Vorschau zum Microsoft Flight Simulator 2020: So gut ist der neue Flugsimulator
SpecialMit dem neuen Flight Simulator 2020 will Microsoft das Genre der Flugsimulatoren technisch und optisch auf eine neue Stufe heben. Ob dem Entwickler aus Seattle dieses Vorhaben in Zusammenarbeit mit dem französischen Asobo Studio gelungen ist, oder es sich um mehr Schein als Sein handelt, davon konnten wir uns mittlerweile in ausführlichen Flugstunden selber überzeugen.
Das Genre der Flugsimulatoren zieht seit jeher einen besonderen Schlag von Spielern an. Statt sich von schneller Action und krachenden Effekten begeistern zu lassen, ziehen sie hoch über den Wolken ihre Runden und entkommen, wenn auch nur virtuell, für einige Zeit dem Stress und Trubel des Alltags. Die Gründe dafür, sind so verschieden wie die Spieler. Manch einer ist einfach begeistert vom Fliegen, andere hingegen sind vernarrt in die Technik der Flugmaschinen, und wieder andere wollen einfach nur die Aussicht genießen. Mit dem kommenden Flight Simulator 2020 wollen Microsoft und Asobo nun in der neuesten Generation des traditionsreichen Franchises, immerhin erschien der erste Flight Simulator von Microsoft bereits 1982, all diese Punkte verbinden und das Genre der Flugsimulatoren dabei ganz nebenbei auf ein vollkommen neues Level heben. Und das gilt für sämtliche Bereiche.
Dank enormer Fortschritte in der Technik und gigantischer Ressourcen seitens Microsoft, auf die die Entwickler zurückgreifen können, bietet der Microsoft Flight Simulator 2020 mehr Realismus, ein besseres Spielgefühl und eine höher entwickelte Optik als jeder andere Flugsimulator bisher. Und soll gleichzeitig dennoch einsteigerfreundlicher sein als die recht sperrigen Simulatoren in der Vergangenheit. Soweit zumindest die Versprechungen der Entwickler von Asobo und Microsoft. Aber ob der Flight Simulator 2020 das auch wirklich halten kann, steht natürlich auf einem anderen Blatt. Bereits im Dezember 2019 durften wir einige Runden in speziell vorgegebenen Bereichen drehen und waren begeistert. Mittlerweile durften wir aber länger Hand anlegen und in unserem virtuellen Cockpit Dutzende Stunden über den Wolken verbringen. Und was sollen wir sagen: Der Microsoft Flight Simulator revolutioniert das Genre zwar nicht, hält aber alle gemachten Versprechen.
Auf dieser Seite
- 1 Die komplette Welt im Simulator
- 2 Reale Wettereffekte
- 3 Vom Jumbo bis zum Vorkriegsmodell - ein Flugzeug für jeden Geschmack
- 4 Verbesserte Simulation des Flugverhaltens
- 5 Fantastisches Feeling in der Luft
- 6 Simulation vs. Arcade
- 7 Hohe Einsteigerfreundlichkeit
- 8 Fotorealistische Grafik? Nicht ganz
- 9 Enorme Anforderungen ans Material
- 10 VR, Multiplayer und kostenpflichtige DLCs
- 11 Fazit
Die komplette Welt im Simulator
Damit wir uns mit unseren Flugzeugen in den Himmel erheben können, brauchen wir natürlich erstmal ... nun ja, einen Himmel und den dazugehörigen Boden. Wie bereits in früheren Flugsimulatoren ist auch im Flight Simulator 2020 die komplette Welt abgebildet. Wir können mit unserer Cessna oder unserem Airbus jeden Winkel der Erde erkunden: von der Skyline New Yorks über die Gipfel der Alpen bis zu den Tiefen des Amazonas - alles natürlich aus der Luft. Und hier haben wir bereits eines der wohl größten Features des Flight