Need for Speed: Unbound: Die Reihe braucht mehr Tuning und Street Racing! - Seite 2
Kolumne
Mit einem fetten Reveal-Trailer haben Electronic Arts und Criterion Games ihr neues Rennspiel Need for Speed: Unbound vorgestellt. Der kommt in einem frischen neuen Look daher: Effektgeladene Cartoon-Grafik trifft auf realistische Autos und Kulissen. Der Mix passt vielleicht nicht jedem, aber es ist wichtig, dass die NfS-Reihe endlich wieder einen eigenen Stil findet.
So richtig auf eine Sache festlegen wollte sich die Serie nie. Jedes Jahr wurde was Neues ausprobiert. Jedes Jahr sprangen so aber auch alteingesessene Fans ab, die doch eigentlich nur ein wenig Konstanz wollten. "Need for Speed verkaufte sich vor zehn Jahren deutlich besser als heute", sagte EA bereits 2015! Von den 16 Millionen Spielern, die 2005 das originale Most Wanted kauften, waren zum Release von NfS: Heat im Jahr 2019 nur noch ca. vier Millionen übrig. Auf Metacritic dümpelt die Reihe nun schon seit Längerem in der absolut belanglosen Mittelmäßigkeit von 60er- und 70er-Wertungen herum.
Need for Speed hat seine Relevanz verloren und steht im Racing-Genre so ein wenig auf verlorenem Posten. Die Konkurrenz hat in vielen Bereichen aufgeholt und überholt: Assetto Corsa hat das bessere Handling, Forza Horizon hat den größeren Fuhrpark, The Crew 2 die größere Spielwelt, Gran Turismo die bessere Grafik und Grid Legends die bessere Story. Mit welchem Alleinstellungsmerkmal kann Need for Speed dann noch punkten?
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Quelle: Electronic Arts
Der amerikanische Rapper A$AP wird eine wichtige Rolle in der Story von NfS: Unbound einnehmen.
Tuning ist die Zukunft!
Vielleicht ja mit Tuning und Street Racing. Das klappte in Heat ja schon relativ gut. Mit illegalen nächtlichen Straßenrennen und umfangreichen Anpassungsmöglichkeiten wurden wohlige Erinnerungen an Underground geweckt. Im verchromten 3er BMW durch die neongetränkte Skyline von Palm City zu driften, das hatte schon was. Man war in der Umsetzung aber nicht konsequent genug: Tagsüber ging es nur brav und gesittet über abgesperrte Rundkurse. Später kamen sogar noch Offroad-Rennen dazu, die irgendwie so gar nicht ins Gesamtbild passten. Warum jetzt also nicht All-in gehen: voller Fokus auf arcadige Untergrund-Action.
"Bei Need for Speed geht es darum, Trends zu setzen; neue Wege zu gehen; zu rebellieren", das sagt selbst Creative Director Kieran Crimmins im Gespräch mit IGN. "Wenn ich alles auf den Punkt bringe, was wir hier zu tun versuchen, dann versuchen wir, dem Spieler das Gefühl zu geben, ein illegaler Straßenrennfahrer zu sein." Da passt der Grafitti-Look doch wie die Faust aufs Auge!
Das Gameplay muss stimmen
Bei Straßenrennen geht es ums Protzen, ums Auffallen. Stilvoll gezeichneter Reifenqualm und Cel-Shading-Flammen, die aus dem Auspuff schießen, fangen diese Stimmung perfekt ein. Mit einer soliden visuellen Identität und einem knallharten Soundtrack hat Need For Speed: Unbound alle richtigen Zutaten, um ein Erfolg zu werden. Natürlich muss auch das Gameplay passen. Über das wissen wir bisher noch recht wenig. Da ist nur von einem tiefgreifenden Fahrsystem und einer brandneuen Physik die Rede, die sich mit anderen großen Renn-Simulationen messen können sollen. Worte, denen auch Taten folgen müssen.
Grundsätzlich scheint die Reihe aber auf einem guten Weg. Es ist wichtig, dass Need for Speed weiterhin versucht, seinen Platz in der Racing-Welt zu finden. Dass man eine eigene Persönlichkeit entwickelt, die zeigt, wofür man steht und wie man sich vom Rest absetzt. Damit die Fans auch mal wissen, wo sie dran sind. Sonst droht die Reihe, irgendwann in der Bedeutungslosigkeit zu versinken.
Quelle: Electronic Arts
Anime-Effekte wie Emojis, Flügel oder Flammen lassen sich optional auch ausschalten.
Need for Speed: Unbound erscheint am 2. Dezember 2022 für PC, PlayStation 5 und Xbox Series S|X. Eine Version für Old-Gen-Konsolen wurde gestrichen. Der Multiplayer-Modus wird Crossplay zwischen den verschiedenen Plattformen bieten und künftig mit kostenlosen Post-Launch-Inhalten versorgt.
