Monster Hunter bittet zur Kasse: Capcoms DLC-Dschungel
Special
Unmengen an kosmetischen Gegenständen, nachträgliche Bearbeitung und sogar spielbare Charaktere - das alles gibt es, aber nur für echtes Geld. Capcoms Spiele sind durchzogen von Mikrotransaktionen, ganz besonders die Monster-Hunter-Reihe.
Legt ihr Wert darauf, euren Jäger alle paar Spielstunden einem fundamentalen Umstyling zu unterziehen, wird es nicht nur teuer, sondern irgendwann unmöglich. Habt ihr alle Gutscheine verbraucht, müsst ihr für den Rest eurer Spielzeit mit dem gewählten Aussehen leben.
Das mag nicht für jeden Spieler wichtig sein, zumal ein Großteil des eigenen Charakters ohnehin von der Rüstung bedeckt wird. In einem Spiel, für das ihr bereits Vollpreis gezahlt habt, immer wieder Geld ausgeben zu müssen, damit der Charakter vollständig bearbeitet werden kann, und dann auch noch die Anzahl dieser Umgestaltungen zu limitieren, ist den Fashion-Fans gegenüber allerdings ziemlich dreist.
Auch wenn es rein kosmetische DLCs sind, mit denen sich Capcom in diesem Fall eine goldene Nase verdient, sind es im Endeffekt dennoch versteckte Kosten: Möchtet ihr über alles verfügen, was das Spiel zu bieten habt, müsst ihr es kaufen.
Die Objekte verschaffen keine spielerischen Vorteile, werden aber dennoch vor nicht zahlungswilligen Spielern zurückgehalten. Im Gegensatz dazu werden diejenigen, die sich nicht für Kosmetik, sondern für spielerische Inhalte interessieren, oftmals kostenfrei versorgt.
Quelle: PC Games
Monster Hunter World
Denn durch diverse Events und damit einhergehende besondere Quests gibt es für diese Gruppe immer mal wieder neues Futter, selbst wenn sie auf den Kauf der großen Erweiterungen verzichtet. Einen Teil der Spielerschaft je nach Präferenz mit Inhalten zu versorgen und einen anderen dafür blechen zu lassen, lässt eben auch kosmetische Zusatzinhalte fragwürdig aussehen.
Wildes Konzept, gut versteckt
Zumal das Konzept mit den Charakterbearbeitungsgutscheinen besonders für Neueinsteiger gar nicht so leicht ersichtlich ist. Schließlich gibt es in den Spielen ja die Option, sein Aussehen zu bearbeiten. Allerdings eben nur einige eher oberflächliche Anpassungen.
Es wirkt beinahe so, als hätte sich Capcom bemüht, das System zu verstecken: Besorgt ihr euch einen Charakterbearbeitungsgutschein, müsst ihr diesen übers Hauptmenü bei der Auswahl eures Spielstands benutzen, wo euch dann alle Optionen zur Verfügung stehen.
Die kostenlosen Anpassungen könnt ihr hingegen ganz normal im Spiel an eurer Truhe durchführen - also an einem ganz anderen Ort. Falls ihr die Hoffnung hattet, Monster Hunter Wilds (jetzt kaufen 79,99 € / 62,99 € ) würde ein anderes System einführen, müssen wir euch leider enttäuschen.
Quelle: PC Games
Monster Hunter Wilds Beta
Die Entwickler haben uns in einem Interview bestätigt, dass es diese Gutscheine wieder geben wird. Sichtbar wurde das jetzt auch schon in der kürzlich spielbaren Beta-Version, bei der im Menü eine unbegrenzte Anzahl an Gutscheinen zur Verfügung stand. Das System bleibt also gleich, was auch der Grund dafür sein dürfte, dass Capcom die Überarbeitung des eigenen Charakters während der Beta-Phase empfiehlt.
Wie viel die Charakterbearbeitungsgutscheine in Wilds kosten werden und ob die Anzahl wieder limitiert sein wird, wissen wir zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht. Wir vermuten aber, dass sowohl Preis als auch Verfügbarkeit denen von World und Rise ähneln werden.
Drachenzähmen hübsch gemacht
Was die Charakterbearbeitung angeht, ist Capcom ein Serientäter, denn nicht nur Monster Hunter ist davon betroffen. Als vor knapp einem Jahr Dragon's Dogma 2 erschien, gab es ebenfalls einen Aufschrei aus der Community aufgrund der fragwürdigen Mikrotransaktionen.
Um das Aussehen eures Erweckten oder Hauptvasallen zu ändern, braucht ihr zwar keinen Gutschein, aber dafür einen bestimmten Gegenstand: die Kunst der Metamorphose. Mit diesem unscheinbar wirkenden Buch könnt ihr dann im Spiel zu einem Stylisten gehen und euch einen frischen Look verpassen.
