonenangriff überlebt hat, gehen wir zum Gegenangriff über, um die Stadt Drezen von der Höllenbrut zu befreien. Diese sehr kampflastig angelegte Demo soll unter anderem zeigen, wie die Entwickler nun auch groß angelegte Schlachten in die Handlung einbinden wollen. Unsere Gruppe ist gerade erst in die Stadt eingedrungen und muss sich nun in das Zentrum vorkämpfen. Wie wir schnell feststellen, können wir jedoch nicht einfach über den zentralen Zugang marschieren, da dieser großflächig von feindlicher Artillerie abgedeckt ist.
Quelle: Owlcat Games
Beim Kampf um die Stadt Drezen beschützen wir einen Trupp befreundeter Soldaten, die mit einer Ramme versuchen ein Tor zu öffnen. Damit eröffnen sich uns neue Wege.
Die Karte der Stadt ist jedoch sehr umfangreich, sie reicht über mehrere Bildschirme und gibt uns allerhand alternative Möglichkeiten, unser Ziel zu erreichen. So soll der Spieler nicht nur in Dialogen, sondern auch bei seinem Handeln in der Spielwelt wichtige Entscheidungen treffen. Wir finden zum Beispiel einen Gang, der in ein unterirdisches Verlies führt. Auf diese Weise kommen wir geschützt zunächst bis in den nächsten Abschnitt der Stadt. Unterwegs treffen wir in einer Zelle eingesperrt auch noch einen Sukkubus. Dieser würde von uns natürlich gerne freigelassen werden und bietet im Gegenzug Hilfe im Kampf an. Allerdings könnte diese Entscheidung auch noch langfristig eher nicht so gute Konsequenzen nach sich ziehen.
Wir entscheiden uns dagegen und öffnen stattdessen an anderer Stelle ein Durchgangstor, um auf diese Weise verbündeten Truppen das Vorrücken zu ermöglichen. Das ist unter anderem wichtig, weil diese Soldaten an bestimmten Stellen kleine Lager errichten, wo wir Vorräte finden, um eventuelle Wunden zu heilen und Zauber wieder aufzufüllen. Um einen Eindruck von den Klassen und den neuen mythischen Fähigkeiten zu bekommen, ist die Demo aber nur begrenzt geeignet. Dafür ist die Zeit einfach zu kurz und der "Ins kalte Wasser geschmissen"-Effekt tut sein Übriges.
Die Demo war zudem noch komplett auf dem Grundgerüst von Kingmaker aufgebaut, also Interface, Charakterporträts, Zaubericons wurden übernommen und teilweise nur als Platzhalter eingebaut. Wrath of the Righteous soll zwar grundlegend auf der gleichen Technik wie sein Vorgänger aufgebaut sein, aber im Design dennoch einen eigenen Anstrich bekommen. Für einen ersten Eindruck hat die Demo aber schon getaugt und Lust auf weitere Abenteuer gemacht. Gespannt sind wir vor allem auf den Strategiepart, von dem wir leider noch nichts sehen konnten. Auf Release-Spekulationen wollten sich die Entwickler noch nicht einlassen. Es kann daher also auch noch bis ins nächste Jahr dauern.
