Gamer-Gewohnheiten: Merkwürdige Marotten von Vielspielern - welche besitzt ihr?

Special Olaf Bleich Benedikt Plass-Fleßenkämper Maria Beyer-Fistrich
Gamer-Gewohnheiten: Merkwürdige Marotten von Vielspielern - welche besitzt ihr?
Quelle: Take 2 Interactive

Beim Bosskampf nach vorne lehnen, den Fernseher anbrüllen oder zwanghaft jedes Blümchen einsammeln: Videospieler entwickeln erstaunliche Marotten, während sie ihrem liebsten Hobby frönen.

"Sicher, dass wir weiterspielen wollen? Wenn du dich sehen könntest!", grinst mich meine Freundin von der Seite an. Wir spielen Cuphead auf der Nintendo Switch. Doch während sie sich entspannt auf dem Sofa lümmelt, habe ich die Zockerhaltung eingenommen: Vornübergebeugt, die Augen direkt auf den Bildschirm und den Controller in den angespannten Händen. Ach ja, und ich fluche. Nicht oft, aber wenn, dann sehr laut und wie ein Kesselflicker.

Doch ich besitze auch so etwas wie Selbstreflexion und weiß, dass ich beim Zocken mitunter albern aussehe. Und mal ehrlich - jeder besitzt seine Marotten beim Spielen. In diesem Artikel möchte ich gerne einige weit verbreitete Gaming-Gewohnheiten vorstellen und mit meinen eigenen abgleichen. Wer weiß, vielleicht findet ihr euch ja das eine oder andere Mal selbst wieder.
Sportspiele wie FIFA sind on- und offline ein Riesenspaß. Allerdings herrscht insbesondere im Multiplayer-Betrieb ein raues Klima vor. Deshalb: Seid nett zueinander. Ihr neigt zu cholerischen Anfällen? Dann schaltet wenigstens das Mikro aus. <br> &nbsp; Quelle: EA Sportspiele wie FIFA sind on- und offline ein Riesenspaß. Allerdings herrscht insbesondere im Multiplayer-Betrieb ein raues Klima vor. Deshalb: Seid nett zueinander. Ihr neigt zu cholerischen Anfällen? Dann schaltet wenigstens das Mikro aus.
 
"Nur noch ein Versuch ..."

In den vergangenen Jahren habe ich zunehmend schwere Spiele wie Dark Souls, Bloodborne oder zuletzt Nioh 2 kennen und lieben gelernt. Ich habe allerdings ein Problem: übersteigerten Ehrgeiz. Solange der aktuelle Boss nicht am Boden liegt, gehe ich nicht ins Bett oder beende die aktuelle Session! Das führte unter anderem dazu, dass ich bei Enenra, einem der frühen Endgegner von Nioh 2, die Nacht zum Tag machte. Eigentlich wollte ich mich spätestens um Mitternacht in die Koje hauen. Enenra zwang mir jedoch einen wirklich epischen Kampf auf. Mit einem dezent unterlevelten Charakter benötigte ich gut vier Stunden, ehe ich den Schmied endgültig in die Knie gezwungen hatte. Noch besser: Den letzten Versuch absolvierte ich mit der Zahnbürste im Mund!

Auch nach 30 Jahren als Videospieler verbeiße ich mich immer noch regelmäßig in Endgegner und besonders knackige Stellen. Ein ähnliches Verhalten lege ich bei Spielen wie Civilization 6 oder Anno 1800 an den Tag. Auch da vergesse ich allzu gerne die Zeit, und aus einer kurzen Session wird schnell mal eine ganze Nacht.
Nur noch diese eine Runde! Wer hat bei Titeln wie Civilization 6 oder Anno 1800 nicht auch schon mal die Zeit komplett vergessen? Und plötzlich ist es draußen dunkel und der Magen knurrt ... <br> &nbsp; Quelle: Ubisoft  Nur noch diese eine Runde! Wer hat bei Titeln wie Civilization 6 oder Anno 1800 nicht auch schon mal die Zeit komplett vergessen? Und plötzlich ist es draußen dunkel und der Magen knurrt ...
 
Das Vergessen der guten Kinderschule
Das Phänomen des "Gamer-Tourettes" ereilt mich vor allem im lokalen Multiplayer oder (ihr erratet es) in besonders schwierigen Spielen. Trash-Talk gehört bei einer Partie FIFA 20 einfach dazu. Und sogar in Couch-Koop-Games wie Overcooked 2 oder früher Left 4 Dead 2 fliegen nicht selten die Provokationen und Schimpfworte durch die Luft. Hocke ich dagegen alleine vor dem Bildschirm, hält mich das nicht vor gelegentlichen Emotionsausbrüchen ab. Manchmal hilft es eben, mal so richtig Dampf abzulassen!

Merkwürdige Haltungen
Dieser Punkt geht oft einher mit dem Schwierigkeitsgrad des jeweiligen Spiels. Wenn es hart auf hart kommt, dann beugen sich Spieler nach vorne. Wieso? Keine Ahnung! Vielleicht um einen Tick näher am Bildschirm zu sein? Vielleicht auch, um sich wirklich auf die nächste Aufgabe zu fokussieren.