Simulators. Denn statt diese Welt einfach händisch zu bauen, damit sie ungefähr der realen Erde entspricht, haben die Entwickler die bestehende Welt nahezu eins zu eins kopiert. Dabei konnten sie auf die Ressourcen von Bing Maps, welches zu Microsoft gehört, zurückgreifen und damit über zwei verschiedene Wege die von den Entwicklern liebevoll Twin World genannte virtuelle Welt nachbauen.Große Städte wurden in den vergangenen Jahren von Bing Maps systematisch in 3D kartographiert und fotografiert. Diese immense Menge an Daten machten sich die Entwickler zu Nutze, um daraus ein virtuelles Modell der Städte zu konstruieren. Dabei sind die Ergebnisse so akkurat, dass nicht nur die Gebäude an den richtigen Stellen stehen, sondern jeder Baum und jeder Busch an der richtigen Stelle steht. Wer in einer dieser Städte wohnt, kann theoretisch in der Straße vor seinem Haus landen und durch sein eigenes Wohnzimmerfenster (wo er natürlich nichts zu sehen bekommt) schauen, so genau sind die Nachbildungen.Natürlich fliegen wir aber nicht nur rund um Großstädte, sondern wollen die ganze Welt bereisen. Hierfür haben die Entwickler eigens eine Software geschrieben, welche aus vorhanden Satellitenbildern und gigantischen Mengen an Luftaufnahmen (auch hier wieder von Bing Maps) eine Welt nachgebildet hat. Dabei schaut sich die Software die Form der Gebäude an und erkennt (größtenteils sehr zuverlässig), um welche Art von Bauwerk es sich handelt. Aus einer gewaltigen Bibliothek an Gebäuden wählt es dann das aus, welches am besten passt. Dabei werden auch die benachbarten Gebäude sowie das Gebiet auf der Erde mit in die Wahl einbezogen. So stehen im asiatischen Raum andere Gebäude wie beispielsweise in Europa oder Nordamerika.
Die daraus resultierende Welt ist zwar kein perfektes Ebenbild der Erde, kommt dem aber näher als jemals zuvor. Wir erkannten unsere Heimatdörfer bei Überflügen auf Anhieb, konnten die Kirchen, Sportplätze und größeren Gebäude sofort ausmachen, sahen aber hier und da auch kleinere Fehler. Kennt man aber nicht jeden Strauch aus dem Effeff, dann stört das kaum und man hat stets das Gefühl, die Welt unter unserem Flieger wäre komplett der Realität nachempfunden. Es gibt aber auch einige Ausnahmen. Spezielle Gebiete, wie beispielsweise sicherheitsrelevante Bereiche oder Militärbasen sind größtenteils entfernt worden und durch andere Gebiete ersetzt worden. Diese sollen sich aber so in die Umgebung einfügen, dass es nicht auffällt, dass die Entwickler etwas geändert haben.
Reale Wettereffekte
Quelle: Asobo Studio / Microsoft
Microsoft Flight Simulator 2020 in der Vorschau – so gut ist der neue Flugsimulator (3)
Sonnenschein und große Sichtweite sind natürlich das Optimum, was man sich als Pilot wünschen kann. Da das in Realität aber nicht immer der Fall ist, darf es natürlich auch in einer Simulation nicht so sein. Und auch in diesem Bereich haben die Entwickler versucht, sich so gut wie möglich an der realen Welt zu orientieren. Zwar können wir das Wetter bei unseren Flügen nach Belieben einstellen, standardmäßig entspricht es aber der realen Wetterlage. Auch hier können die Entwickler wieder auf die Ressourcen von Microsoft und diversen Wetterdiensten zurückgreifen. Und auch beim Wetter an sich hat sich viel getan im Vergleich zu früheren Flugsimulatoren.
