30 Jahre PC Games: Das waren unsere ersten PC-Spiele - Toonstruck

Special Michael Grünwald Stefan Wilhelm Sascha Lohmüller Felix Schütz Maci Naeem Cheema
30 Jahre PC Games: Das waren unsere ersten PC-Spiele - Toonstruck
Quelle: LucasArts

30 Jahre PC Games: Im 2. Teil unseres Artikels blicken wir auf unsere ersten PC-Spiele. Von Toonstruck bis Dune 2 haben wir schon damals einiges abgedeckt.

Nach dem ersten Teil gestern, bei dem die Redakteure Antonia, Chris D. und Michi ihre ersten Spielerfahrungen geteilt haben, folgt heute der zweite Abschnitt mit Stefan, Sascha, Felix und Maci. Zu unserem 30-jährigen Jubiläum möchten wir euch nämlich auch nicht die ersten PC-Spiele manch anderer Kollegen vorenthalten. Neben Tomb Raider, Pac-Man und Co. gibt es schließlich noch viele weitere bekannte, eventuell in Vergessenheit geratene und gänzlich unbekannte Titel von damals. Wir haben daher einmal die Runde in unseren heiligen Hallen gemacht und die Redakteure nach ihren Anfängen befragt. Dabei herausgekommen sind nicht nur solche Klassiker wie eben das erste Adventure von Lara Croft, sondern auch viele witzige Geschichten rund um Micky-Maus-Hefte, Piratenabenteuer und verhexte Minispiele. Aber lest doch einfach weiter und holt auch gerne Teil 1 unseres Specials nach.

Nehmt außerdem sehr gerne bei unserem großen Gewinnspiel anlässlich unseres 30. Jubiläums teil, welches wir in Zusammenarbeit mit Alternate abhalten! Zu gewinnen gibt es unter anderem Komplett-PCs, Gaming-Chairs, SSDs, Headsets und noch vieles mehr!

Toonstruck

Von Maci Naeem Cheema
30 Jahre PC Games: Das waren unsere ersten PC-Spiele - Teil 2 (5) Quelle: Virgin interactive 30 Jahre PC Games: Das waren unsere ersten PC-Spiele - Teil 2 (5) Boah ... Toonstruck. Ganz ehrlich, ich weiß bis heute immer noch nicht, wo genau das Teil eigentlich herkam. Ich erinnere mich dafür umso besser an den Tag, an dem ich die unangenehm hässliche Verpackung des 1996 veröffentlichten Point-and-Click-Adventures Toonstruck am Schreibtisch meiner Eltern fand - der Beginn eines Albtraums, der sich noch über viele Jahre erstrecken wird, dazu aber gleich mehr.

Meine Eltern hatten nie etwas mit Videospielen zu tun (sie verstehen bis heute nicht so recht, was eigentlich mein Arbeitsalltag ist) und meine große Schwester teilte nie dieselbe Begeisterung für Spiele- und Nerd-Themen, wie das bei mir der Fall war. Die Frage hat mich zwar beschäftigt, doch zügig an Relevanz verloren, selbiges kann ich nicht von Toonstruck behaupten.

Mein allererstes PC-Spiel war, nun, gewöhnungsbedürftig. Ganz besonders für einen jungen Knirps mit wenig Games-Erfahrung: Toonstruck erzählt die schräge Story eines ausgebrannten Künstlers mit Schreibblockade, gespielt von Christopher Lloyd (Doc Brown aus "Zurück in die Zukunft"), der in seine eigens erschaffene Cartoon-Fernsehserie gezogen wird.
Mein wöchentlicher Höhepunkt war es damals, samstagmorgens Cartoons oder Animes zu schauen und diverse Cornflake-Zuckerbomben (gerne auch gemixt, pervers oder?) in mich reinzustopfen, das alles klang also tippi toppi! Aus dem Nichts aufgeploppt und wie für mich gemacht, wann gibts denn so was. Tja. Nachdem unser heimischer und knarzender Computer nach Installation und verwirrtem Rumgeklicke dann endlich das Menü am Röhrenbildschirm darstellte, begann für mich eine grausige Erfahrung, die sich schrittweise entfalten sollte.

Dazu ein kurzer Themenwechsel: Kennt ihr das - primär aus der Kindheit - wenn ihr in Krankheitsphasen in richtig unangenehme Fieberträume abdriftet? Die eigene Wahrnehmung und Sicht wird etwas verschoben und wirkt hyperfokussiert, die Haut schmerzt, die Stirn drückt, allgemein fühlt sich alles schlicht ziemlich kacke an. Das i-Tüpfelchen sind aber diverse Elemente aus dem Alltag, die sich mit der Fiebererfahrung kreuzen.

So ging es mir mit Toonstruck. Selbst Jahre später kam starkes Fieber immer Hand in Hand mit Kopfkino der unangenehm dargestellten Cartoon-Räumlichkeiten, in denen ein ausgewachsener alter weißer Mann verwirrt herumspaziert.

Ein gezeichneter 2D-Thronsaal aus den 90ern hat eben recht wenig mit einem tatsächlichen Raum zu tun, das alles dann gepaart mit einem ca. 1,90 Meter großen Protagonisten aus der echten Welt ergab für mich auf eigenartige Art und Weise einen dermaßen unangenehmen Effekt, dass ich mich noch gut daran erinnern kann, wie oft das Animationskopfkino direkt zur Kloschüssel führte.

Zusätzlich war ich einfach nicht smart genug, die Rätsel des Virgin-Interactive-Titels zu lösen oder überhaupt zu wissen, was eigentlich von mir verlangt wird. Beendet habe ich Toonstruck also nie. Nicht mal mit erwachsenem Auge neu ausgecheckt, obwohl ich gelegentlich durchaus das Verlangen spüre.

Am Ende bin ich dennoch dankbar für den mysteriösen Spielefund. Die Toonstruck-Fieberträume haben eines Tages schlagartig aufgehört, und ohne hätte vermutlich ein anderes Unterhaltungswerk der damaligen Zeit diese Rolle übernommen. Was geblieben ist: Durch Toonstruck wurde ich auf den Pfad der Adventures gestoßen, der mir Perlen wie Monkey Island, Beneath a Steel Sky oder Broken Sword bescherte und mich - zumindest teilweise - zum Spiele-Journalismus führte. Gelegentlich denke ich zwar immer noch an den markerschütternd gruseligen Clown Spike (Leute, die Toonstruck gespielt haben, wissen, wen ich meine), aber damit kann ich recht gut leben.

  1. Seite 1 30 Jahre PC Games: Unsere ersten PC-Spiele - Dr. Brain - Der helle Wahnsinn
  2. Seite 2 30 Jahre PC Games: Unsere ersten PC-Spiele - Dune 2
  3. Seite 3 30 Jahre PC Games: Unsere ersten PC-Spiele - Monkey Island 2: LeChuck's Revenge
  4. Seite 4 30 Jahre PC Games: Das waren unsere ersten PC-Spiele - Toonstruck
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