Monster Hunter Rise im Test, Seite 2
Test 35,99 €
Kein leichtes Unterfangen, die gigantischen Fußstapfen des Hits Monster Hunter World auszufüllen - und dann auch noch auf der im Vergleich zu PS4 und Co. schwachen Nintendo Switch! Wieso Monster Hunter Rise das Unterfangen insgesamt trotzdem glückt, wo aber Abstriche gemacht werden und wie uns der Randale-Modus gefallen hat, lest ihr in unserem großen Test plus Video.
Die Apex-Varianten durchbrechen in Nullkommanichts unsere Mauern und dringen meist direkt zu unserer letzten Bastion durch. Dann kämpfen wir teilweise im gewohnten Action-RPG-Stil gegen die Bedrohung, nutzen aber teilweise auch unsere Geschütztürme. Alleine bereiten die die Randalen mäßigen Spaß, da man sich um vieles gleichzeitig kümmern muss. Im Mulitplayer hingegen, vorallem in Absprache mit Mitspielern, ist es möglich, verschiedene Taktiken zu verwenden und Rollen zu verteilen. So ist der neue Modus für Solo-Jäger als Tutorial ganz nett, bereitet jedoch im Mehrspieler-Modus deutlich mehr Spaß.
In diesem Artikel
Weniger ist mehr
Tatsächlich brachte Monster Hunter mit mehreren Spielern schon immer mehr Vergnügen als alleine. Gute Sache, dass die Server schon vor dem Release verfügbar waren, wir konnten den Onlinemodus also bereits ausgiebig testen. Dieser funktionierte bei unseren Sessions einwandfrei und ohne Lags: Bei über 20 Stunden Tests mit internationalen Mitspielern stellten wir keine Verbindungsprobleme oder Abbrüche fest. Außerdem wurden am Mehrspielerpart einige Änderungen vorgenommen, die wir als durchaus positiv wahrnahmen: Die Lobbys etwa umfassen, wie in alten Titeln der Serie, wieder nur vier Jäger.
Quelle: PC Games
Die neuen Monster sind, wie von der Serie gewohnt, klasse gestaltet und außerdem ziemlich wehrhaft.
Dies erschafft eine intimere Atmosphäre zwischen Spielern, die sich gegenseitig unterstützen. In Monster Hunter World gab es Lobbys für bis zu 16 Spieler, was dazu führte, dass wir oft nur eine Aufgabe mit Mitspielern erledigten, und dann wieder völlig andere Ziele verfolgten. Dazu kommt, dass wir nach einer Mission direkt in die Versammlungshalle geschickt werden, wo wir unsere Mitstreiter wiedersehen, was ebenfalls zu einem Gefühl der Verbundenheit beiträgt. Ebenfalls ein Pluspunkt: Unsere Jägerkollegen sehen wir nicht nur in der Versammlungshalle, sondern erstmals auch im gesamten Dorf! Diese Änderungen mögen zunächst wie banale Kleinigkeiten wirken, haben jedoch einen großen Einfluss darauf, wie wir das Spiel mit anderen bestreiten und das Team-Gameplay wahrnehmen.
Freunde, Mitstreiter, Reit und-Nutztiere
Nicht nur Spieler sind an unserer Seite, sondern auch tierische Begleiter! Einen davon können wir nun sogar auf Online-Jagden mitnehmen. Wie immer in der Serie unterstützen uns die Katzenbegleiter, Palicos genannt, auf Quests. Sie gehen uns tatkräftig im Kampf mit Fallen, Angriffen, Heilung und speziellen Fähigkeiten zur Pfote. Nun können wir aber auch einen Palamut als Begleiter bestimmen, eine Art Wolf, der uns ebenfalls auf der Jagd unterstützt. Er greift gegnerische Monster an und benutzt zur Verstärkung und Spezialisierung Schriftrollen und verschiedene Gebisse.
So werden wir beispielsweise geheilt oder den Gegner für kurze Zeit empfindlich geschwächt. Allem voran aber sorgt der Palamut dafür, dass wir uns schneller über die Karte bewegen können, denn er findet zusätlich als Reittier Verwendung. Zu den Änderungen, die an den Kämpfen vorgenommen wurden, um sie mit mehr Tempo zu versehen, trägt der Palamut also maßgeblich dazu bei, das gesamte Spielgeschehen flinker zu gestalten. Natürlich sind Palamuts sowie Palicos wieder komplett anpassbar, wir legen Namen, das Fellmuster, Farbe und einige andere Eigenschaften der Begleiter vollständig selbst fest.
Quelle: PC Games
Das neue Feature, durch das wir eine mächtige Bestie mit einer anderen verprügeln können(!), ist jedes Mal ein Spektakel.