So orientiert sich der Wind beispielsweise an der Erdoberfläche, wodurch Strömungen an Gebirgshängen simuliert werden. Unterschiedliche Höhen bieten zudem teils sehr unterschiedliche Wetterlagen und Wolken sind keine einfachen Pixel mehr am Himmel, sondern volumetrische Objekte mit einer eigenen Dichte. Das Durchfliegen von Quellwolken ist also nicht mehr nur ein optischer Effekt, sondern hat je nach Flugzeug großen Einfluss auf eure Fluglage. Selbst große Stürme werden simuliert und bieten euch ein Flugerlebnis, auf das ihr in der Realität lieber verzichten solltet. All das ist übrigens stufenlos einstellbar während des Spiels. Falls ihr also schon immer mal testen wolltet, wie eine kleine Cessna sich im Hurrikan fliegen lässt: kein Problem.
Vom Jumbo bis zum Vorkriegsmodell - ein Flugzeug für jeden Geschmack
Nun aber genug von der Welt, in der wir uns bewegen. Das wichtigste für einen Flugsimulator sind natürlich die Flugzeuge. Und auch hier macht der Flight Simulator 2020 einen gewaltigen Sprung gegenüber seinen Vorgängern und anderen Größen des Genres. In der von uns getesteten Version konnten wir uns mit insgesamt 20 Flugzeugen in die Luft schwingen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Von der gewaltigen Boing 747-8 und dem etwas kleineren Airbus A320 über Learjets wie der Cessna Citation CJ4 bis zu Kleinflugzeugen wie der Cessna 152 oder der modernen Icon A5 sind bereits alle gängigen Flugzeuge vertreten. Egal ob ihr auf niedrigen Höhen einen Rundflug starten wollt, oder mit einem Airliner den Atlantik überqueren wollt, ihr findet stets das passende Flugzeug.Die einzelnen Maschinen sind dabei nicht nur von außen bis ins kleinste Detail originalgetreu nachgebaut, sondern auch im Cockpit entspricht alles der Realität. Vom Yoke und den Anzeigen bis hin zum Schalter für die Beleuchtung. Alles ist an seinem Platz und zudem auch nutzbar. Wer kein gigantisches Cockpit zuhause stehen hat, oder nicht jeden Knopf auf der Tastatur belegen und sich merken will, der kann alles einfach mit der Maus ansteuern und darüber jeden Schalter bedienen - Simulation in Reinkultur. Hierfür haben die Entwickler übrigens sehr eng mit den verschiedenen Herstellern zusammengearbeitet.
Verbesserte Simulation des Flugverhaltens
Quelle: Asobo Studio / Microsoft
Microsoft Flight Simulator 2020 in der Vorschau – so gut ist der neue Flugsimulator (9)
Auch bei der Simulation des Flugverhaltens haben die Entwickler einen weiteren Sprung im Vergleich zu den Vorgängern des Franchises gemacht. Statt wie bei alten Flugsimulatoren alles anhand eines oder weniger Punkte zu berechnen, wird das Verhalten des Fliegers im Luftstrom nun an zig verschiedenen Stellen simuliert. Dadurch bewegt sich euer Flugzeug nun deutlich realistischer in der Luft, was dem Spielgefühl sehr zuträglich ist. So erinnerte das Flugverhalten in älteren Simulatoren oft eher an Züge auf Schienen. Weil nun aber die verschiedenen Kräfte realitätsnäher auf Flügel oder Rumpf einwirken, ist deutlich mehr Bewegung im Flugzeug. Das untermauern die Entwickler zudem noch, da die Kamera nun nicht mehr starr ist, sondern sich den Flugbewegungen anpasst. ein Feature, das in Rennsimulationen schon lange gang und gäbe ist. Der Luftstrom über und unter den Tragflächen lässt sich auf Wunsch sogar visuell darstellen, wodurch sich verschiedene Effekte leichter erkennen lassen und man besser versteht, warum sich das Flugzeug verhält, wie es sich nun mal verhält.
