Nicht nur Activision: Die Geschichte der Microsoft-Übernahmen - Seite 2

Special Lukas Schmid
Nicht nur Activision: Die Geschichte der Microsoft-Übernahmen - Seite 2
Quelle: ClearCutLtd bei Pixabay

Microsofts neueste Akquise ist keineswegs ungewöhnlich für das Unternehmen hinter Windows unter Xbox. Wir zeigen euch die Geschichte der Microsoft-Videospielkäufe.

Die Titel, welche Rare schlussendlich für die Xbox und Xbox 360 veröffentlichen sollte, waren meist nur durchschnittlich erfolgreich. Und auch die Rare-Magie aus den 90er-Jahren war dahin. Dabei ist bis heute strittig, ob dieser Qualitätseinbruch Microsoft vorzuwerfen ist, oder ob Rare bereits vor dem Kauf interne Probleme hatte.

Einige Jahre später, 2006, kaufte man Lionhead Studios, bekannt für Fable und Black & White. Lionhead war in finanzielle Schieflage geraten und somit nutze Microsoft die Gunst der Stunde, um die Fable-Reihe exklusiv auf der Xbox zu sichern. Die Erwartungshaltung war enorm, doch ähnlich wie im Fall von Rare zuvor konnte diese mittelfristig nicht eingehalten werden.

2016 wurde das Studio eingestampft, welches einst von Peter Molyneux nach seinem Abgang von Bullfrog mitbegründet wurde.
Vor einiger Zeit wurde bekannt, dass Microsoft ihren Umgang mit Lionhead bis heute bereut.

Hamsterkäufe

Nachdem man sich BigPark, das Studio hinter zukünftigen Kinect-Spielen, sowie Twisted Pixel Games und Press Play einverleibt hatte, investierte Microsoft 2014 schließlich 2.5 Milliarden Dollar, um Mojang zu kaufen, das Studio hinter Minecraft.
Inzwischen ist dieses Videospielphänomen fester Bestandteil praktisch jeder Microsoft-E3 Pressekonferenz und jedes Game-Pass-Trailers und auf quasi allen Plattformen zu Hause.

Im Laufe der letzten paar Jahre wurden immer mehr Entwicklerstudios gekauft, beispielsweise Ninja Theory, Compulsion Games, Undead Labs, Playground Games, inxile, Obsidian und Double Fine Productions.

Von Rare bis Activision - die komplette Liste der von Microsoft gekauften Studios • FASA Interactive (1999)
• Access Software (1999)
• Bungie (2000)
• Digital Anvil (2000)
• Ensemble Studios (2001)
• Rare (2002)
• Lionhead Studios (2006)
• BigPark (2009)
• Twisted Pixel Games (2011)
• Press Play (2012)
• Mojang (2014)
• Ninja Theory (2018)
• Undead Labs (2018)
• Compulsion Games (2018)
• Playground Games (2018)
• inXile Entertainment (2018)
• Obsidian Entertainment (2018)
• Double Fine Productions (2019)
• ZeniMax Media (2020)
• Activision Blizzard (2021)

Spiele wie The Bard's Tale, Psychonauts, Hellblade oder State of Decay würden nun ihren exklusiven Weg auf die Xbox und den PC finden.

Sicherlich keine schlechte Idee, wenn man nicht nur an die Xbox-Konsolen, sondern insbesondere aktuell an den Game Pass denkt.

Je mehr kompetente Studios Spiele für die eigenen Plattformen entwickeln, umso attraktiver wird die Plattform für das Publikum. Dabei ist sich Microsoft auch nicht zu schade, mit niedrigen Preisen in den Markt vorzudringen.

Einst lieferte man zahllose nützliche Programme mit dem Windows-Betriebssystem mit, heute gibt es den Game Pass für relativ überschaubare Summen im Monat im Abo. Man kann es sich erlauben, man ist schließlich eine der größten Firmen der Welt und nicht alleinig an eine Sparte gebunden.

Den Vogel schoss man sicherlich bis vor kurzem mit dem Kauf von Bethesda ab. Elder Scrolls, Fallout, Wolfenstein, Doom, Prey: alles nun unter der Schirmherrschaft Microsofts, für den schlanken Preis von 7.5 Milliarden Dollar.

Unter dem Xenimax-Brand sind nun auch Bethesda Studios, id Software, Machine Games, Arcane, Roundhouse Studios, Tango Gameworks, Zenimax Online und Alpha Dog Games Teil des Microsoft-Kosmos.

Activision-Blizzard: Die Mega-Übernahme

Und mit dem neuesten Kauf könnte sich Microsoft nun eben einen ihrer bisher größten Coups gesichert haben: Microsoft kauft Activision Blizzard. Marken wie Call of Duty exklusiv auf der Xbox und dem PC? Eigentlich unvorstellbar.

Doch wer hätte 2000 noch geglaubt, dass Banjo Kazooie für über 20 Jahre nicht mehr auf einer Nintendo-Heimkonsole erscheinen würde? Oder 2011 geglaubt, dass The Elder Scrolls 6 nicht auf einer Playstation erscheinen würde? Activison Blizzard wird höchstwahrscheinlich eine Menge Änderung erleben, vorrangig auf der Führungsebene.

Was genau dies für die Industrie bedeutet, ebenso wie die Kundschaft und insbesondere für die Mitarbeiter*innen bei Activision Blizzard, ist noch nicht abzusehen. Wie wird Microsoft mit der neuen Akquise umgehen, speziell im Vergleich zu Rare oder Lionhead?

Sicherlich ist die Videospiellandschaft heute eine völlig andere als noch vor 10, 20 oder gar 30 Jahren. Und doch zieht sich Microsofts Streben nach mehr Unternehmen und mehr Macht durch ihre Geschichte wie ein roter Faden.

Nicht selten wurde Microsoft als Monopol bezeichnet, sogar rechtliche Konsequenzen drohten zum neuen Millennium, um das Unternehmen wegen Bestreben nach Wettbewerbs-Fairness aufzuspalten.

Doch das Mantra "Embrace, Extend, Extinguish" wurde nicht vergessen, ganz im Gegenteil. Es ist gerade jetzt relevanter als jemals zuvor.

Quellen: Wikipedia, YouTube, Bloomberg, webArchive, NY Times

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