Das genaue Gegenteil beobachte ich bei mir bei ruhigeren Spielen wie etwa dem bereits erwähnten Anno 1800. Da rutsche ich in meinem Gaming-Stuhl nämlich immer tiefer nach unten. Und am Ende des Abends frage ich mich dann, wieso Nacken und Rücken so weh tun ... Deshalb mein Tipp: Legt ruhig gelegentlich mal eine Pause ein, geht auf und ab und versucht, Schultern, Nacken und Hände ein wenig zu entkrampfen. Videospiele sollen Spaß machen und nicht in körperliche Arbeit ausarten.
In Loot-Shootern wie The Division 2 finden wir an jeder Ecke neue Ausrüstungsgegenstände. Trotzdem halten wir gerne an bestimmten Objekten mit liebgewonnenen Eigenschaften fest, selbst wenn diese eigentlich längst zu schwach sind. <br> &nbsp; Quelle: Medienagentur plassma In Loot-Shootern wie The Division 2 finden wir an jeder Ecke neue Ausrüstungsgegenstände. Trotzdem halten wir gerne an bestimmten Objekten mit liebgewonnenen Eigenschaften fest, selbst wenn diese eigentlich längst zu schwach sind.
 
Ich brauche Nervennahrung
Dass sich Spieler schlecht ernähren, ist ein gängiges Klischee: Pizza, Softdrinks und Chips sind nur einige Naschereien, die bei keinem Zockerabend fehlen dürfen. So gerne ich aber zwischendurch Knabberzeug in mich reinschiebe, so benötige ich gerade vor besonders kniffligen Passagen Nervennahrung - am besten in Form von Schokolade. Das Problem hierbei: Essen lenkt mich ab. Und je mehr Kram ich vor mich hin mampfe, desto ineffektiver spiele ich ... zumindest bis die Süßigkeiten endgültig aufgegessen sind.

Einfach alles mitnehmen
Open-World-Spiele wie Red Dead Redemption 2, Far Cry 4 oder Assassin's Creed: Odyssey füllen ihre Spielwelten nicht nur mit unzähligen Haupt- und Nebenquests, sondern auch mit Sammelobjekten. Meine Schwäche: Wenn ich nicht aufpasse, mutiere ich in Spielen zum schonungslosen Jäger und Sammler, der einfach alles mitnehmen muss.

Beispiel: Im Anime-Abenteuer Dragon Ball Z: Kakarot verbrachte ich die ersten Spielstunden damit, tonnenweise Orbs aufzuklauben und so meine Zeit zu vertrödeln. In anderen Spielen drehe ich indes jeden Stein um oder zerstöre jeden Tonkrug. Immer nach dem Motto: Vielleicht ist da ja was Wertvolles drin? Death Stranding war für mich auf diesem Grund ein absoluter Selbsttest, weil mir das Spiel meine Sammelwut mit Hilfe eines heillos überladenen Sam Porter Bridges immer wieder schmerzhaft vor Augen führte.
Das Weg- und Durchklicken von Hilfetexte und Tutorials ist gerade bei erfahrenen Spielern üblich – genauso wie das anschließende Suchen nach Erklärungen in den Optionen, weil man etwas nicht versteht. <br> &nbsp; Quelle: Bandai Namco Das Weg- und Durchklicken von Hilfetexte und Tutorials ist gerade bei erfahrenen Spielern üblich – genauso wie das anschließende Suchen nach Erklärungen in den Optionen, weil man etwas nicht versteht.
 
Zu stark, zu schwach, zu langsam
Dieser Hang, sich an Kleinigkeiten aufzuhalten, zeigt sich bei mir in unterschiedlichsten Verhaltensmustern. Gerade zu Beginn eines Spiels tobe ich mich gerne aus und absolviere alle möglichen Aufgaben. Das Ergebnis: Ich gehe oftmals viel zu stark in die ersten Bosskämpfe, was zwar dem Spielfluss, aber nicht immer der Motivation guttut.

Andererseits klammere ich mich auch immer wieder viel zu lange an liebgewonnene Aktionen oder Waffensysteme. Siehe The Division 2: In Ubisofts Loot-Shooter habe ich über lange Zeit an einem durchwachsenen Scharfschützengewehr festgehalten, weil ich Ersatz gefunden habe, der meinen Ansprüchen genügte. Klar, das war unvernünftig. Aber diese Mischung aus Emotionalität und Faulheit, mir eine neue Spielweise anzueignen, kommt bei mir immer wieder vor.

Doch es gibt noch viele andere, kleine Angewohnheiten, die wohl jeder kennt. Zum Beispiel das Wegdrücken von Hilfetexten und Tutorials, um danach verzweifelt in den Optionen nach Erklärungen zu suchen. Oder das Rushen durch bestimmte Levels oder zu Beginn einer neuen Runde im Multiplayer-Modus. Wir Videospieler sind eben doch ein wundersames Völkchen - und je länger man dabei ist, desto verschrobener werden die eigenen Angewohnheiten.

Welche lustigen, skurrilen oder einfach nur nervigen Gamer-Gewohnheiten habt ihr? Wir freuen uns über zahlreiche Kommentare und lustige Anekdoten!

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Tastatur geschreddert? Die besten Gaming-Tastaturen auf einen Blick findest du im PCGH-Ratgeber Gaming-Tastaturen.

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