Fantastisches Feeling in der Luft
All diese Verbesserungen an der Simulation führen dazu, dass sich die Flieger nun deutlich realistischer anfühlen. Natürlich ist der Flight Simulator damit nach wie vor kein Ersatz für die Realität und echte Piloten werden den Unterschied in der Reaktion der verschiedenen Flieger sicherlich merken. Als jemand, der in Kleinflugzeugen bisher aber lediglich mitgeflogen ist und selber keinen Pilotenschein hat, erkennt man den Unterschied erst auf den zweiten Blick. Beispielsweise reagieren die Flugzeuge nach wie vor etwas träger auf Windveränderungen und die Bewegungen fallen deutlich sanfter aus, als es in einem echten Flugzeug der Fall wäre. Kurz gesagt: Die virtuellen Flugzeuge verzeihen auch auf höchstem Realitätsgrad mehr Fehler und Ungenauigkeiten, als sie es am realen Himmel tun würden. Dennoch kommt kein anderer Flugsimulator, von den gigantisch teuren der Fluggesellschaften vielleicht mal abgesehen, auch nur ansatzweise dermaßen nah an die Realität heran - zumindest nach unseren Erfahrungen in Kleinflugzeugen.
Simulation vs. Arcade
Quelle: Asobo Studio / Microsoft
Microsoft Flight Simulator 2020 in der Vorschau – so gut ist der neue Flugsimulator (8)
Flugsimulatoren wandeln auf einem schmalen Grat. Auf der einen Seite sollen die Simulationsenthusiasten zufrieden gestellt werden, auf der anderen Seite darf das Spiel aber dadurch nicht zu komplex werden. Immerhin sollen auch Spieler, die keine Pilotenlizenz besitzen, Spaß mit dem Flight Simulator 2020 haben. Er soll also für den kurzen abendlichen Rundflug des absoluten Anfängers genauso brauchbar sein, wie für einen kompletten Instrumentenflug über den Atlantik inklusive Kommunikation mit dem Tower mit maximalem Realismus. Microsoft und Asobo leisten dabei einen hervorragenden Job. Zwar lässt sich die eigentliche Simulation des Flugzeugs kaum verändern, aber ihr bekommt auf Wunsch jede Menge Unterstützung von eurem virtuellen Copiloten. Dieser kann sowohl den Funkverkehr als auch einige Bereiche der Steuerung übernehmen. Das Vorbild war dabei laut Entwicklern der Aufbau einer echten Flugausbildung. Auch dort darf man schon in den ersten Flügen selber steuern, während der Fluglehrer sich unbemerkt um viele Dinge kümmert, die notwendig sind, um den Vogel in der Luft zu halten.
Quelle: PC Games
Microsoft Flight Simulator 2020 in der Vorschau – so gut ist der neue Flugsimulator (22)
Abseits dessen dürft ihr den Realitätsgrad an einigen Stellen etwas runterregeln. Unendlich Treibstoff ist genauso eine Option wie das Abschalten sämtlicher Schäden, die beispielsweise durch zu hohe G-Kräfte, Eisbildung oder die Nutzung des falschen Gemischverhältnisses verursacht werden. Außerdem lassen sich diverse Hilfen für Navigation und Bedienung einblenden. Auf Wunsch unterstützt euch der Copilot auch beim Starten und Landen und bedient das Seitenruder für euch. Letzteres wird eigentlich mit Pedalen gesteuert, die wohl nur die wenigsten Hobbypiloten unter ihrem Schreibtisch stehen haben.Aktiviert man sämtliche Hilfen, dann wird aus dem Flight Simulator fast schon ein Arcade-Flieger. Das Flugzeug verzeiht euch nahezu alle Fehler oder sie werden vom Copilot ausgebügelt. Selbst absolute Anfänger fliegen damit Kreise durch den Grand Canyon. Deaktiviert man dagegen sämtliche Hilfen, dann haben unerfahrene Spieler schon Probleme damit, das Flugzeug überhaupt zu starten, während Vollblut-Flieger gänzlich in ihrem Element sind.
