No One Lives Forever im Retrospecial: Darum lieben wir Cate! - Seite 2
Special
Im Retro-Special reden wie über Cate Archer im Stealth-Hit No One Lives Forever aus dem Jahr 2000 und die besondere Rechtslage der Lizenz.
Das, was Cate Archer so herausragend macht, ist nicht, dass sie eine Frau ist, sondern wie im Spiel mit ihr umgegangen wird. Ihr Geschlecht findet es auch in der Story und in sämtlichen Dialogen immer wieder sinnvoll Beachtung. Als Frau ist sie nicht so stark wie ein Mann und bleibt lieber unentdeckt. Von ihren männlichen Kollegen wird ihr nicht viel zugetraut, aber durch ihren Scharfsinn und Intellekt kann sie sich letztlich beweisen. Dabei ist sie lange nicht perfekt. Übertrabende Ambitionen, gepaart mit Arroganz, lassen Cate unnahbar und kalt wirken, wofür sie durchaus verdiente Retourkutschen kassiert.
Die meiste Zeit blickt das Spiel mit Humor auf ein Thema, das ihm bei einem Release heutzutage wohl noch weit mehr Relevanz einbringen würde als vor 20 Jahren. Ein Cate-Archer-Revival wird es aber wahrscheinlich trotzdem nicht geben. Und das nicht, weil Stealth-Games aussterben, sondern weil niemand weiß, wem die Rechte des Spiels eigentlich gehören. Entwickelt von Monolith Productions und gepublished von Fox Interactive, lag die Lizenz einst bei einem der beiden Studios.
In diesem Artikel
Fox Interactive wurde 2003 von 20th Century Fox an Vivendi verkauft, die 2008 mit Activision fusionierten. Entwickler Monolith Productions gehört inzwischen Warner Bros, ebenso die Game Engine des Spiels namens LithTech.
Remake wider Willen
Quelle: PC Games
Die Missionen sind stets abwechslungsreich und unterhaltsam.
So sehr sich viele Fans ein Remake der ikonischen Spielereihe wünschen, so unwahrscheinlich ist, dass es dazu kommen wird. Erst vor ein paar Jahren versucht der Entwickler Night Dive, sich die Rechte an No One Lives Forever zu sichern oder zumindest eine Kooperation einzugehen. Bloß: mit wem? Das ist die Frage, die sich bis heute nicht klären ließ.
Der erste Weg ging zu Warner Bros, die laut Monolith zumindest einige Rechte an dem geschriebenen Code und eben der Engine haben. Schnell folgte eine Absage, denn Activision habe eventuell ebenfalls Ansprüche an No One Lives Forever.
Auch Activision vermutet das, allerdings sind etwaige Unterlagen dazu nicht digitalisiert vorhanden und damit natürlich quasi unauffindbar. Die gleiche Antwort gab es von 20th Century Fox. Was wie eine semi-lustige Schnitzeljagd klingt, ist der traurige Beweis dafür, dass große Studios auf ihren Rechten sitzen. Selbst dann, wenn sie nicht einmal sicher sind, ob sie ihnen gehören. Hergegeben wird da nix, auch wenn man gar nicht plant, die Rechte zu nutzen.
Die Rechtslage wurde inzwischen nicht einfacher: Fox gehört nun Disney und Activision demnächst Microsoft. Auch wenn es schmerzt: Die Chance, dass es für Cate Archer eine offizielle Fortsetzung gibt, ist verschwindend gering. Das einzige Trostpflaster ist eine Website, auf der die Spiele seit Jahren mehr oder weniger legal verfügbar sind.
Wo kein Kläger, da kein Richter und weil keines der beteiligten Studios fähig oder daran interessiert ist, die alten Verträge hervorzukramen, gibt es auch niemanden, der den Seitenbetreibern Einhalt gebietet. Ebenfalls existiert eine ganze Reihe an Mods, dank derer man schon fast von einem Remaster des Klassikers reden kann. Das ist aber nur ein kleiner Trost für darbende Cate-Fans.