Zudem wurde den Buddys, wie sie allgemein im Spiel genannt werden, ein komplettes Gebiet spendiert. Im Buddy-Plaza heuern wir mehrere der Fellbüschel an, um sie für uns Aufgaben erledigen zu lassen. Zum einen können wir sie in U-Boote setzen, um gezielt nützliche Materialien für uns zu sammeln. Dies ist der Ersatz für die Farm, die bisher immer in der Serie vertreten war. Zusätzlich können wir sie auf Missionen senden, wie wir es schon aus World kennen, um Items aus den verschiedenen Gebieten zu bergen. Und zu guter Letzt haben wir die Option, unsere Helfer trainieren zu lassen, damit sie Level aufsteigen, sodass sie im Kampf und bei den vorher aufgezählten Aufgaben effizienter arbeiten.
Lebensqualität
Capcom weiß offensichtlich, wie sie die Serie sinnvoll für die Spieler weiterentwickeln müssen. Das zeigt sich nicht nur in zuvor erwähnten, größeren Veränderungen, sondern auch im kleineren Rahmen. Beispielsweise finden wir nun haufenweise Optionen, um das Spiel möglichst perfekt an die persönlichen Präferenzen anzupassen. Wir können etwa die Kamera weiter herauszoomen, um einen besseren Überblick über die Situationen zu erlangen, uns aber auch dazu entscheiden, sie nahe am Geschehen zu lassen, um das Gefühl zu erlangen, in Kämpfen mitten in der Action zu stecken.
Dazu ist es möglich, die Ausrufe, die unsere Jäger des Öfteren tätigen, zu reduzieren, falls uns das nerven sollte. Wahlweise ertönen die Kommentare erstmals sogar in tatsächlicher Sprache und nicht in unverständlichem Monster-Hunter-Kauderwelsch. Alle Quality-of-Life-Änderungen aus Monster Hunter World wurden in Rise übernommen, darunter zum Beispiel das praktische Tortenmenü, oder die Tatsache, dass wir unsere Silhouette durch Monster hindurch sehen können.
Quelle: PC Games
Trotz vieler bunter Effekte auf dem Bildschirm kommt es nur in seltenen Fällen zu Framerate-Einbrüchen - etwa, wenn fließendes Wasser in der Nähe ist.
Außerdem gibt es wieder Dorf-Quests, die wir aber lediglich offline erledigen können. Diese eignen sich perfekt um das Spiel zu lernen, ohne dabei anderen Spielern im Weg stehen und um schon einmal wichtige Materialien zu ergattern, die uns in Zukunft helfen werden. Es ist nun sogar möglich, den Zugang zu hochrangigen Monstern online zu erhalten, indem wir lediglich die niedrigstufigen Offline-Quests abarbeiten. So wiederholt sich das Spiel nicht, sollte man sich dazu entscheiden, zuerst die Single-Player-Kampagne zu erledigen.
Ebenfalls erfreulich: Capcom hat auf die laute Kritik der Fans gehört. Die eher einfallslosen Waffendesigns im Vorgänger ließen, vorallem in der Standardversion, stark zu wünschen übrig. In Monster Hunter Rise bekommen wir schon relativ früh einzigartige Waffen für nahezu jedes Monster zu Gesicht.
Ein nerviges Problem des Spiels allerdings ist die Framerate, zumindest an manchen Stellen. Es grenzt durchaus schon an ein Wunder, dass das Spiel selbst in Randalen mit vier Spielern und fünf Monstern auf dem Bildschirm flüssig läuft. An anderer Stelle jedoch, hauptsächlich in Gebieten mit fließendem Wasser, gibt es starke Framerate-Einbrüche. Kämpfen wir länger in besagten Umgebungen, geht das ordentlich auf die Nerven. Dazu kam es während unserer Spielzeit von knapp 50 Stunden zu zwei Abstürzen, bei denen sich das Spiel komplett schloss. Das ist zwar nicht sonderlich schlimm, da das Spiel regelmäßig und automatisch speichert, aber natürlich trotzdem kein Pluspunkt.
Ebenfalls bemängeln müssen wir, dass das Spiel im Endgame, also nachdem man die beachtliche Zahl von rund 35 Monster erledigt hat, Stand jetzt nicht viel zu bieten hat. Auch der Master-Rank fehlt, dies war jedoch bisher bei jedem Titel der Reihe bei Release der Fall. Dieser Kritikpunkt könnte also in Zukunft wegfallen, denn auch Monster Hunter Rise soll längerfristig unterstützt werden und somit im Laufe der Zeit immer mehr Content bekommen.
Schon Ende April werden einige neue Monster hinzugefügt, unter anderem der unter älteren Fans bekannte Chameleos. Trotz technischer Problemchen: Monster Hunter Rise liefert sowohl Veteranen als auch Neulingen ein spaßiges, umfangreiches Abenteuer mit viel Charme!
Monster Hunter Rise wird ab dem 26. April für Nintendo Switch und in unbestimmter Zeit auch für PC verfügbar sein. Waidmannsheil!
