Für die einen ist es die Spaß-Offenbarung - für die anderen die altmodischste Konsole, seit es Pixel gibt.
Die Hintergründe der Schlacht
Der Nintendo DS in der ersten, noch etwas klobigen Version 1.
Der Kampf der Konsolen ist in erster Linie ein interessantes Duell der Philosophien. Die beteiligten Unternehmen sehen die interaktive Unterhaltung nämlich fundamental unterschiedlich. Deshalb liegen auch die Schwerpunkte ihrer Geräte so weit auseinander.
Nintendos Wii ist eine günstige Konsole, die in etwa auf dem technischen Level von PlayStation2 & Gamecube arbeitet. Das ist ein klassischer Ansatz für den japanischen Hersteller: Schon seit seligen Gameboy-Tagen betont man in Kyoto, dem Nintendo-Hauptsitz, dass es nicht auf den aktuellsten Stand der Technik ankomme. Und dabei hatte man bekanntlich Erfolg: Schon vor 15 Jahren fegte man mit der klotzigen Pixelgrafik des Gameboy Sega mit seinem Gamegear samt Luxus-Display vom Markt.
Eine erfolgreiche Strategie wird fortgesetzt
Im Erfolg des Gameboy und seiner zahlreichen Varianten liegt auch der Erfolg des DS begründet: Statt wie Wettbewerber Sony aufwendige Disc-Laufwerke und stromfressende Hi-Tech-Chips zu verbauen, konzentrierte man sich auf kostengünstige Technik und ein paar Innovationen. Mikrofon, Doppelbildschirm und Tochscreen bildeten, von Sony zeitweise belächelt, den Grundstock des Erfolges.
Doch vor allem die exklusive Software schlug ein wie die sprichwörtliche Bombe: Der virtuelle Hundezwinger Nintendogs sowie der eigentlich banale Grips-Tester Dr. Kawashima's Gehirn-Jogging übertrafen alle Erwartungen und animierten ganz neue Spieler-Gruppen zum Selbstversuch.
Steigende Gewinne und noch mehr Innovationen
Der Rest ist Geschichte: Selbst Nintendo wurde vom Verkaufserfolg überrannt, das Gerät ist bis heute so schnell verkauft, wie es geliefert wird. Das ist vor allem auch in wirtschaftlicher Hinsicht bemerkenswert: Im Gegensatz zu anderen Herstellern verliert Nintendo nicht mit jeder verkauften Konsole Geld, sondern verdient auf Grund geringer Produktionskosten daran. Dazu kommen die Spiele: Fast 70% der verkauften DS-Spiele stammen aus der firmeneigenen Produktion, was den Gewinn zusätzlich erhöht.
Diese Lektion war die bestimmende Vorgabe bei der Entwicklung der Wii-Konsole: Keinesfalls wollte man sich auf den Pfad der Konkurrenten begeben, alles Mögliche an Technik zu verwenden.
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