The Legend of Zelda: Vergessene Klone und Parodien - diese Spiele lohnen sich
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Seit Nintendo 1986 das erste The Legend of Zelda veröffentlicht und damit für einen Urknall in der Videospielwelt gesorgt hat, lassen sich andere Entwickler von der Kultserie inspirieren. Passend zum Release von The Legend of Zelda: Link's Awakening haben wir euch ein paar vergessene Abenteuer zusammengestellt, die heute noch einen Blick wert sind.
"Zelda-Klone": Das ist ein böses Wort, und es ist vor allem auch kein faires. Natürlich hat Nintendo mit seiner Action-Adventure-Reihe eine Art Geheimformel entwickelt, die bis heute Spieler aller Altersgruppen begeistert. Es ist diese zugängliche Mischung aus Oberwelt, Dungeons, leichten Kämpfen und einigen Kopfnüssen, gepaart mit liebenswerten Charakteren. Im Laufe der Jahre haben viele andere Entwickler diese Grundrezeptur mit eigenen Ideen verfeinert. Trotzdem sieht man immer wieder Spiele, die ziemlich offensichtlich von Zelda inspiriert wurden - oder die den Klassiker sogar parodieren. Nintendos Einfluss ist allerdings so umfangreich, dass eine vollständige Liste ellenlang wäre. Daher beschränken wir uns hier auf ein paar nennenswerte Geheimtipps. Vorhang auf!
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Ittle Dew 2
- Entwickler: Ludosity
- Plattformen: Switch, PC, PS4, Xbox One
- USK: Ab 6 Jahren
- Release: 2016
Grünes Oberteil, blonde Haare, braune Hose - auf dem ersten Blick sieht die freche Abenteurerin Ittle tatsächlich aus wie Link. Okay, auch auf dem zweiten. Gemeinsam mit ihrem fliegenden Fuchs-Freund Tippsie strandet sie auf einer Insel. Aber ganz so eilig mit der Abreise haben es beide nicht, denn auf dem vergessenen Land gibt's eine Menge Kostbares zu bergen - magischer Schatzkarte sei Dank! Der gezeichnete Grafikstil macht gleich von Anfang klar: Hier werden zahlreiche Zelda-Klischees Hopps genommen! Ittle findet Waffen auf dem Müll, steinalte Bewohner scheuchen sie grantig davon, und eigentlich will sie gar keine Heldin sein. Die Umstände machen sie unfreiwillig zu einer. Zum Schreien komisch sind vor allem die Gesichter der Charaktere und Monster: Tippsie schaut zum Beispiel oft latent genervt und fühlt sich fehl am Platz. Sehr nett: Ihr könnt die Dungeons in beliebiger Reihenfolge angehen. Die Kämpfe spielen sich gut und die Erkundung macht Spaß. Allerdings solltet ihr eine Affinität zu Block-Rätseln haben: Von denen gibt es hier noch mehr als in The Legend of Zelda: A Link to the Past.
3D Dot Game Heroes
Quelle: Silicon Studio
3D Dot Game Heroes
- Entwickler: Silicon Studio
- Plattform: PS3
- USK: Ab 6 Jahren
- Release: 2009
Was würde passieren, wenn plötzlich eines der frühen 2D-Zeldas auf dem NES dreidimensional werden würde? Genau das passiert in 3D Dot Game Heroes, einer wundervollen Hommage an The Legend of Zelda für die PlayStation 3. Statt zweidimensionaler Sprites gibt es hier Voxel. Das wirkt ein wenig so, als würde man einen Retro-Schinken durch eine moderne VR-Brille anschauen. Besonders der Tilt-Shift-Effekt und die üppigen Partikeleffekte geben der Grafik einen eigenen Charme. Davon abgesehen ist das Spiel erstaunlich nah am Original, sodass man fast von einem Plagiat sprechen könnte: Dungeons, Oberwelt, Farbgebung und oder sogar die klischeebeladenen Charaktere -3D Dot Game Heroes könnte direkt von Nintendo stammen, zumal es sich wunderbar fluffig spielt. Was es aber abhebt, ist der Humor: Alles an dem PS3-Spiel ist eine Spur übertriebener. Das Schwert des vollständig anpassbaren Helden wird zum Beispiel bei Angriffen so groß, dass es fast den ganzen Bildschirm einnimmt. Klingt bescheuert, sieht aber extrem witzig aus. Schade, dass diese Hommage nur auf der PS3 geblieben ist, denn sie hätte mehr Publikum verdient.
Oceanhorn: Monster of Uncharted Seas
Quelle: Cornfox & Brothers
Oceanhorn: Monster of Uncharted Seas
- Entwickler: Cornfox & Brothers
- Plattformen: Switch, PS4, Xbox One, Windows, Mac, PS Vita, Android, iOS
- USK: Nicht geprüft
- Release: 2013
Seinen Ursprung hat Oceanhorn auf Mobiltelefonen, wo es prinzipiell bis heute die einzig nennenswerte Alternative zu Zelda ist. Besonders die Geschichte packt einen direkt: Man spielt einen kleinen Jungen, der sich auf die Suche nach seinem Vater macht. Der hat lediglich einen Brief hinterlassen, in dem er von einer geheimnisvollen Kreatur namens Oceanhorn spricht. Seine Tagebucheinträge wirken wie eine Spur, die über 14 verschiedene Schauplätze führt. Die erreicht der Sohn über ein kleines Segelboot - The Legend Zelda: The Wind Waker lässt grüßen! Zwar bringt Oceanhorn kaum eigene Ideen mit, macht ansonsten beim Spieldesign und seiner Dramaturgie aber alles richtig. Jeder Ort birgt neue Geheimnisse und Rätsel, und man ist fast ein wenig traurig, wenn man den letzten Ort erreicht. Die tolle Atmosphäre wird von einem schönen Soundtrack abgerundet, der aus der Feder von Nobuo Uematsu (Final Fantasy) und Kenji Ito (Sword of Mana) stammt.
