Mittelerde: Schatten des Krieges - Endgame in Akt 4: Die Lootboxen und das Fazit
Special
PC Games zieht ein Fazit: Drängt Mittelerde: Schatten des Kriegers den Spieler im vierten Akt zu Ingame-Käufen von Lootboxen?
Auf dieser Seite
Mittelerde: Schatten des Krieges - Wie Schattenkriege und Lootboxen in Akt 4 zusammenhängen
In Monoliths neuem Teil der Mittelerde-Serie könnt ihr von Anfang an im Ingame-Shop Mikrotransaktionen ausführen - entweder mit Gold, das es zuvor für echtes Geld und Preisen von bis zu 100 Euro zu kaufen gilt, oder mit der Ingame-Währung Mirian. Allerdings wird erst in Akt 4 deutlich, warum man die dort angebotenen Lootboxen erwerben sollte - was zuvor unnötig und überflüssig wirkt, entpuppt sich in den Schattenkriegen als erstaunliche Zeitersparnis. Denn hier gekaufte Lootboxen enthalten verbündete Orks, die ihr sofort in eine Region eurer Wahl abkommandieren dürft - ihre Charakterstufe orientiert sich an Talions aktuellem Level, ihr müsst sie also nicht erst zeitaufwendig hochpäppeln.
Für die Verteidigungsmissionen im vierten Akt von Mittelerde: Schatten des Krieges sind diese Lootboxen ungemein hilfreich, denn damit umgeht man unter Umständen stundenlanges ödes Grinding. In der Tat scheinen die Schattenkriege speziell darauf zugeschnitten zu sein, den Kauf von Orks zu bewerben und als Alternative zur zeitaufwendigen Nemesis-Gehirnwäsche attraktiv zu machen. Die gute Nachricht: Da man im Spielverlauf raue Mengen der zweiten Ingame-Währung Mirian erwirbt (gibt's unter anderem beim Zerstören von obsoleter Ausrüstung), kann sich der Spieler auch ohne die Investition eines einzigen Cents raue Mengen an Lootboxen und Ork-Verbündeten leisten. Allerdings sind diese stets nur von minderer Qualität; die mit Gold zu bezahlenden Kisten enthalten hochwertigere Uruks.
Endgame-Fazit zu Mittelerde: Schatten des Krieges
Quelle: PC Games
Die Schattenkriege drehen das Spielprinzip der Story-Belagerungen um: Ihr müsst Kontrollpunkte nicht mehr erobern, sondern verteidigen.
Egal ob man jetzt tatsächlich Geld im Ingame-Shop ausgibt (wozu einen das Spiel, das soll erwähnt werden, niemals aktiv drängt) oder lediglich für Mirian ein paar Lootboxen kauft: Die Mikrotransaktionen entwerten unserer Erfahrung nach so oder so den Prozess des Aufbaus einer persönlichen Ork-Armee. Denn da ist immer diese kleine Stimme im Hinterkopf, die besonders im Schattenkrieg-Endgame flüstert, wie viel einfacher und schneller es doch jetzt wäre, die benötigten Orks einfach zu kaufen. Die Gleichförmigkeit des vierten Akts mit seiner geringen spielerischen Abwechslung in den - seufz - 20 Verteidigungsmissionen verstärkt diesen Lockruf nur noch - denn als echter Fan will man das wahre Ende von Mittelerde: Schatten des Krieges zwar unbedingt sehen, aber wenn der Weg dahin aus mehr Arbeit als Spaß besteht, sucht man vielleicht doch nach einer Abkürzung.
Dabei ist die finale Schlusssequenz eben nicht nur ein "netter Bonus" oder eine Belohnung fürs Dranbleiben; sie ist ein absolut essenzieller Teil der Erzählung und bringt sie zu einem (befriedigenden) Abschluss. Aus Spoiler-Gründen wollen wir über die Natur des Endes nichts zu viel verraten. Nur so viel: Hätten wir lediglich den ursprüngliche Schluss von Mittelerde: Schatten des Krieges am Ende von Akt 3 gesehen, wären wir im Rückblick schwer enttäuscht gewesen - und auch verwirrt, falls nie ein Nachfolger erscheinen sollte. Denn Talions Story fühlt sich ohne den Schattenkriege-Epilog unfertig an, d ie Story wirkt so unvermittelt abgebrochen wie das Ende von Deus Ex: Mankind Divided. Es ist richtig und wichtig, dass da noch ein allerletztes Video kommt, das die Erzählung abrundet - aber es ist sehr zu bedauern, dass Entwickler Monolith und Publisher Warner Bros. Interactive mit den Schattenkriegen eine derart ödes Hindernis ersonnen haben, das es vor dem Anschauen zu überwinden gilt.
