Monster Hunter bittet zur Kasse: Capcoms DLC-Dschungel
Special
Unmengen an kosmetischen Gegenständen, nachträgliche Bearbeitung und sogar spielbare Charaktere - das alles gibt es, aber nur für echtes Geld. Capcoms Spiele sind durchzogen von Mikrotransaktionen, ganz besonders die Monster-Hunter-Reihe.
Und genau dieses Objekt könnt ihr für ungefähr zwei Euro im Store erwerben. Allerdings war Capcom bei Dragon's Dogma 2 etwas gnädiger und hat dafür gesorgt, dass ihr den Gegenstand auch im Spiel freischalten könnt. Mittlerweile könnt ihr beim entsprechenden Händler bis zu 99 Stück auf einmal kaufen und mit der Zeit wird der Vorrat zudem wieder aufgefüllt.
Einen Haken gibt es dann aber doch: Ihr zahlt dafür nicht mit der gewöhnlichen Währung im Spiel, sondern mit Riftkristallen, die ihr ebenfalls für das Beschwören von neuen Vasallen benötigt. Aber keine Sorge, solltet ihr mal knapp bei virtueller Kasse sein: Riftkristalle gibt es natürlich ebenfalls für echtes Geld zu kaufen - wie großzügig!
Allerdings könnt ihr sie euch, ähnlich wie die Charakterbearbeitungsgutscheine bei Monster Hunter, nur begrenzt kaufen. Das ist aber noch nicht alles, denn ihr könnt euer Echtgeld auch für Gegenstände ausgeben, die euch nach dem Tod wiederbeleben oder das Schnellreisen ermöglichen.
Quelle: PC Games
Dragon's Dogma 2
Auch diese Objekte könnt ihr euch erspielen, sie verschaffen euch aber dennoch einen Vorteil beziehungsweise machen die Spielerfahrung angenehmer. Hier ist Capcom also noch ein Stück weiter Richtung Pay-to-Win gegangen als bei den Unmengen an kosmetischen Zusatzinhalten für Monster Hunter, auch wenn die Anzahl an DLCs hier gerade mal einen Bruchteil davon beträgt.
Gar nicht mal so Mikro
Blicken wir auf Capcoms Veröffentlichungen der letzten Jahre, begegnen uns zwar verschiedene Ansätze, aber immer wieder zahlreiche Mikrotransaktionen. Bei Street Fighter 6 hat das Unternehmen im Vorfeld zum Beispiel nicht kommuniziert, dass das Spiel einen, zumindest teilweise, kostenpflichten Battle Pass haben wird.
Damit ist nicht der Year 1 Ultimate Pass gemeint, der in der Ultimate Edition des Spiels enthalten war, sondern eine weitere Ergänzung für echtes Geld. Hier sind die Inhalte wieder kosmetischer Natur, aber die Existenz eines Battle Pass wissentlich zu verschleiern, wirft bei Capcoms Historie kein gutes Licht auf ihre Intentionen.
Quelle: Capcom
Devil May Cry 5
In Devil May Cry 5, das mittlerweile schon ein paar Jährchen mehr auf dem Buckel hat, gibt es neben kosmetischen Inhalten und Ingame-Währung mit der Figur Vergil sogar einen spielbaren Charakter zu kaufen. Im Gegensatz zu Monster Hunter ist die Liste an erhältlichen Objekten auch hier zwar deutlicher geringer, dafür ist ihr Konzept insgesamt weitaus fragwürdiger.
Dass große Unternehmen mit ihren Videospielen möglichst viel Geld einnehmen wollen, dürfte für niemanden eine große Überraschung sein. Besonders Free-to-Play-Titel, die nicht bereits durch den Kaufpreis refinanziert werden, greifen auf Monetarisierungsstrategien zurück.
Bei Vollpreistiteln wie Monster Hunter sind solche Zusatzinhalte im Endeffekt allerdings schlicht versteckte Kosten, selbst dann, wenn sie keine Spielmechaniken direkt beeinflussen. Eine Flut von mehr als 200 kaufbaren DLCs sorgt zudem für einen schlechten Überblick, nicht nur bei Neulingen.
Selbst wenn es nur um kleine Änderungen für wenig Geld geht, entsteht letztendlich Frust, wenn Content bewusst hinter teils unübersichtlichen Kosten versteckt wird - da hilft auch die Ausrede mit kosmetischen Inhalten nicht mehr weiter. Wir empfehlen euch also, achtsam mit solchen Angeboten umzugehen, damit ihr weiterhin euren Spaß am Spielen habt.