Hohe Einsteigerfreundlichkeit
Quelle: Asobo Studio / Microsoft
Microsoft Flight Simulator 2020 in der Vorschau – so gut ist der neue Flugsimulator (6)
Mit dem Flight Simulator 2020 will Microsoft nicht nur die Fans des Genres begeistern, sondern auch neue Spieler in die virtuellen Cockpits locken. Daher wird Einsteigerfreundlichkeit großgeschrieben. Ein Punkt, der bei vielen der Vorgänger sträflich vernachlässigt wurde. Das zieht sich von einem deutlich übersichtlicheren und moderneren Menü über diverse hilfreiche Tooltips, einstellbare Hilfen und Assistenten bis zum runderneuerten und durchaus brauchbaren Tutorial. Letzteres erklärt euch die Grundzüge der Fliegerei und die wichtigsten Bedienelemente und Anzeigen im Cockpit. Bereits zu Beginn eurer Karriere fragt euch das Spiel zudem über eure Erfahrungen in Flugsimulatoren aus und stellt die Hilfen dementsprechend ein. Mit steigender Erfahrung könnt ihr dann immer mehr Hilfen abschalten und werdet irgendwann zum Chuck Yaeger vor dem Bildschirm.
Dabei hilft zusätzlich ein neues Feature, welches es uns besonders angetan hat - die interaktive Checkliste. Jedes Flugzeug hat eine mehr oder weniger große Checkliste, die vor, während und nach dem Flug abgearbeitet werden muss. Im Flugsimulator könnt ihr das je nach Einstellungen einfach überspringen. Wer aber mehr über die Funktionsweise und Steuerung der einzelnen Maschinen lernen will, der kann die interaktive Checkliste nutzen. Jeder einzelne Punkt der Checkliste, vom Anschalten der Elektrik bis zum Betätigen des Schubhebels ist hier vermerkt. Ihr könnt euch diese Liste einblenden und diese dann abarbeiten. Ein Klick auf den jeweiligen Punkt und die Kamera schwenkt zum richtigen Schalter oder Hebel und lässt diesen aufleuchten. So lernt ihr nach und nach, dass Fliegen mehr ist als einfach nur Gas geben und abheben. Ihr könnt die einzelnen Punkte aber nicht nur manuell ausführen, sondern auch dem Copiloten übertragen, der diese dann von euch unbemerkt durchführt.
Fotorealistische Grafik? Nicht ganz
Als vor etwa einem Jahr die ersten Bilder zum Microsoft Flight Simulator (jetzt kaufen ) veröffentlicht wurden, war das Staunen groß. Einige Screenshots waren von Fotos kaum zu unterscheiden. Allerdings handelte es sich dabei um Bilder, die von den Entwicklern gemacht und verteilt wurden. Viele andere Spiele haben in der Vergangenheit gezeigt, dass das fertige Produkt da oft nicht ganz mithalten kann. Das gilt in einigen Bereichen auch für den Microsoft Flight Simulator. Während die Flugzeuge und Cockpits besonders dank der gelungen Licht- und Spiegeleffekte extrem gut aussehen, sind einige Teile der Erdoberfläche noch etwas arm an Details. Selbst auf maximalen Einstellungen wirkt die eine oder andere Kleinstadt sehr leblos und texturarm. Sofern man aber nicht unter 1.000 Fuß tief fliegt, fällt einem das kaum auf. Aus größerer Höhe fällt lediglich hin und wieder etwas fehlende Tiefenschärfe auf, was aber zu verschmerzen ist. Generell gilt aber trotzdem: Der Flight Simulator 2020 sieht fantastisch aus und wischt mit allen bisherigen Flugsimulatoren locker den Boden. Und das gilt auch in einer Auflösung von 1080p, obwohl es in 4k natürlich noch einmal deutlich besser aussieht.
