Oblivion Remastered auf dem Steam Deck: Valve, das muss sich endlich ändern!

Kolumne Stefan Wilhelm
Oblivion Remastered auf dem Steam Deck: Valve, das muss sich endlich ändern!
Quelle: Bethesda / Valve

Valve hat Oblivion Remastered das Prädikat "Steam-Deck-Verifiziert" verpasst, dabei ist die RPG-Neuauflage auf dem Deck ein Trauerspiel.

Zum Deck-Desaster wird Oblivion Remastered allerdings in dem Moment, in dem man den Anfangskerker verlässt und die offene Welt betritt. Bei Tageslicht fallen die Kompromisse deutlich ins Auge - geringe Sichtweite, wenig Schattierung, breiige Vegetation, und das alles noch mit Upscaling, das mit solch niedrigen Auflösungen sichtlich an seine Grenzen gebracht wird.

Ein schönes Spiel ist Oblivion Remastered auf dem Deck beim besten Willen nicht, da liefert der technologische Vorgänger Skyrim auf dem Handheld das deutlich stimmigere Bild ab. Und das wäre ja noch verschmerzbar. Das Steam Deck ist nun mal ein verhältnismäßig günstiger, drei Jahre alter Handheld-PC, Oblivion Remastered läuft auf der notorisch mies performenden Unreal Engine 5 und sieht auch mit maximalen Settings nicht in jeder Szene gut aus.

Aber wo die Optik auf dem Deck nur an der Schmerzgrenze entlangschrammt, da kracht die Performance mittendurch. Es reicht schon, in der offenen Welt einen einzelnen Wolf zu bekämpfen, um die Bildrate unter die 30 zu befördern, und die Nachladeruckler beim Bewegen sind teils jenseits von Gut und Böse.

Auf dem Rücken eines galoppierenden Pferdes wird Oblivion Remastered regelmäßig zur Diashow, und die Optik rechtfertigt die Performance in keiner Weise. Viel richten lässt sich auch mit einer manuellen Konfiguration nicht, aber immerhin: Da das Spiel schon auf niedrigen Settings läuft wie ein Sack Kartoffeln, kann man einige davon sogar auf "Mittel" hochdrehen, damit die paar Bilder, die man pro Sekunde zu sehen bekommt, wenigstens noch einen Teil des Remaster-Glanzes versprühen.

Nun will ich euch nicht erzählen, Oblivion Remastered wäre auf dem Deck unspielbar. Mechanisch funktioniert alles, wie es soll, und in Dungeons sowie vielen Städten verursacht die Framerate auch keine Kopfschmerzen. Aber die offene Spielwelt, und damit der Star, der Dreh- und Angelpunkt in einem Bethesda-RPG, läuft inakzeptabel schlecht. Ich will mich dort nicht aufhalten, sondern es hinter mich bringen, bis ich den nächsten Dungeon betrete, wo mein Deck wieder Luft holen darf.

Kämpfen in Oblivion Remastered auf dem Steam Deck. Quelle: PC Games Wer noch ein paar mehr FPS herausquetschen will, der findet bereits diverse Mods, die die Settings noch weiter herunterdrehen und optimieren sowie das Zwangs-Raytracing deaktivieren - auch, wenn das Remaster dann grafisch wirklich seine letzten Federn lässt, weil es mit Raytracing gestaltet und beleuchtet wurde.

Eine bequeme Option zum Einsatz mehrerer Optimierungen auf einen Streich findet ihr etwa hier. Wollt ihr es erst einmal nur mit Engine-Anpassungen versuchen, das Raytracing aber behalten, saugt ihr euch diese Datei von NexusMods.

Valves Verifizierung muss transparenter werden

Bei einem verifizierten Spiel sollte das allerdings nicht nötig sein. Es sollte ohne Bastelei vernünftig laufen, und wenn das nicht der Fall ist, verdient es seine Kennzeichnung nicht. Zumal die Mods auch nicht alles beheben.

Valve sollte das Spiel in diesem Zustand schlichtweg nicht für das Steam Deck empfehlen, und für die Zukunft wünsche ich mir eine klarere Kommunikation, wie diese Einstufungen zustande kommen. Ich möchte zumindest grob wissen, wie viele FPS erreicht werden, und welche Auflösung dafür benutzt wird. Klar, diese Infos kann ich mir auch jetzt schon besorgen, etwa bei ProtonDB, von diversen Deck-YouTubern oder auf Reddit.

Aber wozu existiert das offizielle Verifizierungssystem dann überhaupt noch? Im aktuellen Zustand ist die wichtigste Information - okay, die zweitwichtigste nach der, dass das Spiel auf dem Deck überhaupt startet - quasi nutzlos, wenn Technik-Katastrophen wie Oblivion Remastered den grünen Haken bekommen. Es gibt keinen objektiven Maßstab, nach dem dieses Spiel "gut auf dem Deck läuft". Und von einem Unternehmen wie Valve, das ich, gerade wegen des Steam Decks, als vergleichsweise bodenständig und kundenfreundlich wahrnehme, erwarte ich einfach mehr.

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