Man nehme etwas Zelda, dazu eine Scheibe Ark und das Ganze mischen wir mit Pokemon und fetten Knarren. Heraus kommt der Steam-Chart-Stürmer Palword. Wir haben uns den Early-Access-Titel angeschaut.
Aber kommen wir von unserer kleinen Entdeckungstour zurück in das Camp. Eine Werkbank allein macht noch kein Lager aus. Gesammeltes Holz wird zum Bau von Wänden und Dächern genutzt und schon steht die erste Hütte. Sowohl beim Abbau der einzelnen Rohstoffe als auch beim Bau fällt jedoch auf, dass die Animation ziemlich an die Bewegungen aus Fortnite erinnern. Aber das sei hier einmal am Rand erwähnt.
Der erste Unterschlupf
Ist erst einmal eine Pal-Box gebaut, ist das Lager offiziell. Ein blauer Bereich steckt unser Land ab und wir können unseren Gefangenen ... äh ... Freunden erste Aufgaben zuweisen. Jedes Pal kann dabei eine oder mehrere von zwölf Fähigkeiten für das Lager besitzen. Feuer-Pals kümmern sich beispielsweise um den Hochofen, Wasser-Pals um die Bewässerung und Schafe produzieren Wolle. Ebenso haben die Pals individuelle Eigenschaften, die die Arbeit beeinflussen. Manche sind etwa fauler als andere und auch die Verletzungsanfälligkeit ist ein wichtiges Thema.
Wer viel arbeitet, hat natürlich auch viele Bedürfnisse und die dürfen nicht unterschätzt werden. Unser Charakter hat Bedarf an Nahrung und witterungsbedingter Kleidung. Unsere Arbeiter sind da aber etwas anders gestrickt. Auch in der Welt von Palworld spielt die Work-Life-Balance eine wichtige Rolle. Sie möchten Nahrung und Ausgleich! Ist ein Pal gestresst, legt es sich auf die faule Haut und entspannt. Genauso können die Viecher auch krank werden, sich die Knochen brechen oder sogar kampfunfähig werden. Ebendarum werden wir auch jederzeit auf unseren Ausflügen informiert, was gerade im Lager passiert.
Immer größer, weiter, besser!
Um solchen Problemen vorzubeugen, muss das Camp immer weiterentwickelt werden. Die Pal-Box gibt uns dafür drei Aufgaben vor, die es zu meistern gilt, bevor die nächste Stufe erreicht wird und neue Aufgaben kommen. Die beziehen sich dabei immer auf das Lager, wodurch wir gezwungen sind, auch uns an unsere Grenzen zu bringen. Aufgaben wie "Baue einen Hochofen" verlangen, dass wir genügend Rohstoffe und auch ein entsprechendes Level erreicht haben. Nur auf entsprechenden Stufen schaltet man auch neue Technologien frei. 50 Levels gibt es zum Stand dieser Vorschau insgesamt, die bis zu sieben Technologien freischalten. Darunter auch ganze Industrien, die geschaffen werden können.
Und hier ist dann wohl auch der Knackpunkt. Palworld überzeugt nicht, weil der Überlebenskampf so hart ist und auch nicht unbedingt wegen des Sammeltriebs. Es ist die Optimierung der Prozesse im Camp, die Palworld besonders macht.
Fast schon strategisch sucht man einen Weg zur Automatisierung. Abbau von Stein und Holz kann dann von den Pals übernommen werden. Andere transportieren die Rohstoffe in Kisten und die können von dort aus wieder an weitere Geräte verteilt werden. Auch die Nahrungsversorgung wird rasch automatisiert, sodass sich die Arbeiter selbst verpflegen. Ist ein Prozess vorerst perfektioniert, kümmern wir uns dann um die nächsten Aspekte.
Leveln mit EP-Teiler
Um selbst zu leveln, geht es wieder raus in die Wildnis. Erfahrungspunkte werden durch das Verprügeln und Fangen von Pals gewonnen. Auch unser Team, das aus bis zu fünf Pals besteht, profitiert davon. Alle gewonnenen Erfahrungspunkte werden auf die tierischen Partner aufgeteilt. Mit steigendem Level können diese dann auch neue Attacken und Fähigkeiten erlernen. Entwickeln können sich die Pals nicht, sie können aber später fusioniert werden.
Doch unsere Begleiter können noch viel mehr. Nicht nur dienen sie als moralischer und begleitender Support, wir können mit ihnen auch direkt interagieren. Verschiedene Pals können als Reittiere genutzt werden, um etwas bis deutlich schneller voranzukommen. Wem das immer noch zu langsam ist, kann auch Flug-Pals satteln, mit denen es dann in die Lüfte geht. Und in Kämpfen können manche Pals als Schilde genutzt werden. Einer unserer Favoriten ist aber der Flammenwerfer. Manche Tierchen können nämlich zu einer Waffe umgerüstet werden. So wird ein Pengulett zur explosiven Munition einer Bazooka oder Foxparks eben zum Flammenwerfer. Voraussetzung, um viele der Fähigkeiten nutzen zu können, ist ein entsprechendes Item, das vorher freigeschaltet und dann an der Werkbank gebastelt werden muss. Einmal hergestellt haben wir es passiv immer bei uns.
Durch die vielen verschiedenen Möglichkeiten, Pals und Items zu kombinieren, weckte Palworld einen gewissen Entdeckergeist in uns. Der erinnert durchaus an die Gefühle, die einst in Pokémon-Spielen aufkamen. Auf unbekannte Lebewesen treffen, nicht zu wissen, was einen nach dem Fang erwartet und Stärken und Schwächen ausprobieren. Dazu die große Welt, der kleine Endorphin-Schub, wenn man ein Tierchen fängt und eine Optik, die dank Unreal Engine 5 gelungen ausschaut. Genau so würden wir uns ein Pokémon-Spiel im Jahr 2024 wünschen. Das ist wohl auch der Grund, weshalb Palworld so durch die Decke ging.
