Doom 3 haben sie erwischt, Halo: Reach ebenso und nun auch Call of Duty: Black Ops: Alle drei sehnlichst erwarteten Spiele wurden Wochen vor Veröffentlichung Opfer von Softwarepiraten. Die sogenannten Leaks kursieren anschließend in einschlägigen Tauschbörsen. Wir gehen dem Phänomen auf den Grund und zeigen weitere Beispiele.
Szenen wie aus einem Krimi. Vor einigen Tagen entwendete ein Dieb aus einem Presswerk in Alabama, USA mehrere Kopien des potenziellen Blockbusters Call of Duty: Black Ops und bot sie anschließend diversen Hackergruppen an. Activision und Treyarch bekamen es verständlicherweise mit der Angst zutun. Denn eine verfrühte Veröffentlichung in illegalen Tauschbörsen könnte mit Umsatzeinbußen einhergehen. Das FBI wurde bereits eingeschaltet und konnte eigenen Angaben zufolge einige Kopien sicherstellen. Der Rest befindet sich noch im Umlauf; die Besitzer drohen nun mit der Veröffentlichung. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.
Der Fall aus Alabama steht exemplarisch für ein Problem der gesamten Unterhaltungsindustrie. Neben der Film - und Musikbranche haben auch die Publisher von Computer - und Videospielen seit unzähligen Jahren mit sogenannten Leaks (zu Deutsch: Leck, Loch oder undichte Stelle) zu kämpfen. Viele Highlights landen dabei Wochen und Monate vor der eigentlichen Veröffentlichung illegal im Netz und können dann kostenlos heruntergeladen werden. Mal ganz davon abgesehen, dass viele der geleakten Spiele meist in einer unfertigen (und damit wenig repräsentativen) Vorabfassung mit zahlreichen Bugs und fehlenden Features in Umlauf gebracht werden, besteht die Gefahr von wirtschaftlichen Schäden.
Beispiel: Ubisoft. Die PC-Version von Assassin's Creed ist rund zwei Monate vor geplantem Release im Web aufgetaucht, vermutlich aufgrund einer fahrlässige Panne des Spiele-Discs-Herstellers Optical Experts Manufacturing. Allein 700.000 Mal soll die illegale Version im Zeitraum zwischen März und Juni 2008 heruntergeladen worden sein. Demgegenüber stehen 40.000 verkaufte Exemplare. Es sei ein Schaden in Millionenhöhe entstanden, erklärte Ubisoft später. Natürlich ist nicht jeder Raubkopierer automatisch ein potenzieller Käufer, man sollte das Problem allerdings auch nicht völlig herunterspielen.
Weitere Beispiele hält unsere exemplarische Liste unterhalb dieser Zeilen bereit. Ihre Meinung zu Leaks würde uns natürlich brennend interessieren. Haben Sie schon mal mit dem Gedanken gespielt einen geleakten Titel herunterzuladen? Wie steht ihr generell zu der Thematik? Nutzt die Kommentarfunktion.
