Eurydike: Interaktive Installation zwischen Games und Kunst - jetzt Tickets sichern
Special
Im Jahr 2012 feierte die Künstlerin Evelyn Hriberšek große Erfolge mit ihrer interaktiven Installation O.R.PHEUS. Jetzt ist sie mit EURYDIKE zurück! Wir stellen das Projekt vor, für das ihr euch ab sofort Tickets sichern könnt.
Evelyn Hriberšek hatte bereits im Jahr 2012 mit O.R.PHEUS eine hybride Kunstform geschaffen, die mehrfach mit Preisen ausgezeichnet wurde. Von Jung bis Alt sind europaweit über 3.000 Menschen in Bayerns schöne Hauptstadt München gepilgert, um das Projekt selbst zu erleben, das Grenzüberschreitung, Selbstversuch und Experiment in einem ist. Nun lädt VR- und AR-Pionierin Evelyn Hriberšek erneut ein, diesmal zu EURYDIKE, dem Nachfolger ihres preisgekrönten Erstlingswerks.
EURYDIKE vereint Games, Hightech, Bildende Kunst und Musiktheater und will damit aktuelle Genderthemen ansprechen. Alle Generationen sollen die interaktive Rauminstallation erleben können. Dazu gestaltet Hriberšek, wie auch schon bei O.R.PHEUS einen Raum so, dass er einerseits zum haptisch erlebbaren Spielort wird, andererseits aber zusätzlich noch mit neuen Technologien wie Augmented Reality erweitert wird. Wie schon bei O.R.PHEUS werden dafür Smartphones mit Scanner-Funktion verwendet und natürlich Kopfhörer, um das Erlebnis möglichst allumfassend zu gestalten. So verbindet die Künstlerin die echte mit der virtuellen Welt, wie es schon viele Filme vorgemacht haben, jedoch mit dem Unterschied, dass man das jetzt live miterleben kann. Jeder Besucher soll dabei seine ganz eigene Erfahrung machen, deshalb soll die Installation immer alleine betreten werden. Darauf legt die Künstlerin besonderen Wert.
Inspiriert wurde Evelyn Hriberšek unter anderem von der griechischen Sage des Orpheus und der Eurydike. Orpheus war der Sohn der Muse Kalliope und ein wunderbarer Sänger, dem Apollon, der Gott der Musik, selbst eine Leier geschenkt hatte. Mit seinem Gesang konnte Orpheus sogar Bäume und Steine berühren. Seine Frau war die wunderschöne Flussnymphe Eurydike , die er sehr liebte. Eines Tages starb Eurydike durch einen Schlangebiss. Orpheus machte sich auf in die Unterwelt, um Hades, den Gott der Toten, zu überreden, sie ihm wiederzugeben. Er stand also vor Hades Thron, spielte sein wehklagendes Lied und die gesamte Unterwelt war furchtbar gerührt. Nur deshalb gestatteten ihm Hades und seine Frau Persephone, dass Eurydike ihn wieder in das Reich der Lebenden begleiten darf - jedoch unter der Bedingung, dass Orpheus sich auf dem Weg nach oben nicht zu ihr umdrehen dürfe. Andernfalls müsste Eurydike für immer im Totenreich bleiben. Das Paar machte sich auf den langen, beschwerlichen Weg und Orpheus konnte weder ihren Atem, das Rascheln ihrer Kleidung, noch ihre Schritte hören. Nach einer Weile der Angst drehte er sich doch um, nur um zu sehen, wie sie vor ihm zurückwich und wieder in die Unterwelt zurückkehren musste.
Hriberšek zufolge werden die Besucher in ihrer Installation EURYDIKE zu Orpheus und die Umgebung zu Eurydike. Ab dem 10. Oktober 2017 könnt ihr euch in München selbst ein Bild davon machen, was genau das bedeuten soll.
