Mount & Blade 2: Bannerlord - Preview + Video zur umfangreichen Mittelalter-Action
Special 44,99 €
2012 wurde Mount & Blade 2: Bannerlord angekündigt. Jetzt entlassen die Entwickler das Mittelalter-Rollenspiel in die Early-Access-Phase und versuchen damit, die gewaltigen Fußstapfen des Vorgängers zu füllen. Ein großes Vorhaben: Immerhin besitzt der erste Teil der Reihe, Mount & Blade: Warband, selbst heute noch eine aktive Spieler-Community - und das zwölf Jahre nach Release. Inklusive Video!
"Hach ja, das Mittelalter, Zeitalter der unbegrenzten Möglichkeiten". Said no one ever. Außer, man war männlich und gehört dem Adelsstand an. Für den Rest der Bevölkerung sah diese Zeit doch eher düster aus. Dass man aber als Schmied oder Händler genauso viel Spaß haben kann wie als Ritter mit blauem Blut, versprechen zumindest die Entwickler bei TaleWorlds Entertainment.
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Denn in Mount & Blade 2: Bannerlord könnt ihr, wie bereits im Vorgänger, euren Weg in der fiktiven Mittelalter-Welt selbst bestimmen.
Umfassende Möglichkeiten
Bevor es ans Eingemachte geht, muss natürlich erst ein Charakter erstellt werden. Dafür stehen sechs Kulturen zur Auswahl, denen ihr angehören könnt. Danach legt ihr die Geschichte eures Charakters fest: Anhand der Erlebnisse aus Kindheit und Jugend errechnen sich dann die Skill-Punkte und Charaktereigenschaften eurer Spielfigur. Falls ihr euch zu Beginn etwas verskillt, ist das aber kein Problem: Unser Hau-drauf-Hüne Genalf hatte auch keinerlei Schwierigkeiten, sich zum gierigen Händler zu wandeln.
Spielerisch setzt Bannerlord auf zwei Perspektiven. In der Kartenansicht könnt ihr in Echtzeit zwischen den einzelnen Städten hin- und herreisen. Dabei gilt: Alle anderen Fraktionen und Armeen wandern auch über die Map, wenn der Spieler sich bewegt.
Quelle: PC Games
Zu Beginn erstellt ihr euren Charakter und gebt ihm eine passende Herkunft, die auch seine Skills und Eigenschaften beeinflusst.
Dadurch verändert sich die Welt dynamisch: Städte werden erobert und Siedlungen werden geplündert, Banditen und Räuber lauern dem Spieler immer wieder auf und versuchen, ihn auszurauben. In Schlachten und in Städten wechselt ihr dagegen in die Third- oder First-Person-Sicht, hier könnt ihr mit NPCs interagieren oder das Kampfgeschehen aus nächster Nähe beobachten. Nachdem man zu Beginn in ein paar Tutorials die Grundlagen bezüglich der Kämpfe und des Navigierens auf der Übersichtskarte erlernt hat, wird man in die weite Welt entlassen. Vom ehrlosen Dieb bis zum edlen Ritter, in Mount & Blade stehen euch buchstäblich sämtliche Karrierewege offen. Wie ihr an mehr Geld und Einfluss kommt, liegt allein in eurer Hand.
Unser täglich Loot gib uns heute
Zwei Mechaniken sind im Spiel aber besonders relevant: Der Kampf und der Handel. Wie beides genau funktioniert, lernt ihr neben kurzen Einführungen zu Beginn vor allem durch Ausprobieren. Durch den Handel mit Gütern könnt ihr rasch für ein finanzielles Polster sorgen. Dafür klappert ihr die verschiedenen Städte auf der Suche nach den günstigsten Preisen für Korn, Käse, Fisch und Ähnlichem ab. Habt ihr einen guten Preis gefunden, schlagt ihr natürlich zu und kauft so viel wie möglich davon ein. Mit etwas Glück lässt sich das Produkt an anderer Stelle für den doppelten Preis weiterverkaufen. Für Abwechslung sorgt dabei das Wirtschaftssystem, denn die Preise richten sich realitätsnah stets nach Angebot und Nachfrage.
Quelle: PC Games
Im Handelsmenü vergleicht ihr die Preise für verschiedene Produkte und versucht so, möglichst viel Profit herauszuschlagen.
