Need for Speed Unbound im Test
Test
Grafik, Gameplay, Fuhrpark und Tuning: Was kann der neue Arcade-Racer von Electronic Arts? Wir schauen im Test von Need for Speed Unbound unter die Haube.
Habt ihr die Story abgegrast, was euch je nach Gründlichkeit bis zu 20 Stunden beschäftigen wird, dürft ihr euch in den Multiplayer stürzen. Der ist im Gegensatz zu NFS: Heat wieder ein separater Modus. Ihr könnt also nicht einfach eure Sitzung für andere Spieler öffnen. Stattdessen müsst ihr einen neuen Charakter erstellen, den ihr natürlich mit feschen Markenklamotten eindeckt, und mit dem nochmal komplett von vorn anfangen. Ja, richtig gelesen: separate Modi, separater Fortschritt. Ihr habt zu Beginn keine Kohle und keine Garagen-Upgrades. Das Einzige, was man euch großzügigerweise überlässt, sind die Wagen, die ihr in der Story erspielt habt - allerdings als Fabrik-Modelle, also komplett ohne Tuning. Dazu kommen weitere Ärgernisse: Es gibt keine Einzelrennen mehr, sondern nur noch Playlists. Das Crew-Feature, durch das ihr euch mit anderen Spielern zusammenschließen konntet, wurde gestrichen. Immerhin bietet der Titel jetzt Crossplay, sofern ihr die Funktion im Hauptmenü aktiviert habt.
Nix da mit Next-Gen-Grafik
Apropos Einstellungen: Technisch läuft Need for Speed Unbound weitestgehend sauber. Gerade die Sound- und Wettereffekte sind chic. Wenn sich Regentropfen eindrucksvoll auf eurem Lack spiegeln, freut man sich über den eingebauten Fotomodus. Hier und da fallen Pop-ins auf, aber das war's auch schon. Schade sind nur die begrenzten Grafikoptionen auf den Konsolen. Da könnt ihr Bewegungsunschärfe und Kamerawackeln runterdrehen, damit euch nicht schlecht wird.
Quelle: Electronic Arts
Need for Speed Unbound im Test: Schicke Karosse, doch es hakt im Getriebe (6)
Das war's aber auch schon. Ihr habt nicht mal die Wahl zwischen verschiedenen Modi. Das Spiel läuft immer in 4K, mit einer Framerate von 60 Bildern pro Sekunde und ohne Raytracing. Opulente Optik dürft ihr also nicht erwarten.
Dafür, dass allein Current Gen bedient wird, setzt sich NFS: Unbound nicht stark vom Vorgänger ab. Unsere Vermutung: Nach einigen Problem während der Entwicklung hat man sich bei Criterion dazu entschieden, die Versionen für PS4 und Xbox One zu kicken, um Zeit zu sparen. Technisch wäre eine Umsetzung für die schwächere Hardware bestimmt drin gewesen. Das hat Need for Speed: Heat 2019 schließlich auch geschafft.
Insgesamt lässt sich sagen: Es ist schwierig, Dinge zu finden, die Unbound deutlich besser macht als sein Vorgänger. Klar, es gibt jetzt einen anderen Style, die Story ist weniger aufdringlich und mit Takeover hat man sich einen neuen Modus ausgedacht. Aber sonst? Sonst bekommt man das, was es schon vor drei Jahren gab, was Handling, Tuning und Inhalt betrifft.
Im Gegenzug wurden sogar Dinge gestrichen, der Sinn hinterm Tag-Nachtwechsel zum Beispiel oder das Online-Crew-Feature. Entsprechend ist keine höhere Wertung drin. Ja, Need for Speed Unbound ist ein unterhaltsamer Arcade-Racer. Aber er ist keine Offenbarung, der die Reihe endlich aus seiner jahrelangen Mittelmäßigkeit hebt.
Need for Speed Unbound erscheint am 2. Dezember für Playstation 5, Xbox Series S|X und PC. Dort ist es via Origin, Steam und Epic Game Store verfügbar. Vorbesteller der Palace Edition können bereits ab dem 29. November loslegen. Wer EA Play Pro abonniert hat, darf zehn Stunden zur Probe spielen.
