Nintendo Alarmo: Ich bin Gaming-Redakteur und habe einen Wecker getestet, und ich habe keine Ahnung, wie es dazu kommen konnte

Special Lukas Schmid
Nintendo Alarmo: Ich bin Gaming-Redakteur und habe einen Wecker getestet, und ich habe keine Ahnung, wie es dazu kommen konnte
Quelle: Nintendo / Collage: PC Games

Alarrrmo, Alarrrmo! Ich habe den Selbsttest mit dem Nintendo-Wecker Nintendo Alarmo gemacht und geschaut, ob man mit Mario, Link und Co. besser in den Tag startet.

Ich habe ein Suchtproblem: Ich kann einfach nicht mit dem Schlafen aufhören. Das führt so weit, dass ich ohne Ausnahme jeden Tag (!) schlafe, meistens nachts, damit es niemand mitbekommt, da ich mich so dafür schäme.

Wegen all der Schlaferei komme ich gar nicht mehr zu dem, was mir eigentlich Spaß macht: Videospiele! Aber: Dank Nintendo kann ich Sucht und Hobby nun endlich effektiv verbinden - Nintendo Alarmo heißt die Patentlösung, die der Traum meiner schlaflosen Nächte ist. Beziehungsweise eigentlich das genaue Gegenteil, weil mir das Ding ja eigentlich beim Aufwachen ... ach, lassen wir das.

So, genug der schlechten Witze! Nintendo hat also einen Wecker namens Alarmo veröffentlicht, und mutiger Recke, der ich bin, habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, seinen Sinn und Zweck im Selbsttest auf die Probe zu stellen. Das mache ich doch im Schlaf, dachte ich mir (okay, das war jetzt der letzte Schlafwitz, versprochen. Vielleicht.).

Guten Morgen, liebe Sorgen

Erwartet hatte ich mir im Vorfeld ... nun ja, einen Wecker halt, angereichert um ein bisschen Nintendo-Charme. Und im Grunde ist Nintendo Alarmo auch das, aber mit einigen Besonderheiten, die ich so nicht erwartet hatte, sowohl positiver als auch negativer Natur.

Was das Design anbelangt bin ich jedenfalls etwas zwiegespalten. Das poppige Nintendo-Rot, das Hartplastik, die Formgebung, das erinnert alles etwas an Fisher Price. Dem gegenüber stehen aber die wirklich robuste Verarbeitung inklusive eines anständigen Gewichts und der ungemein schicke, relativ hochauflösende und perfekt ausgeleuchtete Bildschirm an der Vorderseite - Premium trifft auf Kinderspielzeugcharme.

Anders, als man das bei Nintendo vielleicht erwarten würde, handelt es sich beim Bildschirm um keinen Touchscreen. Die Bedienung erfolgt stattdessen über drei Elemente auf der Oberseite: einem Zurück-Knopf, einem Benachrichtigungs-Knopf und einem großen Bestätigungs-Button mit Leuchtelement, der sich zudem für die Bedienung der Menüs auch frei drehen lässt. Alles auch soweit wertig verarbeitet, wobei der Hauptknopf einen etwas wackeligen Eindruck macht. Die Eingabeerkennung funktioniert aber einwandfrei.

Einwandfrei und simpel klappt auch die Einrichtung. Sobald man ein USB-C-Kabel an der Unterseite des Weckers eingesteckt hat (das Kabel liegt bei, ein Steckdosenadapter nicht), erwacht der (die? das?) Alarmo automatisch zum Leben und führt einen durch die einzelnen Schritte.

Nintendo Alarmo am Nachtkästchen Quelle: Nintendo

I'll Be Watching You

Der Clou des Teils ist, dass ein Sensor erkennt - auch im Dunkeln -, was vor dem Wecker passiert. Das wird einerseits für eine nette Spielerei benutzt, dank der man zum Beispiel durch bestimmte Bewegungen Link aus Legend of Zelda von Link, ähm, links nach rechts bewegen oder mit Super Mario (aus ... Super Mario!) gegen einen Münzblock springen kann.

Der wichtigere Nutzen des Features liegt aber in der Schlaferkennung. Das heißt: Wann gehe ich ins Bett? Bewege ich mich im Schlaf? Stehe ich auch wirklich auf, wenn der Wecker klingelt? Bei der Einrichtung gibt man deswegen an, wo und in welcher Entfernung vom Bett Alarmo steht und dann ab in die Heia! Nun, zumindest in der Theorie. In der Praxis ergeben sich durch den Sensor auch einige Probleme - dazu später mehr.

Eine Internetanbindung und die Verknüpfung mit einem bestehenden Nintendo-Account kann man auch einrichten. Das ist beides lobenswerterweise optional*, aber diese Optionalität* kommt mit einem großen Sternchen* daher: Um Updates durchzuführen, muss man den Wecker mit dem Internet verbinden - okay, verständlich und fair genug -, um (kostenlos) das Portfolio an vorhandenen Klingentönen und interaktiven Animationen aus diversen Nintendo-Spielen zu erhalten, ist aber ein Nintendo-Account verpflichtend notwendig.

Bildergalerie

Bedenkend, dass Nintendo Alarmo mit einer UVP von 99 Euro schon kein Schnäppchen ist, finde ich es dann doch recht unangebracht, für das Hinzufügen neuer Inhalte so eine schlussendlich kleine, aber nichtsdestoweniger vorhandene Hürde in den Weg zu legen. Die lustigen Nintendo-Themes sind schließlich der wichtigste Grund, warum man sich das Ding ins Schlafzimmer stellt, sonst tun es auch jeder x-beliebige Fünf-Euro-Wachmacher oder der Handy-Alarm.

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