Das Vorgängerprojekt O.R.PHEUS
Bevor sich Evelyn Hriberšek ihrem neusten Projekt EURYDIKE widmete, beschäftigte sie sich mit dem Vorgänger, genannt O.R.PHEUS. Dieses Projekt feierte 2012 in München Premiere und wurde mit vielen Preisen gerühmt.
Quelle: Evelyn Hriberšek und Julian Rupp
Eine verlassene Badewanne mit pinker Flüssigkeit und mittendrin der zu scannende Hinweis.
Von 2009 bis 2012 arbeitete Evelyn Hriberšek an ihrem ersten hybriden Kunstprojekt O.R.PHEUS. Im Oktober 2012 feierte die Installation dann in München in einem Tiefbunker Premiere und lockte zehn Wochen lang über 3.000 Besucher im Alter zwischen 16 und 85 Jahren aus ganz Europa an. Unter anderem wurde Hriberšeks Werk für den Deutschen Entwicklerpreis 2012, den Deutschen Computerspielpreis 2013 (in der Kategorie Best Serious Game) und den Hauptpreis der B3 Biennale 2013 nominiert. Ausgezeichnet wurde O.R.PHEUS mit dem Kultur- und Kreativpilot Deutschland 2013 von der deutschen Bundesregierung.
Das Projekt O.R.PHEUS ist ein gewagter Mix aus Formen der klassischen Oper, der Installationskunst und der Videospielkultur und überschreitet damit die Grenzen einzelner Medien, um sie alle auf eine neue innovative und spielerische Weise zu vereinen. Zunächst werden Besucher eingewiesen, was überhaupt ihre Aufgabe sein soll. Diese besteht darin, sich selbst den Mythos des Orpheus zu erspielen. Dazu steigt der Besucher in einen Tiefbunker im Herzen Münchens herab. Wenn es zwei Menschen sind, werden sie in verschiedene Sektionen des Bunkers geschickt und haben jeweils etwa 25 Minuten Zeit, sich in den Räumen komplett frei zu bewegen, sie zu erkunden und die Objekte zu benutzen. Trotzdem müssen die Spieler immer die Zeichen im Kopf haben, nach denen sie suchen müssen. Diese können dann mittels Smartphone, Kopfhörern und Augmented Reality angesehen werden und bergen audio-visuelle Inhalte wie Videos, Musik oder Geschichts-Fragmente. Die Schlagworte bei O.R.PHEUS sind Grenzüberschreitung, Separierung, Limitierung und Entscheidung. Schon der erste Schritt, in den Bunker hinunterzugehen, stellt für viele Besucher eine persönliche Grenze dar und kostet ihnen einige Überwindung. Die Separierung vom Partner, wenn man zu zweit gekommen ist, ist der nächste große Schritt. Die Entscheidung, in welcher Reihenfolge welche Räume betreten werden, ob auch die dunklen Räume erkundet werden und vor allem die Zeitgrenze von 25 Minuten spielen alle ineinander und sollen den Besucher vor eine ebensolche Herausforderung stellen, mit der auch Orpheus selbst in der Sage konfrontiert war. O.R.PHEUS entstand in Kooperation mit den Kulturreferat München und dem Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe. Dort stellte Hriberšek ihr Projekt zunächst Bernd Lintermann vor, der später die Software-Entwicklung übernahm, und dann Ludger Brümmer, der für die Kompostion von O.R.PHEUS zuständig war.
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Ziel des Projekts war laut der Künstlerin, klassische Mediengrenzen aufzubrechen, dabei den Operngänger neben den Computernerd zu stellen und sie beide für das gleiche Werk zu begeistern. Hriberšeks O.R.PHEUS soll jede Zielgruppe ansprechen und sie dazu animieren, sich höchst komplexe Inhalte zu erspielen, dabei aber trotzdem Spaß zu haben und unterhalten zu werden. In einer Zeit, in der die Grenzen zwischen den Medien immer mehr verschwimmen, hat es Evelyn Hriberšek bereits gemeistert, ein hybrides Medium zu erschaffen, dass jeden anspricht, ob jung oder alt, Theaterfreund oder Computerass.
