So begeistert war ich lange nicht mehr: Der Traum vom virtuellen Fliegen

Kolumne Antonia Dreßler
So begeistert war ich lange nicht mehr: Der Traum vom virtuellen Fliegen
Quelle: Microsoft / PC Games 

Selbst wenn man kein Fan von Simulationen ist, muss man den Flight Simulator von Microsoft mal gespielt haben. Das technische Wunderwerk hat Redakteurin Toni auf jeden Fall aus den Socken gehauen.

Sämtliche Begegnungen, die ich mit Simulatoren hatte, waren zufallsbasiert. Kein Wunder, denn nichts an diesem Genre hat mich jemals so gereizt, als dass ich tatsächlich Geld dafür in die Hand genommen hätte. Trotzdem habe ich innerhalb des Playstation-Plus-Angebots mehr als nur einen Simulator heruntergeladen und jeweils sogar einige Stunden hineingespielt.

Diese Zeit bekomme ich leider nicht wieder, aber dafür kann ich nun fundiert behaupten, dass Simulatoren nur etwas für Leute sind, die ungern Spaß beim Zocken haben. Mir ist schon bewusst, dass das Problem vor allem in meinem Mangel an Wissen hinter dem entsprechenden Spielsystem begründet liegt. Ich sehe es aber auch nicht ein, mir zehn Stunden lange YouTube-Tutorials reinzuziehen, weil die Entwickler es nicht auf die Kette bekommen, ihr Spiel auch nur ein bisschen zugänglich zu machen.

Missionsüberblick Quelle: Microsoft Endlich hat Microsoft verstanden, dass Sims besser sind, wenn man den Einstieg erleichtert, wie hier mit einem Karrieremodus! Und doch möchte ich jetzt eine Lanze für Simulatoren brechen, weil ich endlich verstanden habe, warum Leute sich das antun - und sogar Spaß dabei haben. Wobei ich an dieser Stelle noch anfügen will, dass ich nicht von den ganzen kleinen Mist-Simulationen rede, die nur witzig sind, weil sie beim Spielen auseinanderfallen. Ich beziehe mich ganz direkt auf die Königsklasse der Simulatoren: den Microsoft Flight Simulator. Diese Adelung bedeutet in meinem Falle nicht super viel. Wer aufgepasst hat, hat mitbekommen, dass ich nicht viele Simulatoren gespielt habe. Aber es will zumindest etwas heißen, dass mich Microsoft trotz meiner Ressentiments abholen konnte.

Nur echtes Fliegen ist schöner

Das liegt zum einen am Thema: Ich finde Fliegen halt einfach cooler als Angeln, Rallyefahren oder irgendeine Sportmannschaft zu managen. Aber vor allem spricht der Flugsimulator den Wissenschaftsnerd in mir an, der damals dafür sorgte, dass ich nicht nur Physik- und Matheleistungskurs in der Schule hatte, sondern auch eine Zeit lang Physik studiert habe.

Das Spannendste an der Flugsim sind nämlich die Systeme hinter dem eigentlichen Gameplay, die man nicht wirklich sehen, sondern vor allem beim Spielen fühlen kann. Bestimmte Winde oder Wetterlagen sorgen so für einen Kontrollverlust beim Fliegen und zwingen einen zur Bruchlandung. Weiß man nicht, was im Hintergrund passiert, ist das äußerst frustrierend, weil man gar nicht erst versteht, was man anders machen könnte. Hier bekenne ich mich schuldig, denn schon öfter habe ich einem Spiel vorgeworfen, dass es unfair ist und der Fehler nicht bei mir, sondern der vermeintlich blöden Engine liegt.

Gewitterwolken über Flugplatz Quelle: Microsoft Wenn ich bei Gewitter abstürze, kann es eigentlich nur am Spiel liegen und nicht an meinen Flugkünsten... Den Zahn haben mir die Entwickler von Asobo und Microsoft nun gezogen, indem sie in einer Präsentation für den Flight Simulator 2024 (jetzt kaufen 79,99 € ) die genannten Winde eben einmal sichtbar gemacht haben. Und sobald ich verstanden hatte, dass es sich dabei nicht um zufällige Verwirbelungen handelt, sondern jede einzelne Brise im Spiel haargenau berechnet wird, musste ich meinen Hut ziehen.

Wenn jemand sich hinsetzt und derartig komplexe physikalische Systeme in ein Spiel einbaut, verdient das Respekt. Auch wenn ich innerlich ein wenig mit dem Kopf schüttele, weil ich mich in so begabte Menschen einfach nicht hineinversetzen kann. Aber das ist eigentlich nur ein kleiner Teil davon, was mich an dem Microsoft Flight Simulator so fasziniert.

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