Da auch die übrigen Händler die Welt in Echtzeit bereisen, kommt es daher zu Preisschwankungen und einem Wettbewerb um bestimmte Produkte. Zusätzlich gilt es, die eigenen Fixkosten für Wachen und Nahrung nicht aus den Augen zu verlieren, denn diese steigen mit der Anzahl und Erfahrung von rekrutierten Trupp-Mitgliedern. Die Soldaten sind jedoch dringend nötig, damit euch auf dem Weg von Stadt zu Stadt nicht all das hart verdiente Geld von Räubern gestohlen wird. Besiegten Plünderern könnt ihr den Loot abnehmen. Die überlebenden Gegner nehmt ihr als Kriegsgefangene mit auf eure Reisen, bis sie sich euch anschließen, oder ihr setzt sie gegen Lösegeld an der nächsten Taverne ab. Umgekehrt könntet ihr natürlich auch selbst zum Gesetzlosen werden und unschuldige Karawanen ausrauben - vorausgesetzt, ihr bringt dafür die nötige Truppenstärke mit. Wie ihr es auch angeht: Nach und nach wächst eure Truppe so auf eine beachtliche Größe an und ihr sammelt genug Erfahrung, bis ihr schließlich auch größere Schlachten mit hunderten NPCs schlagen dürft.
Quelle: PC Games
Um eure Truppen im Kampf sinnvoll einzusetzen, stehen euch zahlreiche taktische Möglichkeiten zur Verfügung.
Die Kämpfe werden wahlweise in der Third-Person- oder First-Person-Perspektive mit allerlei mittelalterlichen Waffen bestritten. Zur Auswahl stehen Lanzen, Äxte, Schwerter, Bögen und Armbrüste. Gerade im Nahkampf werden die Schlachten allerdings schnell chaotisch. Während das Blocken von Schlägen aus verschiedenen Richtungen im Tutorial noch gut von der Hand geht, funktioniert es im hektischen Getümmel von großen Schlachten leider deutlich schlechter. Durch den hohen Wuselfaktor fehlt im Kampf häufig die Übersicht, um sich selbst allzu effektiv daran zu beteiligen. Umso wichtiger ist es daher, die taktischen Möglichkeiten auf dem Schlachtfeld nicht zu vernachlässigen. Als "Bannerlord" können wir unsere Soldaten in Formationen und Gruppen anordnen, um so die gegnerischen Truppen zu flankieren oder zu durchbrechen. Ein geschickter Spieler kann damit in scheinbar aussichtslosen Kämpfen das Blatt noch zu seinen Gunsten wenden. Im Allgemeinen gilt in Kämpfen aber doch meist die Faustregel: Wer mit mehr oder besseren Kämpfern startet, gewinnt.
Ähnlich laufen auch die Multiplayer-Gefechte ab, in denen ihr in Belagerungen und Gefechten eure Truppen gegen andere Spieler in die Schlacht führt. Zur Auswahl stehen derzeit die vier Modi Skirmish, Captain, Siege und Team Deathmatch. Als kurzweilige Dreingabe macht der Mehrspielermodus jetzt schon, Langzeitmotivation wollte sich bei uns aber leider (noch) nicht einstellen.
Early-Access-Probleme und Baustellen
Quelle: PC Games
Die Städte in Bannerlord dürft ihr alle betreten - stellenweise wirken diese aber noch ein wenig karg und leblos.
Insgesamt bietet Mount & Blade 2 im Early Access schon einiges an Content. Baustellen gibt es aber trotzdem. Da sind zum Beispiel die Karawanen, mit denen sich eigentlich recht leicht passiv Geld verdienen lassen sollte. Die Handelsrouten der Karawanen legt aber die KI fest, und die hat leider keinen Plan von Wirtschaft. Da kann es schon mal passieren, dass in Razih Korn für zwölf Goldstücke eingekauft wird, nur um es in Askat für acht Goldstücke zu verkaufen. Dass das nicht rentabel ist, versteht man auch ohne BWL-Bachelor. Auch wenn die Grafik einen ordentlichen Eindruck macht und in manchen Momenten sogar wirklich schöne Bilder auf unsere Monitore zaubert, gibt es da noch ein paar kleinere Bugs, aufgrund derer beispielsweise unser eigenes Antlitz uns in der Ego-Perspektive die Sicht nimmt.
Für mehr Ärger sorgt aber ein anderes Problem: Leider kam es im Test immer wieder zu Abstürzen. Ein Spielstand hat sogar komplett das Zeitliche gesegnet und ließ sich nicht mehr laden. Derlei Probleme waren aber zum Start der Early-Access-Phase zu erwarten, immerhin weist Entwickler TaleWorlds die Spieler ausdrücklich auf den aktuellen Status des Spieles hin. Wer ein makelloses Spielerlebnis fordert, wartet also vielleicht doch besser noch ein wenig ab.
