Pacific Drive im Test: Zwischen Genialität und Totalschaden

Test Michael Grünwald
Ein Fahrzeug steht in einer idyllischen Waldlandschaft
Quelle: Kepler Interactive

Wir haben Pacific Drive getestet und es war wirklich anstrengend. Das Survival-Abenteuer spielt mit unseren Gefühlen wie kein anderer Titel in letzter Zeit.

Einfach mal die Karre beladen und einen Ausflug in den pazifischen Nordwesten planen - das hört sich auf den ersten Blick nach einer guten Idee an. Doch im Survival-Spiel Pacific Drive gerät der Roadtrip außer Kontrolle. Radioaktivität, Anomalien und starke Stürme trüben das Erlebnis der Reise gewaltig. Zu allem Überfluss macht uns auch noch unser Gefährt das Leben zur Hölle. Ständig gehen Dinge kaputt, Autotüren spielen verrückt und auch der Tank leert sich schneller, als uns lieb ist.

Was sich für Opel-Fahrer nach einem ganz normalen Alltag anfühlt - zumindest, wenn wir die Radioaktivität ausklammern - artet für alle anderen in gehörigen Stress aus. Und das ist auch das Hauptproblem an Pacific Drive (jetzt kaufen 24,96 € / 11,34 € ). Mitunter strengt das Spiel an und raubt uns sämtliche Nerven, doch im nächsten Moment cruisen wir wieder ganz entspannt durch die abwechslungsreichen Welten und freuen uns über viele kleine Details. Viele erstklassige Ideen leiden unter den unausgereiften, stressigen Passagen und das ist am Ende ziemlich schade.

Eine gelungene KOMBI-nation

In Pacific Drive übernehmen wir als namenloser Fahrer das Steuer eines zunächst sehr klapprigen Kombis. Mit dem bahnen wir uns einen Weg durch die sogenannte Olympic Exclusion Zone, ein Sperrgebiet im pazifischen Nordwesten.

Im Verlauf der Story kommen wir merkwürdigen Experimenten einer Organisation namens ARDA auf die Spur. Wir klären nach und nach auf, was dort in der Vergangenheit passierte und warum das Gebiet nun von verheerenden Anomalien und Stürmen heimgesucht wird.

Stets verbunden sind wir dabei über Funk mit Werkstattbesitzerin Oppy sowie Tobias und Francis. Das Trio hilft bei der Aufklärung der Mysterien und dient als Missionsgeber. Zwischen den Aufträgen landen wir immer wieder in Oppys Werkstatt, unserer Basis.

Dort können wir gesammelte Rohstoffe zu Fahrzeugteilen umwandeln, verschiedenste Verbesserungen entwickeln, Routen planen und unsere Karre für den nächsten Ausflug vorbereiten.

Ein Auto fährt auf einer Straße. Im Hintergrund ist eine riseige Brücke zu sehen Quelle: Kepler Interactive

Die Jagd nach Rohstoffen

Obwohl Entwicklerstudio Ironwood das Spiel selbst dem Survival-Genre zuordnet, ist es für uns viel mehr ein storybasiertes Roguelike, in dem wir Missionen anwählen, dort die Ziele erledigen und Items aufklauben, um schließlich wieder zur Basis zurückzukehren - eine Extraction-Komponente ist also im Grunde auch noch mit an Bord.

Manche Abschnitte bestehen nur aus kurzen Highways mit wenigen Gebäuden, andere sind offener gestaltet und bieten mehrere gute Loot-Möglichkeiten. Das genaue Erscheinungsbild der Areale wird vor dem Betreten zufällig generiert. Was bedeutet, wir treffen in einem Gebiet nie auf die gleichen Gefahren, obwohl wir die Strecke bereits vorher abgefahren sind.

Das kommt zwar ein wenig seltsam rüber, schließlich stehen dort plötzlich Häuser an anderen Position wie noch beim Roadtrip zuvor, doch insgesamt ist das verschmerzbar. Nachdem wir Missionen abgeschlossen oder erfolgreich Gegenstände gesammelt haben, müssen wir unser Auto durch ein Portal zurück zur Werkstatt bringen.

Fürs Sammeln lassen wir unser Gefährt kurz zurück und machen uns zu Fuß auf den Weg. Für viele verschlossene Gebäude und Kisten braucht's Gewalteinwirkung in Form eines Brecheisens oder eines Impulshammers. Unterwegs craften wir uns Gadgets mit Hilfe der Werkbank im Kofferraum unseres Fahrzeugs.

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