Quelle: Asobo Studio / Microsoft
Microsoft Flight Simulator 2020 in der Vorschau – so gut ist der neue Flugsimulator (7)
Enorme Anforderungen ans Material
Damit der Microsoft Flight Simulator so gut aussehen kann, braucht ihr natürlich auch entsprechend potente Hardware. Die höchste Grafikstufe bringt sogar High End Gaming PCs ordentlich ins Schwitzen. Allerdings haben die Entwickler auch hier gute Arbeit geleistet und so läuft der Flugsimulator auch schon auf eher müden Kisten ausreichend gut. Natürlich gilt das nur, wenn man im Gegenzug auf viele Details und grafische Spielereien verzichtet. Und selbst mit den niedrigsten Einstellungen sieht die 2020-Version immer noch deutlich besser als die Vorgänger aus.
Neben einem ordentlichen Rechner braucht ihr für die volle Flugerfahrung zudem einen Internetanschluss mit ordentlich Bandbreite. Die virtuelle Welt des Flugsimulators mit all ihren Details ist nach Angaben der Entwickler schlappe 2 Petabyte groß und kann damit nicht mal so eben auf eurer SSD installiert werden. Daher ladet ihr lediglich eine Grundversion der Welt runter, die über extrem wenig Details verfügt. Alles Weitere wird während des Fluges permanent runtergeladen und im Anschluss wieder gelöscht. Stellt ihr euren Flug dabei auf zwei-, vier- oder gar achtfache Geschwindigkeit, kommt jede Leitung an ihre Grenzen und ihr seht, wie plötzlich kaum mehr Details mehr nachgeladen werden. Im normalen Flug ist das aber kein Problem. Ihr könnt zudem Festplattenspeicher in beliebiger Größe zur Verfügung stellen. Dann werden die gestreamten Daten vorerst gespeichert und müssen, wenn ihr dieselbe Strecke erneut fliegt, nicht wieder runtergeladen werden.
VR, Multiplayer und kostenpflichtige DLCs
Der Microsoft Flight Simulator 2020 wird mit dem Release aber nicht von den Entwicklern in eine Abstellkiste verfrachtet, sondern soll über die kommenden Jahre permanent mit neuen Inhalten versorgt werden. Dies wird in etwa zweimonatlich erscheinenden Updates passieren. Einige davon werden nur Kleinigkeiten anpassen, andere wiederum bringen neue Flugzeuge, Missionen oder verbessern vorhandene Flughäfen. Während die meisten dieser Updates kostenfrei sind, wird es von Zeit zu Zeit auch kostenpflichtige DLCs geben. Diese beinhalten dann in der Regel komplett neue Features. Die Implementierung von Helikoptern, die auf der Agenda der Entwickler steht, wäre ein Beispiel dafür.
Außerdem wird mit dem Marketplace eine Möglichkeit direkt ins Spiel integriert, auf der Modder ihren eigenen Content anbieten können. Bereits die vorherigen Flugsimulatoren wurden durch die Vielzahl privater und professioneller Modder am Leben gehalten, die permanent neue und ausgefallen Flugzeuge erarbeiteten und anderen verfügbar machten.
Die Entwickler haben zudem eine ganze Liste an Wünschen der Community, die sie unbedingt ins Spiel bringen möchten. Darunter beispielsweise der Support von VR-Brillen, der aus dem Flight Simulator wohl ein Erlebnis mit deutlich mehr Immersion machen würde. Die Möglichkeit, ein Flugzeug von mehreren Leuten gleichzeitig steuern zu lassen, steht genauso auf der Liste, wie die Option, als Fluglotse im Tower zu agieren. Und natürlich wird bereits an Segelflugzeugen und an weiteren Missionen gearbeitet. Auch ein rudimentäres Karriere-System könnten sich die Entwickler vorstellen, auch wenn sie dem in einer Simulation nur eine geringe Priorität einräumen.