In der interaktiven Detektivgeschichte von Nobody Wants To Die erleben wir ein verkommenes New York der 2300er Jahre. In der fesselnden Handlung gehen wir nicht nur auf Spurensuche, sondern konfrontieren auch schwere Traumata und Dilemmata.
Elementar, Karra. Elementar.
Das Spielprinzip erinnert im positiven Sinne sehr an eine Detektivgeschichte von Telltale. Auch hier wählen wir Dialogoptionen zum Beeinflussen des Spielgeschehens, suchen in Point-and-Click-Passagen Tatorte ab und meistern kleine Quick-Time-Events. Sogar ein paar moralische Dilemmata entscheiden unseren weiteren Spielverlauf.
Besonders ansprechend finden wir das Minispiel zum Kombinieren der Hinweise, die wir an einem Tatort gesammelt haben. Sobald wir dafür wieder in der Wohnung von James ankommen, fängt das Knobeln erst richtig an.
Wir müssen genau nachdenken, um die Indizien zu den Motiven zuzuordnen. Wenn wir nicht logisch überlegen, tappen wir bei der Menge der Optionen nämlich öfters im Dunkeln. Hier kommt erstklassige Detektivstimmung auf.
Besonders hervorzuheben ist die großartige englische Vertonung. Andere Sprachen gibt es nicht, aber dafür sind die Untertitel auch akkurat genug. Neben sehr guten Sound-Effekten weiß auch die Musik zu überzeugen.
Wir hören meistens leichten Jazz, der für eine exzellente Film-Noir-Atmosphäre sorgt, sowie mysteriöse Melodien, die für die Detektivstimmung zuständig sind.
Anmerkung der Redaktion: Wenn ihr euch selbst in einer scheinbar ausweglosen Situation befindet, dann scheut nicht, Hilfsangebote wahrzunehmen. Kontaktiert etwa umgehend die Telefonseelsorge ([url=file:///C:/Users/christopher.holler/Downloads/www.telefonseelsorge.de]www.telefonseelsorge.de[/url]). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erreicht ihr Berater, die schon in vielen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen konnten und die der Verschwiegenheit verpflichtet sind. Zögert auch nicht, Hilfe anzubieten, wenn Angehörige oder Freunde diese benötigen.
Ein Ende düsterer als das andere
Achtung: Hier erwarten euch ein paar Spoiler für das Ende des Spiels.
Nachdem wir durch unsere Entscheidungen ein schlechtes Ende bekommen haben, wussten wir nach dem Finale auch nicht, was die eigentliche Auflösung des Mysteriums ist.
Beim "besten" Ende wird der Fall zwar größtenteils gelöst, doch neben ein paar offenen Fragen führt das auch zum Abgang unseres Protagonisten. Der alternative Ausgang ist dadurch also nicht weniger düster, da hier ein Suizid immersiv dargestellt wird.
Das ist sowohl beeindruckend als auch bedrückend, sodass wir das nicht weiter bewerten wollen. Falls wir alle Enden erleben wollen, müssen wir das Spiel mehrfach durchspielen. Das Schummeln durch Save Scumming ist nicht möglich. Das mag manche Spieler ärgern, aber ergibt in Anbetracht der Spiellänge von ungefähr fünf Stunden schon Sinn.
