One Piece Odyssey im Test: Schluss mit den Lobeshymnen!

Test Maci Naeem Cheema
One Piece Odyssey im Test: Schluss mit den Lobeshymnen!
Quelle: Bandai Namco

25 Jahre gibt es den Manga-Hit One Piece jetzt schon. In der Laufzeit des Japan-Phänomens entstanden mindestens doppelt so viele Videospiele, manche davon waren richtig gut, die meisten hingegen ziemlicher Müll. Nun möchte Bandai Namco anlässlich des großen Geburtstags für eine lang herbeigesehnte Evolution im Spiele-Kosmos der Marke sorgen. One Piece Odyssey möchte kunterbunten Strohhut-Spaß im JRPG-Format bieten -wir haben getestet, ob das geklappt hat.

Den Anfang der vier Memoria-Welten macht das Wüstenreich Alabasta, in dem wir - wie auch schon in der Vorlage - Prinzessin Vivi und ihre Bevölkerung vor dem Tyrann Sir Crocodile retten müssen. Wir erkunden also die Städte Nanohana und Arbana, das Goldregen-Casino und die riesige Wüste. Dabei gilt: Die Erinnerungen der Strohhüte sind verzerrt und spiegeln nicht die tatsächliche Vergangenheit wider, womit sich die Story erfreulicherweise in einigen Momenten von der Vorlage löst. Aus dem Element wird leider trotzdem viel zu wenig gemacht und die meisten Ereignisse und Abläufe sind genauso wie in Anime und Manga. Verprügeln wir Sir Crocodile im epischen letzten Kampf, dann geschieht das auf die fast exakt gleiche Art und Weise, wie One-Piece-Fans es schon etliche Male gespielt und gesehen haben.

Im weiteren Verlauf werden die Höhepunkte von Water 7 abgehandelt, die tragischen Ereignisse auf Marine Ford und Dressrosa. Das alles ist zwar in eine neue Geschichte verwoben, fühlt sich jedoch über weite Strecken wie die nächste Verwurstung der immer gleichen Serienhöhepunkte an. Das wäre an sich kein riesiges Problem, würde das Team hinter dem JRPG nicht massiv auf Wiederverwertung, Backtracking und unnötig in die Länge gezogenen Nichtigkeiten setzen. Außerdem ist es beinahe unmöglich, die Geschichte von Odyssey nicht bereits in den ersten Stunden zu erahnen, inklusive Plot-Twist.

One Piece Odyssey im Test: Schluss mit den Lobeshymnen! (2) Quelle: PC Games One Piece Odyssey im Test: Schluss mit den Lobeshymnen! (2) Positiv ist dagegen, dass man sich viele Antagonisten der Reihe erneut zur Brust nehmen darf: CP9-Chef Rob Lucci, Marine-Admiral Kuzan, Fan-Liebling Bon Curry und viele weitere. Die großen Namen der One-Piece-Welt zu verkloppen, ist aber keine Evolution der Marke, sondern Standardkost, die es so in jeder anderen Adaption auch schon gab. Es ist schade, wie wenig aus den neuen Elementen gemacht wird.

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Komplexe Kämpfe? Von wegen!

Beim rundenbasierten Kampfsystem setzt man auf ein simples Schere-Stein-Papier-Prinzip. Die Typen Kraft, Tempo und Technik sind unterschiedlich stark, je nachdem, gegen welchen Gegnertyp wir antreten. Neben normalen Standardangriffen, sogenannten Trickbällchen, die Statuseffekte und Nahrung erzeugen, können wir Freundschaftsattacken durchführen. Dabei präsentieren sich die ikonischen Angriffe gewohnt großartig, effektvoll und vorlagengetreu. Doch auch beim Kampfsystem schafft Odyssey keine saubere Landung. Die anfangs angedeutete Komplexität verabschiedet sich schnell. Meistens ist unsere einzige Aufgabe, die Crewmitglieder zum Kampfstart an die Gegnertypen anzupassen und kräftig draufzuschlagen.

Zusätzlich gibt es unterschiedliche Kampfbereiche, auf die alle Gegner sowie unsere Truppe zu Beginn des Duells verteilt werden. Spezielle Angriffe, wie etwa Ruffys Gum-Gum-Pistole, können auf Feinde in anderen Bereichen abgefeuert werden, der Rest der Attacken fokussiert sich auf das nahe Umfeld. Auch hier liegt ein eigentlich nettes System zugrunde, dass aber viel zu dürftig genutzt wird. Zwar haben manche Charaktere Angriffe, die Gegenspieler in andere Areale feuern, das funktioniert jedoch nur manchmal und überhaupt nicht, wenn der Feind zu groß oder zu stark ist. Wir können die Bereiche selten voll ausnutzen, da Positionswechsel nur mit rar gesäten Fertigkeiten möglich sind.

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