Hob
- Entwickler: Runic Games
- Plattformen: Switch, Windows, PS4
- USK: Ab 12 Jahren
- Release: 2017
Reden ist Silber, Schweigen ist Gold! Schon in den Zelda-Spielen wird nicht viel gesprochen, doch Hob verzichtet fast vollständig auf Worte. Das ist gut, denn so kommt die kontrastreiche Spielewelt stärker zur Geltung. Die Oberfläche ist mit idyllischen Wäldern bedeckt, auf denen das Leben blüht. Doch im Untergrund toben Maschinen. Diese wirken manchmal gewaltig und scheinen endlos in die Tiefe zu reichen. Dort befinden sich auch die meisten Rätsel. In Hob wird eher wenig gekämpft, sondern viel erkundet. Das macht Spaß, weil man sich Stück für Stück auf logische Weise die Umgebung erschließt. Zum Beispiel gibt es ein unterirdisches Wasserwerk, bei dem man mehr betreten kann, sobald man mit Pumpen den Wasserstand sinken lässt. Toll: Das Spiel bindet euch den Lösungsweg nicht mit offensichtlichen Tipps auf die Nase, ihr müsst stattdessen alles selbst herausfinden. Deshalb fühlt sich das Abenteuer am Ende wie eine echte Errungenschaft an.
Okami HD
Quelle: Clover Studio
Okami HD
- Entwickler: Clover Studio
- Plattformen: Switch, PS4, Xbox One, Windows
- USK: Ab 12 Jahren
- Release: 2017
Okami erschien schon 2006 für die PlayStation 2 und war der Schwanengesang der 2007 aufgelösten Capcom-Tochter Clover Studio - und das, obwohl das humorvolle Action-Adventure mit Kritikerlob überhäuft wurde! Selbst in der HD-Auflage hat es nichts von seinem Reiz verloren: Als Sonnengöttin Amaterasu rettet ihr in Gestalt eines Wolfes Japan vor einer Dämoneninvasion. Zeitlich spielt Okami in einer nicht näher definierten klassischen Epoche. Deshalb passt der Grafikstil perfekt: Alles sieht aus wie eine lebendig gewordene Tuschezeichnung, inklusive fließender Tinte und Papieruntergrund. Das sieht sogar in 4K-Auflösung noch faszinierend aus! Spielerisch liegt der Fokus sehr viel stärker auf Kämpfe als bei Zelda, denen man den Einfluss von Devil May Cry aus dem gleichen Hause anmerkt. Einmalig ist die Einbindung des sogenannten göttlichen Pinsels: Auf Knopfdruck kann Amaterasu das Spielgeschehen pausieren und mit gigantischen Pinselstrichen die Welt beeinflussen. Ein gerade gezogener Strich zerteilt zum Beispiel nicht nur Gegner, sondern auch Bäume. Oder ihr malt eine Sonne in den Himmel, um es Tag werden zu lassen. Solche Einfälle machen Okami auch in der HD-Version zu einer unvergesslichen Reise.
James Cameron's Avatar: Das Spiel
Quelle: Ubisoft
James Cameron's Avatar: Das Spiel
- Entwickler: Ubisoft
- Plattform: Nintendo DS
- USK: Ab 6 Jahren
- Release: 2009
Zum Abschluss sei noch ein Spiel erwähnt, mit dem vermutlich niemand rechnet: die Lizenzumsetzung zum Science-Fiction-Film Avatar: Aufbruch nach Pandora. Der aufwendige 3D-Kracher von Regisseur James Cameron sorgte im Jahr 2009 für offene Münder im Kinosaal. Klar, passende Spiele mussten her, und Ubisoft hat gleich drei verschiedene Versionen entwickelt: Einen Third-Person-Shooter für PS3 und 360, ein Action-Adventure für die Wii und einen unauffälligen Zelda-Klon für den Nintendo DS. Die große Überraschung: Letztgenannter ist das beste Spiel von den dreien! James Cameron's Avatar: Das Spiel ergänzt die Handlung des Films und vermittelt auf kindgerechte Weise die Öko-Botschaft. Ebenso weiß das rätselastige Gameplay zu gefallen, denn im Gegensatz zu den anderen Versionen löst man hier viele der abwechslungsreichen Aufgaben gewaltfrei. Für damalige Handheld-Verhältnisse war auch die Optik sehr schick: In Draufsicht kommen die fluoreszierenden Farben von Pandora trotz schwacher 3D-Grafik ziemlich gut rüber. Wer noch einen DS oder 3DS hat, findet diesen Geheimtipp auf Ebay & Co. zum Schnäppchenpreis.
