Outcast 2 ist fantastisch und ambitioniert - zumindest auf dem Papier. Doch im Test zeigen sich auch etliche Schnitzer. Muss man sich daran stören?
Performance auf dem PC
Die PC-Version ist den Konsolenfassungen in jeder Hinsicht überlegen. Es gibt zwar nicht viele Grafikoptionen, doch zumindest werden verschiedene Upscaling-Methoden wie DLSS unterstützt, die ein wenig Linderung bringen. Die braucht es allerdings auch, denn unter DX11 leidet das Spiel immer wieder unter kleinen (und größeren) Nachladerucklern und nervigem Stottern. Zwar kann man damit trotzdem ganz ordentlich spielen, doch richtig rund fühlt sich das noch nicht an.
Zum Glück wurde aber auch unsere Testversion noch rechtzeitig gepatcht. Neben Bugfixes brachte das Update vor allem DX12-Support. Was für ein Unterschied! In diesem Modus tritt das Mikrostottern nur noch selten auf, die Framerate ist durchgängig höher und der Bildaufbau flüssiger. Wenn ihr euch also beim Spielstart fragt, welche Option ihr wählen sollt: Probiert es auf jeden Fall zuerst mit DX12 aus!
Ersteindrücke vom Steam Deck
Auf dem Steam Deck ist Outcast: A New Beginning zwar spielbar, allerdings haben wir hier selten mehr als 30 Fps erreicht, oft fällt die Framerate sogar noch deutlich darunter. Auch treten selbst unter DX12 bei niedrigen Settings immer wieder Nachladeruckler und kleinere (wenn auch harmlose) Grafikfehler auf, sodass wir Outcast 2 derzeit nicht für das Steam Deck empfehlen können.
Tipp: Viel mehr Infos zur PC-Technik und Benchmarks findet ihr bei PC Games Hardware. Unsere Kollegen haben sich das Spiel genau angesehen, alle Ergebnisse zum Hardware-Hunger von Outcast 2 gibt's im Technik-Test.
Die Bugs: Nicht so schlimm wie befürchtet
Wackelige Performance, Patches in letzter Sekunde - es ist klar, dass die Entwickler selbst kurz vor Release noch fieberhaft an dem Spiel arbeiten. Macht euch also darauf gefasst, dass nicht alles kugelrund laufen wird, wenn Outcast 2 am 15. März erscheint. Wir konnten es zwar ohne Abstürze oder Questbugs durchspielen, aber dafür sind uns immer wieder kleinere Fehler aufgefallen. Hier mal ein schwebendes Objekt, da mal ein Miniboss, der an der falschen Stelle spawnt.
Oft sind uns auch Roboterfeinde begegnet, die im Boden oder in einer Wand steckten - das ist zwar ein peinlicher Anblick, aber sonst nicht weiter schlimm. Nur in einem Fall sorgte der Bug dafür, dass gegen Ende ein Skript nicht ausgelöst wurde - hier mussten wir einen früheren Checkpoint laden.
Fazit: Wie bewertet man sowas?
A New Beginning will die Seele von Outcast bewahren, sich aber gleichzeitig auch als modernes Open-World-Abenteuer mit actionreichen Kämpfen präsentieren. Ein Spagat, der leider nur zum Teil gelingt: Zwar haben die Entwickler eine schicke Welt gebaut, doch dabei die spannenden Nebenaufgaben und Geheimnisse vergessen, die sorgfältiges Erkunden belohnen. Stattdessen gibt's Nebenaktivitäten, die immer nach dem gleichen Schema ablaufen.
Die Dörfer sind dafür liebevoll designt und stecken voller sympathischer Figuren, hier kommt richtig Atmosphäre auf. Doch die Quests bieten überhaupt keine Freiheiten und wirken damit etwas aus der Zeit gefallen. Unser Wunsch für Outcast 3: Mehr Rollenspiel bitte!
Quelle: PC Games
Auch bei der Action sitzt Appeal zwischen den Stühlen: Cutter verfügt zwar über ein cooles Jetpack und die Waffenmodule sind auch schön modern, doch meistens läuft es doch nur auf arcadiges Geballer gegen immergleiche Robotergegner hinaus - damit hätte es schon vor 10 Jahren nicht mehr punkten können.
Und doch hatten wir überraschend viel Spaß mit dem Spiel! Der exotische Schauplatz, der sympatische Held, die wunderbare Musik, die schrulligen Charaktere - das sind alles Stärken, die Appeal gelungen in die Neuzeit transportiert hat. Wer Outcast liebt und über einige Schnitzer hinwegsehen kann, wird also seinen Spaß damit haben. Unsere Wertung richtet sich deshalb an Outcast-Fans und Aufgeschlossene, die es noch werden möchten.
Wer aber einfach nur ein modernes Action-Abenteuer erwartet, das sich so ausgefeilt präsentiert, wie man es heutzutage von Open-World-Spielen mit AAA-Anspruch erwarten kann, wird wahrscheinlich enttäuscht sein. Hier haben andere Studios schon deutlich früher wesentlich viel mehr abgeliefert.
Ein ähnliches Bild zeigt sich derzeit auf Metacritic: Dort fährt Outcast: A New Beginning vor allem durchschnittliche Kritiken ein.
Outcast: A New Beginning ist ab dem 15. März erhältlich, das Action-Adventure erscheint für PC, PS5 und Xbox Series S/X. Der Kaufpreis liegt bei 70 Euro auf Konsolen, für die PC-Fassung werden 60 Euro fällig. Das Remake des Vorgängers könnt ihr immer noch auf Steam oder in den jeweiligen Stores kaufen. Transparenzhinweis: Für die Erstellung dieses Reviews wurden uns Test-Versionen des Spiels zur Verfügung gestellt.
