"Kein Verkauf mehr an Amazon": Vergangener Boykott von Nintendo sorgt erneut für Aufsehen

News Tobias Tengler-Boehm
"Kein Verkauf mehr an Amazon": Vergangener Boykott von Nintendo sorgt erneut für Aufsehen
Quelle: Nintendo

"Ich wollte nichts Illegales tun": Ex-Nintendo-Boss Reggie äußert sich zu früherem Streit mit Amazon.

Weder Spiele noch Konsolen von Nintendo bei Amazon erhältlich? Was aus heutiger Sicht kaum vorstellbar ist, wurde Ende der 2000er-Jahre Realität. Grund hierfür war die Weigerung des Mario-Konzerns, sich auf fragwürdige Machenschaften mit Amazon einzulassen. Ex-Präsident Reggie Fils-Aimé sorgt aktuell mit Äußerungen zu einem brisanten Streit mit dem Online-Riesen für Aufsehen.

Streit mit Amazon: Nintendo wollte "nichts Illegales tun"

Als Nintendo mit der Wii und mit dem DS riesige Erfolge feierte, war Amazon gerade drauf und dran, sich vom Online-Händler für Bücher zu einem riesigen digitalen Marktplatz für Produkte aller Art zu entwickeln. Ein Augenmerk lag hierbei auch auf Videospielen, damals wie heute ein Milliardengeschäft.

Wie sich Ex-Nintendo-Boss Reggie Fils-Aimé erinnert, setzte Amazon alles daran, die günstigsten Preise am Markt anzubieten. So wollte man die Konkurrenz um Walmart, GameStop und Co. alt aussehen lassen. Um Konsolen und Spiele zum Bestpreis anbieten zu können, setzte man laut Reggie Hersteller wie Nintendo unter Druck, finanziell mitzuspielen. Doch da hatte der Online-Riese seine Rechnung ohne den ehemaligen Präsidenten von Big N gemacht.

Reggie Fils-Aimé galt schon während seiner Amtszeit als COO von Nintendo of America als Kultfigur. Seine selbstironische, unkonventionelle, aber auch sehr selbstbewusste Art, Konsolen und Spiele zu vermarkten, fand bei Kindern, Jugendlichen und Eltern großen Anklang. Reggie Fils-Aimé war eine regelrechte Meme-Maschine. Seine Schilderungen in Bezug auf den Streit mit Amazon passen da gut ins Bild.

"Im Wesentlichen wollte Amazon ein unerhörtes Maß an finanzieller Unterstützung, damit sie den niedrigsten Preis anbieten konnten, um Walmart zu schlagen. Deshalb sagte ich der damaligen Führungskraft geradeheraus direkt ins Gesicht: 'Sie wissen schon, dass das illegal ist, oder? Ich kann das nicht tun'". Und dann kam es tatsächlich zum Boykott.

Reggie Fils-Aimé Quelle: Creative Commons Attribution 2.0 Generic Reggie Fils-Aimé "Wir haben wirklich aufgehört, an Amazon zu verkaufen". Reggie Fils-Aimé macht deutlich, warum: "Ich wollte alles vermeiden, was unsere Beziehungen zu anderen Einzelhändlern gefährdet hätte". Für seine Standhaftigkeit gegen den Druck des Online-Riesen gab es allerdings noch weitere Gründe:

Es ging dem Nintendo-Boss auch darum, klare Kante gegenüber Amazon zu zeigen. "Es war mir auch wichtig, ein deutliches Signal zu senden. "Schau, du wirst mich nicht herumschubsen. So machen wir [bei Nintendo] Geschäfte'. Und so baut man im Laufe der Zeit Respekt auf". Die Amtszeit von Reggie Fils-Aimé endete im April 2019. Anekdoten über seine Zeit bei Nintendo erzählt der heute 65-Jährige aber immer noch gerne.

Quelle: Twitch

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